Neue Datenschutz-Regeln Was Vereine wegen der DSGVO tun sollten

Die vor einem Monat in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung soll Sicherheit und Transparenz im Internet bringen. Doch sie sorgt auch für Verunsicherung bei Vereinen oder Privatpersonen, die Seiten im Netz oder bei Facebook haben. Datenschutzberaterin Andrea Menke verrät im Interview mit MDR SACHSEN-ANHALT, was man tun kann, um in Sachen Datenschutz auf der sicheren Seite zu stehen.

Datenschutzberaterin Andrea Menke
Datenschutzberaterin Andrea Menke rät, sich bei Unsicherheiten immer an einen Experten zu wenden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Seit die Datenschutz-Grundverordnung der EU vor einem Monat in Kraft getreten ist, quellen die Posteingänge über: Online-Unternehmen weisen uns darauf hin, wie verantwortungsbewusst sie mit den persönlichen Daten der Nutzer umgehen. Darum geht es schließlich bei der DSGVO, um Sicherheit und Transparenz im Internet. Doch bei der Umsetzung sind viele überfordert, besonders kleine Vereine oder Verbände sind verunsichert. MDR SACHSEN-ANHALT hat bei Datenschutzberaterin Andrea Menke aus Halle nachgefragt, was Privatpersonen oder Vereine jetzt tun können, um sich abzusichern und nicht gleich ihre Webseiten aus dem Netz zu nehmen.

MDR SACHSEN-ANHALT: Frau Menke, ist es Ihrer Meinung nach sinnvoll, im Zweifel erstmal die Webseite abzuschalten?

Andrea Menke: Das ist immer eine Frage der Risiko-Abwägung. Das kann man pauschal nicht beantworten. Es kommt darauf an, welche Daten auf den Webseiten sind, und wie sensibel diese sind. Es gibt besondere Kategorien von personenbezogenen Daten. Eine pauschale Beurteilung lässt sich da nicht treffen. Bevor man aber alle Online-Aktivitäten einstellt, sollte man sich Rat beim Experten suchen. Das ist oftmals preiswerter, als wenn man selbst rumbastelt oder alle Aktivitäten einstellt und einem am Ende vielleicht noch Spender, Unterstützer oder Kunden verloren gehen.

Welche Strafen drohen den Seitenbetreibern im schlimmsten Falle?

Die Datenschutzgrundverordnung sieht Bußgelder bis zu 20 Millionen Euro vor. Die Höhe des Bußgeldes muss wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein. Damit ist ganz klar, dass es auch für kleinere Vereine und Unternehmen durchaus gefährlich werden kann und Bußgelder in Frage kommen.

Facebook scheint besonders problematisch zu sein. Selbst die Landesregierung erwägt, sich aus dem sozialen Netzwerk zurückzuziehen. Ist das richtig oder eher Panikmache?

Das ist keine Panikmache. Denn der europäische Gerichtshof hat Anfang Juni entschieden, dass die Seitenbetreiber für Datenverstöße von Facebook mitverantwortlich sind, zum Beispiel für eine fehlende Datenschutzerklärung. Und daher ist es durchaus sinnvoll – wenn man auf Nummer sicher gehen möchte – seine Seite solange zu löschen, bis Facebook den Datenschutz einhält.

Mehr zum Thema

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 26. Juni 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2018, 21:05 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.