Infektionsschutz in Kindereinrichtungen Aken: Wie CO2-Ampeln im Kampf gegen Corona helfen sollen

Um die Corona-Ansteckungsgefahr in Klassenräumen zu reduzieren, ist intensives Lüften besonders wichtig, sagen Wissenschaftler des Umweltbundesamtes in Dessau. In Aken im Kreis Anhalt-Bitterfeld wurde nun ein bemerkenswertes Pilotprojekt gestartet. In der Grundschule und in weiteren Kindereinrichtungen in der Elbestadt wurden CO2 -Ampeln installiert, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Eine CO2-Ampel steht in einem Dachgeschoss. Im Hintergrund spielen Kinder.
Die CO2-Ampel im Hort der Grundschule Aken soll daran erinnern, regelmäßig zu lüften. Bildrechte: MDR/ Martin Krause

Im Hort der Werner-Nolopp-Schule in Aken herrscht an den Nachmittagen reges Treiben. 150 Kinder verbringen hier ihre Zeit nach dem Unterricht. In einem lichtdurchfluteten Raum im Dachgeschoss spielt Lina-Marie mit ihren Freundinnen. Die 10-Jährige schaut dabei gelegentlich auf ein kleines blinkendes Gerät auf dem Schrank. "Wenn keine frische Luft mehr da ist, macht die Ampel laut Piep, Piep, Piep", erzählt die Viertklässlerin.

Die "Ampel" ist ein weißes Gerät, etwa so groß wie ein Taschenbuch. Die empfindlichen Sensoren messen den Kohlendioxid-Gehalt der Luft. Aktuell leuchtet die Ampel grün. "Dann ist alles in Ordnung", weiß Lina-Marie. "Wenn die Ampel auf Gelb springt, kann man Lüften, bei Rot müssen wir Lüften". Das Gerät ist kinderleicht zu verstehen.

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Test seit Oktober

Seit Anfang Oktober wird im Akener Hort eine CO2-Ampel getestet. "Es ist super, dass wir die bekommen haben", erzählt Erzieherin Petra Hund. Natürlich wird in der Kindereinrichtung gerade in Pandemiezeiten ohnehin regelmäßig gelüftet. Die Ampel sorgt dafür, dass auch in stressigen Situationen der richtige Augenblick nicht verpasst wird: "Wenn das Signal ertönt, wird sofort gelüftet. Das hilft uns sehr", so die Horterzieherin. Der kleine, weiße Kasten ist aus dem Alltag der Kindereinrichtung in Aken im Kreis Anhalt-Bitterfeld nicht mehr wegzudenken.

Nach Ansicht der Experten vom Umweltbundesamt reduziert intensives Lüften das Ansteckungsrisiko in vollbesetzten Räumen deutlich. CO2-Ampeln sorgen also für mehr Sicherheit – und damit auch für ein gutes Gefühl bei vielen Eltern. "Es ist eine gute Idee, dass die Luft kontrolliert wird", sagt eine junge Frau, die ihre Tochter im Hort abholt.

Bürgermeister Bahn: "Sind froh über die Ampeln"

Das Corona-Virus wird vor allem durch Aerosole übertragen. In voll besetzten Unterrichtsräumen oder Spielzimmern ist die Gefahr besonders groß. Daher hat die Stadt Aken 15 Ampeln angeschafft und in einem Modellprojekt in der Schule und in vier weiteren Kindertagesstätten im Elbeort getestet. "Wir sind rundum zufrieden", bilanziert Bürgermeister Jan-Hendrik Bahn. Aus allen Einrichtungen war die Rückmeldung positiv.

Ein Mann mit Brille sitzt in einem Büro.
Akens Bürgermeister Jan-Hendrik Bahn Bildrechte: MDR/ Martin Krause

Es lässt sich nicht pauschal sagen, wie oft in einem Raum gelüftet werden muss. Dass, so der Bürgermeister, hänge von vielen Faktoren ab: "Wie groß ist der Raum, wie hoch sind die Wände, wie ist die Grundfläche, und sogar das Wetter draußen hat Einfluss." Eine generelle "Belüftungs-Anleitung" ließe sich nicht erstellen, so Bahn. "Daher sind wir froh, über die Ampeln". 

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 28. November 2020 | 17:00 Uhr

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