Ende März 2020 Bahnknoten Köthen: Züge könnten nun doch früher wieder rollen

Gute Nachrichten für Pendler und Anwohner: Die Bauarbeiten am Köthener Bahnknoten könnten nun doch bis Ende März 2020 abgeschlossen werden – wenn das Wetter mitspielt. Zuletzt war die Bauzeit auf ein Jahr, bis Mai 2020, verlängert worden. Dagegen gab es Protest und Köthens Bürgermeister ist verärgert über das Hin und Her.

Gleisbauarbeiten
Nach Protesten sollen die Baurarbeiten am Bahnknoten Köthen nun doch schneller abgeschlossen werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Seit Mai 2019 ist der Bahnhof Köthen gesperrt – bis zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember sollten die Bauarbeiten ursprünglich abgeschlossen sein. Die maroden Bahnanlagen stammen noch aus dem frühen 20. Jahrhundert und müssen umfassend modernisiert werden.

Ausstehende Arbeiten sind "witterungsabhängig"

Ein Warnschild Überschreiten der Gleise verboten an einer S-Bahn-Haltestelle im Kölner Norden
Ein Grund für die längere Bauzeit: Frost und schlechtes Wetter. Bildrechte: imago/Future Image

Dann kam Anfang November die Nachricht von der Deutschen Bahn: "Nach umfangreicher Prüfung der noch umzusetzenden Arbeiten und der dafür notwendigen Bauabläufe geht die DB von einem Inbetriebnahmetermin spätestens im Mai 2020 aus."

Schuld waren laut Bahn "Verzögerungen durch Baugrundprobleme" im Tiefbaubereich. Obwohl man Gegenmaßnahmen ergriffen habe, wie die "erhebliche Aufstockung" der Arbeitskräfte, könne der ursprüngliche Termin nicht gehalten werden, so die Bahn. Außerdem sei ein großer Teil der noch ausstehenden Arbeiten "witterungsabhängig" und können in der "anstehenden Frostperiode nicht umgesetzt werden".

Protest aus der Stadt gegen die Verlängerung

In Köthen regte sich Widerstand und Protest gegen die Pläne, denn die Bauverzögerungen bedeuten Stress und Umleitungsärger für tausende Studenten, Touristen, Anwohner und Pendler. Züge werden über Dessau und Bitterfeld umgeleitet, Reisende müssen auf Busse ausweichen oder längere Umwege in Kauf nehmen.

Zusätzliche Ressourcen für schnelleres Ende der Bauarbeiten

Nun scheint es doch schneller zu gehen. Am Dienstag teilte die Deutsche Bahn mit: "Die Inbetriebnahme soll nun in der Nacht vom 31. März auf den 1. April 2020 erfolgen." Man habe sich mit den Eisenbahnunternehmen und dem Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) beraten, wie man die Bauprozesse beschleunigen könne. Dafür sei mit den beteiligten Baufirmen der Einsatz "zusätzlicher Ressourcen" besprochen worden.

Jedoch schränkte die deutsche Bahn ein: "Bei länger andauernden extremen Witterungslagen, wie zum Beispiel strengem Frost, können zeitliche Verzögerungen nicht ausgeschlossen werden." Und: Die ursprünglich bis 14. Dezember 2019 vorgesehene Vollsperrung des Eisenbahnknotens Köthen bleibe bis zur Fertigstellung Ende März 2020 bestehen.

"Miserable Kommunikation der Bahn"

Köthens Oberbürgermeister Bernd Hauschild ist von dem Hin und Her alles andere als begeistert und will einen Protestbrief an die Bahn schreiben. Das sagte er MDR SACHSEN-ANHALT am Montag. Die Kommunikation der Bahn sei miserabel. Ob nun der neue Termin Ende März gehalten werden kann, ist fraglich. Schließlich stehen die Wintermonate noch bevor.

Die Fahrplan-Änderungen bis 31. März 2020 im Detail

Die Linie RB 50 wird auf der Strecke Dessau Hbf–Köthen–Bernburg im Schienenersatzverkehr angeboten, Züge verkehren nur zwischen Bernburg und Güsten bzw. Aschersleben.

Der Schienenersatzverkehr fährt zwischen Dessau Hbf und Köthen jeweils stündlich mit allen Unterwegshalten und stündlich ohne Unterwegshalt mit Weiterführung nach Bernburg.

Der Schienenersatzverkehr zwischen Sachsendorf bzw. Köthen und Halle wird beibehalten.

Es wird aber ab 15. Dezember eine zusätzliche SEV-Haltestelle am Galgenberg in Köthen zur Bedienung des dortigen Standorts der Hochschule Anhalt eingerichtet.

Die bisher angebotene Umleitungslinie RE 8 als Direktzug von Magdeburg nach Halle über Dessau-Roßlau kann nicht mehr angeboten werden. Dafür wird alle zwei Stunden die Linie RE 38 zwischen Halle und Bitterfeld (ohne Unterwegshalt) mit Umstieg in Bitterfeld zum RE 13 eingeführt.

Auf der Linie der RB 47 entfällt montags bis freitags jeweils eine Fahrt zwischen Halle und Könnern (13:06 Uhr ab Halle) bzw. zwischen Bernburg und Halle (Saale) (16:23 Uhr ab Bernburg)

Die IC 55/56 werden wie bisher als Umleitung über Dessau und alle zwei Stunden über Halle (Saale) geleitet.

Millionen-Investition für den Umbau

Seit dem Frühjahr wird am Bahnknoten Köthen gebaut. 120 Millionen Euro werden in moderne Stellwerkstechnik, Gleise, Weichen, Oberleitungen und Bahnübergänge investiert. Züge zwischen Magdeburg und Halle müssen seitdem über Dessau und Bitterfeld fahren. Im Nahverkehr werden Busse eingesetzt.

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Ein E-Lok steht unweit eines Wasserturmes im Bahnhof der Stadt Köthen im Kreis Anhalt-Bitterfeld.
Auf dem Bahnhof in Köthen werden noch bis Mai 2020 keine Züge fahren. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. November 2019 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. November 2019, 20:06 Uhr

2 Kommentare

Biederitzer vor 12 Wochen

Vielleicht sollten die ganzen Meckerköppe mal überlegen was es für eine Arbeit ist solch Projekt umzusetzen. Wenn ich im Urlaub vorhabe meine Einfahrt zu sanieren und es regnet die ganze Zeit dann ist das Pech. Dann kann ich vorher wochenlang planen und kann es trotzdem im Zeitfenster nicht bewältigen. Jammern auf hohem Niveau.

Rain Man vor 12 Wochen

Die Spatzen pfeifen es doch bereits schon von den Dächern, dass die Bahn von Anfang an Bescheid wusste, dass die Bauarbeiten mindestens ein Jahr dauern würden. Auch dass der Bahnhof Köthen ewig vollgesperrt werden müsse - und nicht nur 14 Tage - muss der Deutschen Bahn von Anfang an klar gewesen sein!

Man verkauft die Landesregierung, Politiker, Bevölkerung und vor allem die vielen Pendler für dumm! So naiv kann nämlich nicht mal der dümmste Bauplaner sein!

Man wollte die Entrüstung der Bevölkerung klein halten und hat deshalb nur ein halbes Jahr Bauzeit veranschlagt. Eine Unverschämtheit, was hier abläuft!

Aber wir sollen ja alle am besten nur noch Bahn fahren!

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