Köthenerin ganz privat So startet 2020 für Biathletin Franziska Hildebrand

Für Biathletin Franziska Hildebrand aus Köthen läuft es in diesem Winter bislang alles andere als rund. Nach mäßigen Leistungen hat die 32-Jährige daher vorerst eine Trainingspause eingelegt. 2020 will die Skijägerin aber wieder im Weltcup angreifen. Dazu hat sie über die Weihnachtsfeiertage viel Kraft bei der Familie in Köthen gesammelt.

von Martin Krause, MDR SACHSEN-ANHALT

Biathletin Franziska Hildebrand tritt beim Frauenbiathlon über 10km im Alpensia Biathlon Zenter für Deutschland an.
Biathletin Franziska Hildebrand blieb in dieser Saison bislang hinter den Erwartungen zurück. Bildrechte: dpa

Neues Jahr, neues Glück. Franziska Hildebrand startet voller Tatendrang in die zweite Saisonhälfte. Dementsprechend kurz fiel die Silvesterparty aus: "Wir haben ordentlich mit Sekt angestoßen, aber nicht zu viel", erzählt die 32-Jährige lachend. Denn schon am Neujahrsmorgen wird bereits wieder trainiert. "Wir arbeiten an der Spritzigkeit, damit das schnelle Laufen wieder leichter fällt."

Bisher kam die Köthenerin in diesem Winter überhaupt noch nicht in die Gänge. Die mit 32 Jahren dienstälteste Akteurin im deutschen Damen-Team blieb, wie ihre Mistreiterinnen auch, weit hinter den Erwartungen zurück. "In der unmittelbaren Saison-Vorbereitung bin ich krank geworden, das war schwierig." Und auch für die erfahrene Biathletin eine völlig neue Situation: "Das erste Mal in meiner Karriere, dass ich vorab nicht wie gewohnt trainieren konnte."

Trainingspause über Weihnachten

Dementsprechend bescheiden fielen die Ergebnisse bei den ersten Weltcups im schwedischen Östersund und in Hochfilzen in Österreich aus. Die zweifache Staffel-Weltmeisterin schaffte es in keinem Rennen unter die besten 30.

Es muss etwas passieren.

Franziska Hildebrand nach ihren bisherigen Ergebnissen
Biathletin Franziska Hildebrandt
Weihnachten hat Franziska Hildebrand im heimischen Köthen gefeiert. Bildrechte: privat

Franziska Hildebrand hat in Absprache mit ihren Trainern eine Weltcup-Pause eingelegt und auf einen Start bei den Wettbewerben in Frankreich verzichtet. "Ich trainiere hart, zweimal am Tag." Rennen und Schießen. Biathlon ist noch immer ihre große Leidenschaft. "Ich mache es jeden Tag gern", sagt Hildebrand mit leuchtenden Augen.

Um den Kopf freizubekommen, hat sie zu Weihnachten die Familie in Köthen besucht. "Wir sprechen über alles – außer Biathlon". Franziska Hildebrand genießt die kurze Zeit in der Heimat, fährt dann wie früher auf ihren Rollerskiern rund um den Edderitzer See, sammelt Kraft und tankt Mut.

Hier bin ich nicht die Biathletin Hildebrand, hier bin ich Schwester, Tochter, Enkelin.

Franziska Hildebrand über ihre Zeit in der Heimat Köthen

2020 werden die Karten neu gemischt, weiß die Sportsoldatin, die bereits mehr als 220 Weltcuprennen bestritten hat und in der Gesamtwertung in den vergangenen sechs Jahren immer mindestens zu den 16 besten Biathletinnen der Welt gehörte. Die große Erfahrung könnte der Köthenerin helfen, bei der Rückkehr auf die große Bühne.

Erstes Rennen 2020 im thüringischen Oberhof

Noch im Januar stehen die Heimrennen in Oberhof und Ruhpolding an. "Da ist immer absolutes Spektakel, die Stimmung ist Wahnsinn", schwärmt die 32-jährige Frohnatur, die sich über gute Trainingsleistungen wieder für einen Einsatz im deutschen Biathlonteam anbieten möchte. "So schnell wie möglich", sagt Hildebrand und hat dabei auch den Saisonhöhepunkt im Blick.

Mitte Februar bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Antholz möchte sie nochmal angreifen. Es wäre ihre siebente Teilnahme bei interkontinentalen Meisterschaften. Eine Einzelmedaille fehlt bislang in der Titelsammlung der Köthenerin. "Natürlich ist der Traum noch da", sagt Franziska Hildebrand und hofft auf neues Glück, im neuen Jahr.

Quelle: MDR/js

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. Januar 2020 | 09:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Januar 2020, 12:57 Uhr

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