Linke Demonstranten stehen hinter einer Polizeiabsperrung am Marktplatz in Köthen und erwarten die Teilnehmer der AfD Demo auf dem Marktplatz in Köthen. (Archivbild vom 19.09.2018)
Die Polizei hat unter anderem am 19. September in Köthen Teilnehmer verschiedener Demonstrationen kontrolliert. Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Drei Monate danach 70 Ermittlungen nach Köthener Demos

Nach dem Tod eines 22-Jährigen Anfang September hatte es in Köthen zahlreiche Demonstrationen gegeben. Nun laufen 70 Ermittlungsverfahren gegen Demonstrationsteilnehmer, unter anderem wegen Sachbeschädigung, Volksverhetzung und Körperverletzung.

Linke Demonstranten stehen hinter einer Polizeiabsperrung am Marktplatz in Köthen und erwarten die Teilnehmer der AfD Demo auf dem Marktplatz in Köthen. (Archivbild vom 19.09.2018)
Die Polizei hat unter anderem am 19. September in Köthen Teilnehmer verschiedener Demonstrationen kontrolliert. Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Etwa drei Monate nach dem Tod eines 22-Jährigen in Köthen und anschließenden Demonstrationen laufen Dutzende Ermittlungsverfahren. Wie die Polizeidirektion Ost MDR SACHSEN-ANHALT bestätigte, richten sich die Ermittlungen in 70 Verfahren gegen insgesamt 78 Verdächtige. Deren Vergehen reichen von Beleidigung über Sachbeschädigung bis hin zu Volksverhetzung und Körperverletzung.

Blick auf Köthen von oben
Der Ruf von Köthen hatte unter den Ereignissen im September gelitten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Neun Personen der 78 Tatverdächtigen sind mit politisch motivierten Taten bei der Polizei bekannt – davon acht rechts- und eine linksextrem. Neun weitere Personen müssen noch ermittelt werden. Die 60 übrigen Beschuldigten sind laut Polizei bisher nicht mit politisch motivierten Straftaten erfasst worden. Die Polizei hat die Anzeigen "mit Versammlungsbezug" in Köthen am 9., 10., 16. und 29. September aufgenommen. Besonders viele Anzeigen gab es bei der letzten Veranstaltung. Deren Zahl macht fast die Hälfte aller Meldungen aus.

Tatverdächtige Afghanen bereits angeklagt

Am 8. September 2018 hatte es bei einem Spielplatz östlich der Köthener Innenstadt eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Afghanen gegeben. Der 22-jährige Markus B. soll versucht haben, sich schlichtend einzumischen. Er starb. Bereits am Tag danach fand die Obduktion statt. Die Rechtsmediziner diagnostizierten einen Herzinfarkt sowie eine schwere Vorerkrankung. Markus B. starb demnach nicht durch Tritte oder Schläge. Dennoch wurde gegen zwei tatverdächtige Afghanen wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge Anklage erhoben.

Polizisten bei einer Demonstration
Polizeieinsatz Mitte September in Köthen, um Demonstrationen abzusichern (Archivbild) Bildrechte: MDR/Jochen Müller

Noch am ersten Abend nach dem Tod hatte es einen sogenannten Trauermarsch gegeben. Rund 2.500 Menschen folgen dem Aufruf, nach Angaben des Landesverfassungsschutzes waren darunter 500 Rechtsextreme aus Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen. Es folgten weitere, auch rechte, Demonstrationen, dazu ein Bürgerfest. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hatte an allen Demo-Tagen ein Großaufgebot der Polizei auflaufen lassen. Gewalteskalationen gab es nicht, wegen zahlreicher Anzeigen richtete die Polizei jedoch die Ermittlungsgruppe "Mikro" ein. Sie hat die bereits 70 Verfahren eröffnet und steckt noch mitten in der Arbeit.

Quelle: dpa,MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. Dezember 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2018, 13:30 Uhr

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54 Kommentare

30.12.2018 13:03 Mikro 54

@38Mediator Was hat Ihr Kommentar mit dem Beitrag oben zu tun.Wieso betonen Sie etwas von einem ostdeutschen Terroristen?Ist das wieder Teil Ihrer speziellen Hetze gegen Ostdeutsche?Es geht auch nicht um Suizid von Deutschen.Lenken Sie nicht immer ab.Es geht auch nicht um Pegida.Es geht um zahlreiche Verbrechen der illegalen Ausländer die in diesem Land nichts zu suchen haben.Die hier zu erwähnen würde den Rahmen sprengen.Gut das Sie wenigstens ein paar deutsche Verbrecher aufzählen konnten.Scheint ja eine überschaubare Anzahl zu sein im Gegensatz zu den ausländischen Verbrechern.Erweitern Sie Ihren begrenzten Horizont auf der Seite Politkversagen.net.Danke MDR das Sie mit der Veröffentlichung meines Beitrages zur Erhellung des Deutschfeindlichen Mediator beigetragen haben.

30.12.2018 12:35 Benutzwer 53

29.12.2018 18:53 Mediator an Udo K (36)

alles was AfD und co vorhergesagt haben ist eingetreten.

Da können sie noch soviel versuchen zu relativieren, schönreden.

Mal sehen ob MDR den Post freischaltet. :)

30.12.2018 11:47 Benny 52

@ 3 5 Mediator deine Tatsachen kann man voll und ganz vergessen, weil diese nicht dem entsprechen hast du dies schon gemerkt selber, nein zuviel Alkohol zu Weihnachten getrunken ????