Kreisverband Anhalt-Bitterfeld stimmt zu Offiziell: Böhmermann nun SPD-Mitglied in Köthen

Der Satiriker Jan Böhmermann ist als Mitglied in den SPD-Ortsverband in Köthen aufgenommen worden. Am Dienstag hat auch der Kreisverband der Mitgliedschaft zugestimmt – und damit einen Sinneswandel vollzogen. Im Kreisvorstand der SPD in Anhalt-Bitterfeld fürchtete man eigentlich, Böhmermann könne seine Mitgliedschaft nur zu Satire-Zwecken nutzen.

Jan Böhmermann
Nun ganz offiziell SPD-Mitglied in Köthen: Jan Böhmermann (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Der Komiker Jan Böhmermann ist nun offiziell Mitglied des SPD-Ortsvereins in Köthen. Das teilte der Kreisverband der Sozialdemokraten in Anhalt-Bitterfeld am späten Dienstagabend mit. Böhmermann sei dem SPD-Ortsverein Köthen während einer Vorstandssitzung "zugeordnet" worden, hieß es in einer Mitteilung. Damit ist der vor allem aus dem Fernsehen bekannte Satiriker nun ganz regulär Mitglied der SPD.

Der SPD-Kreisvorsitzende von Anhalt-Bitterfeld Ronald Mormann.
Ronald Mormann ist Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Anhalt-Bitterfeld. Bildrechte: MDR/Karsten Kiesant

Der Vorsitzende des Kreisverbands der SPD in Anhalt-Bitterfeld, Ronald Mormann, sagte der Mitteilung zufolge, dass es innerhalb der SPD Bedenken gegen die Mitgliedschaft Böhmermanns gibt. Das habe auch mit Äußerungen des Satirikers in der Vergangenheit zu tun. Mormann weiter: "Die deutsche Sozialdemokratie hat 156 Jahre lang dafür gekämpft, dass Menschen ihre Meinung frei sagen dürfen. Aber wir sind eine Partei und keine Satireveranstaltung".

Schon im Vorfeld der Abstimmung hatte der Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Dienstagnachmittag gesagt, eine "Partei mit 156 Jahren Erfahrung" müsse Satire aushalten.

Die Nachricht von der geplanten Mitgliedschaft Böhmermanns in der Köthen-SPD war vor einigen Wochen mitten in einen Landesparteitag in Zerbst hereingeplatzt. Da hatte die SPD gerade dafür gestimmt, in Sachsen-Anhalt künftig von einer Doppelspitze geführt zu werden. Das aber rückte beinahe in den Hintergrund. Was angesichts der Mitteilung von Jan Böhmermann folgte, war reichlich Verwirrung – auch bei den Genossen selbst.

SPD in Köln hat bereits zugestimmt

Denn während der Ortsverband in Köthen mitteilte, dass man den bekannten Satiriker als Mitglied aufnehmen wolle, betonte der Kreisvorstand, dass es dafür auch die Zustimmung der SPD in Köln-Ehrenfeld brauche. Grund: Dort wohnt Böhmermann. Inzwischen haben die Kölner Genossen die Pläne Böhmermanns abgenickt. Fehlte nur noch die Zustimmung des Kreisvorstands in Anhalt-Bitterfeld.

Genau so ist es am Dienstag gekommen. Zumindest bei der Abstimmung war nichts mehr zu spüren von den anfänglichen Zweifeln der SPD in Anhalt-Bitterfeld. Wenige Wochen zuvor hatte Kreischef Ronald Mormann noch gesagt, dass er sich zwar über jeden freue, der in der SPD mitarbeiten wolle; er sagte damals aber auch: "Wir sind eine Partei und keine Satire-Veranstaltung."

Hauptgrund für Böhmermanns Eintritt in die SPD war das Rennen um den Vorsitz der ältesten deutschen Partei. Der 38-Jährige hatte vor einigen Wochen in seiner ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale" bekannt gegeben, SPD-Vorsitzender werden zu wollen. Dieses Vorhaben scheiterte allerdings, weil Böhmermann die Bewerbungsfrist nicht einhielt. SPD-Mitglied wollte er dennoch werden – und ist es nun auch ganz offiziell.

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Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. Oktober 2019 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2019, 21:59 Uhr

37 Kommentare

Bernd L. vor 1 Wochen

Gerd Müller, "Nazi", "StarSatiriker", "Deppen"- ich hoffe mal, dass war als Satire gemeint. Selenskyj ist klug.-
Wir wäre es mit Dieter Bohlen oder Naddel in der SPD?

Sachse44 vor 2 Wochen

Ein weiterer Narr in einer fallenden Partei der Populisten, die nichts, aber auch rein gar nichts auf die Reihe bekommen haben- absolut. Da gehört der BRD Hofnarr hin!

L.E. vor 2 Wochen

Ich finde das lustig...
Nach Hundedame Genossin Lima nun Genosse Böhmermann.. ;-)
Was darf die geneigte Wählerschaft noch erwarten?
Demnächst bittet Seehofer um Aufnahme in die Linkspartei?

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