Zeichen für eine friedliche Stadt Bunter Marktplatz in Köthen

In Köthen soll am Samstag der Marktplatz mit Kreide bunt bemalt werden. So soll ein Zeichen für Frieden und Toleranz gesetzt werden. Das hat die Stadt Köthen gemeinsam mit der Evangelischen Landeskirche angekündigt. Anlass ist, dass rechte Gruppen nach dem Tod eines 22-jährigen Mannes für Sonntag wieder zu Demonstrationen aufgerufen haben.

Bemalte Postkarten liegen auf dem Boden.
Der Marktplatz von Köthen soll am Samstag bunt werden. Bildrechte: Stadt Köthen

Die Stadt Köthen will am Samstag ein "buntes Zeichen für eine friedliche Stadt" setzen. Gemeinsam mit Kirchengemeinden, Vereinen, Initiativen und weiteren Vertretern der Stadtgesellschaft soll der Marktplatz mit Kreide bunt bemalt werden. Das teilten die Stadt und die Evangelische Landeskirche mit.

Vor dem Eingang der Jakobskirche will ein Künstler mit Kreide eine große Kerze aufmalen, umrahmt von einer Blume und einer Friedenstaube. Von 13 Uhr bis 17 Uhr sind alle aufgerufen, den Marktplatz bunt zu bemalen. Außerdem sind am Wochenende wieder Friedensgebete geplant.

Demos für Sonntag geplant

Anlass für die Aktion ist ein für Sonntag angekündigter Aufzug rechtsgerichteter Gruppierungen. Eine Polizeisprecherin bestätigte am Donnerstag die Anmeldung eines auswärtigen Vereins für einen Protestzug mit Kundgebung in der Köthener Innenstadt. Zu erwarteten Teilnehmerzahlen wollte sie sich nicht äußern. Mehrere Bündnisse gegen Rechts kündigten Gegendemostrationen an.

Offiziell mobilisiert der rechtsgerichtete, brandenburgische Verein "Zukunft Heimat" gemeinsam mit dem Dresdner Pegida-Bündnis, der rechtsextremen Plattform "Ein Prozent" und AfD-Politikern. Der AfD-Kreischef von Anhalt-Bitterfeld, Daniel Roi, rief dazu auf, das Bündnis zu unterstützen. Der brandenburgische Verfassungsschutz sieht nach Angaben des Potsdamer Innenministerium bei dem Verein "Zukunft Heimat" Überschneidungen mit der rechtsextremistischen "Identitären Bewegung".

Köthen im Fokus der Öffentlichkeit

Das Bach-Denkmal in Köthen
In Köthen sind am Wochenende mehrere Veranstaltungen geplant. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

Rechtsextremismus-Experte David Begrich vom Miteinander e.V. in Magdeburg sagte, bei der Veranstaltung gehe es offenkundig nicht mehr um die Bekundung von Beileid oder Trauer. "Köthen ist für diese Akteure zu einer Chiffre oder zu einer politischen Plattform geworden, die sie jetzt für sich nutzen", sagte Begrich.

Vergangenen Sonntag war ein 22-Jahre alter Deutscher nach einer Auseinandersetzung mit zwei Afghanen an einem Herzinfarkt gestorben. Gegen die Verdächtigen wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Nach dem Fall gab es bereits am vergangenen Sonntag und Montag sogenannte Trauermärsche und Gegenprotest in der Stadt.

Zeichen der Solidarität

Mann unterschreibt auf dem Stadtwappen von Köthen.
Dessau-Roßlau unterstützt Zivilgesellschaft in Köthen Bildrechte: Verein Jugendclub 83 e. V.

Bereits am Donnerstag formierte sich unter Beteiligung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, der Stadt Dessau-Roßlau und der Stadt Bitterfeld-Wolfen eine "Gemeinsame Demokratiekonferenz", die der Stadt Köthen Unterstützung zusicherte. Man wolle so allen Kräften der Zivilgesellschaft beispringen, die "Hass, Ausländerfeindlichkeit und nationalistischer Menschenverachtung" entgegentreten, hieß es in einer Mitteilung. Symbolisch wurde für diese Botschaft am Donnerstag ein Wappen der Stadt Köthen in vielfarbigen Namen von allen Teilnehmenden der Konferenz unterzeichnet.

Quelle: MDR/ahr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - das Radio wie wir | 14. September 2018 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2018, 10:28 Uhr

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20 Kommentare

15.09.2018 20:07 Eulenspiegel 20

Hier wird ein Zeichen für Frieden und Toleranz gesetzt. Ja und die rechtsradikalen Kriegstreiber keifen ohne Ende. Ich denk Köthen hat gute Chancen ein positives Beispiel für Frieden und Toleranz zu werden. Sie müssen es nur wollen. Und das diese rechtsradikalen Kriegstreiber einen jungen Mann, der leider an einem Herzinfarkt gestorben ist, hier missbrauchen und als großes Opfer hinstellen wollen das man rächen muss. Das zeigt doch wie falsch und verlogen sie sind. Und das zeigt auch das diese rechtsradikalen Kriegstreiber nur Hass und Zwietracht sähen wollen. Wir, die geschichtsbewussten Bürger, haben aus der Nazidiktatur gelernt. Wir wollen keinen Krieg mehr. Wir wollen eine bunte Welt mit Tolerants und Frieden. Da könnt ihr so viel keifen wie ihr wollt.

14.09.2018 21:42 Fakt 19

@ Benutzer, #16 / #18

Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass Sie nichts, aber auch gar nichts verstehen? Es geht hier nicht um die selbstverständlich zu verurteilende Tat, es geht darum, gegen braunen Sumpf und dumpfes, rechtes Gedankengut Flagge zu zeigen. Gegen Rechtspopulisten, Rechtsradikale und Rechtsextreme, die eben diese Tat für ihr krudes, rückwärtsgewandtes Weltbild instrumentalisieren, was bei vielen im Osten offensichtlich auf fruchtbaren Boden stößt.

14.09.2018 20:57 Benutzer 18

"Rechtsextremismus-Experte David Begrich vom Miteinander e.V. in Magdeburg"

der MDR weiß schon das Miteinander mit der Antifa zusammenarbeitet.

Und wie wird man den genau "Rechtsextremismus-Experte" ? lieber MDR?

"friedliche Stadt" wo waren den die ganzen Akteure als der vorbestrafte Flüchtling Straftaten beging?