Köthen Hochschule warnt Studenten vor Demo

"Wir bitten um Vorsicht": Die Hochschule Anhalt hat Studierenden geraten, am Sonntag Demonstrationen in Köthen "großzügig zu meiden". Als Grund dafür sind potenziell gefährliche Demonstrationen genannt worden.

Die Hochschule Anhalt hat Studenten geraten, Demonstrationen in Köthen am Sonntag "großzügig zu meiden". In einer Mitteilung, die die Hochschule auf ihrer Webseite veröffentlicht hat, heißt es, in der Stadt würden "potenziell gefährliche Demonstrationen" stattfinden. Die Hochschulleitung empfehle, betroffene Straßen von 14 Uhr bis 23 Uhr zu meiden. Die Hochschule hat eine Hotline eingerichtet, die Sonnabend und Sonntag unter 03496 67 67 89 zu erreichen ist.

Nach Angaben des Statistischen Landesamts studierten im Wintersemester 2017/2018 an der Hochschule Anhalt mit ihren drei Standorten Bernburg, Dessau und Köthen knapp 2.000 ausländische Studierende.

Stahlknecht: "Zeichen setzen, dass man die nicht sehen will"

Hintergrund der Warnung ist eine Demonstration, zu der für Sonntagnachmittag mehrere rechte und teilweise rechtsextreme Gruppen aufgerufen haben, darunter der brandenburgische Verein "Zukunft Heimat", Pegida, das Magazin Compact und das rechte Kampagnennetzwerk "Ein Prozent". Auch AfD-Mitglieder und -Politiker teilten den Demonstrationsaufruf.

Rechter Trauermarsch nach Tod eines 22-jährigen in Köthen.
Nach dem Tod des 22-Jährigen hatten sich in Köthen viele rechtsgerichte Demonstranten vesammelt. Bildrechte: IMAGO

Innenminister Holger Stahlknecht sagte in einem Interview der Mitteldeutschen Zeitung, dass er den Bürgern in Köthen empfehle, zu Hause zu bleiben und die Rollläden zuzumachen. "Nicht, weil wir die Sicherheit nicht gewährleisten können, sondern um ein Zeichen zu setzen, dass man die nicht sehen will."

Zu Protesten dagegen hat ein Bündnis aus Initiativen, unter anderem "Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage", "Bündnis Dessau Nazifrei" und "Bündnis Querfurt für Weltoffenheit" unter dem Motto "Den extremen Rechten entgegentreten – für eine offene und plurale Gesellschaft" aufgerufen.

Friedensgebet in der Jakobskirche

Außerdem wird am Sonntag 14 Uhr zu einem Friedensgebet in die Köthener St.-Jakobskirche eingeladen.

Am Sonnabendnachmittag hatten die Evangelische Kirche, Vereine und Initiativen als Reaktion zu den angekündigten rechten Demonstration zu einer Friedensaktion auf den Markt eingeladen. Hier wurde als sichtbares Zeichen der Marktplatz mit Friedenssymbolen bunt bemalt.

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 15. September 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. November 2019, 14:13 Uhr

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27 Kommentare

17.09.2018 17:08 Eulenspiegel 27

Hallo Kampfgetöse 26
Schön das es nicht zu solchen Hetzjagden und Prügelszenen gegen nicht Deutsch aussehende Mitbürger gekommen ist. Das Wusste die Hochschulleitung aber nicht vorher.
Ich denke in solchen Zeiten wo nicht Deutsch aussehende Gefahr laufen in bestimmten Situationen von der Nazis durch die Stadt gejagt und verprügelt zu werden hat eine Hochschule eine gewisse Fürsorgepflicht ihren Ausländischen Studenten gegenüber.

17.09.2018 13:08 Kampfgetöse 26

Aber Herr@Eulenspiegel , wo laufen Sie denn . . . ?"

Wurden denn in Köthen solche Hetzjagden, von denen Sie zu berichten wissen, veranstaltet?
Hat die anonym argierende "Antfa Org-Zeckenbiss" erneut solche Bilder ins Internet gestellt ?

Auch solche Unterstellungen verzerren das Gesamtbild , schüren den Prozeß und steigern den Konflikt.
Friedensstifter sind das ganz bestimmt nicht, die mit solchen Verschwörungstheorien agieren.

17.09.2018 11:57 Eulenspiegel 25

„Die Hochschulleitung empfiehlt Ihnen in der Zeit von 14:00 Uhr bis 23:00 Uhr großzügig Straßenbereiche zu meiden, die während der Demonstrationen durchlaufen werden.“
Ich denke angesichts der Tatsache das es an der Hochschule eine große Zahl von ausländischen Studenten gibt und die Nazis sehr gerne nicht Deutsch aussehende Personen jagen, verprügeln und in den fließenden Verkehr treiben hat diese Empfehlung durchaus ihren Sinn. Da geht es ausschließlich um den Selbstschutz.

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