Nahaufnahme: Einwurf eines Stimmzettels
Kreuzchen machen zur Kommunalwahl? Daraus wird diesen Mai in Glauzig im Landkreis Anhalt-Bitterfeld nichts. Die Wahl wurde vorerst abgesagt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Kommunalwahlen 2019 Keine Kandidaten: Wahl des Ortschaftsrats in Glauzig abgesagt

Es sind noch rund zwei Monate, dann wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Am 26. Mai steht ein Superwahlsonntag auf dem Plan: Neben den Kommunalwahlen sind dann nämlich auch Europawahlen. Die Wahlberechtigten müssen also viele Kreuze machen – in Glauzig im Landkreis Anhalt-Bitterfeld fällt die Wahl des Ortschaftsrats allerdings vorerst flach. Es gibt keine Kandidaten.

Nahaufnahme: Einwurf eines Stimmzettels
Kreuzchen machen zur Kommunalwahl? Daraus wird diesen Mai in Glauzig im Landkreis Anhalt-Bitterfeld nichts. Die Wahl wurde vorerst abgesagt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In ganz Sachsen-Anhalt werden Ende Mai die Ortschaftsräte, Gemeindeparlamente und Stadträte neu gewählt – fast in ganz Sachsen-Anhalt.

In Glauzig bei Köthen nämlich wird es am 26. Mai keine Wahl des Ortschaftsrats geben. Der Grund ist schnell erzählt, macht die Angelegenheit aber nicht weniger problematisch: Für die Neuwahl des Ortschaftsrats haben sich schlicht keine Bewerber gemeldet. Das hat Wahlleiterin Rita Wagner mitgeteilt. Wagner sagte MDR SACHSEN-ANHALT, einen solchen Fall habe sie noch nicht erlebt.

Für die Menschen in Glauzig bedeutet das: Sie haben ab Juli dieses Jahres keinen Ortschaftsrat mehr. Was im Dorf entschieden werden muss, wird dann auch weiterhin entschieden – allerdings vom Stadtrat der Stadt Südliches Anhalt. Das betrifft zum Beispiel die Frage, welche Grundstücke verkauft werden. Es betrifft mögliche Änderungen bei der Friedhofssatzung oder aber die Frage, wie das Dorfgemeinschaftshaus gestaltet wird. Kurzum: Es betrifft all das, was in einem Dorf eben entschieden werden muss.

Neue Wahl innerhalb von vier Monaten

Das Kommunalverfassungsgesetz des Landes sieht vor, dass nun innerhalb von vier Monaten eine neue Wahl angesetzt werden muss. Wenn sich dann wieder niemand oder zu wenige Kandidaten melden – es müssen fünf sein –, dann wird nach Angaben von Wahlleiterin Wagner ein Ortsvorsteher bestimmt, der sich freiwillig für das Amt meldet. Der oder die muss vom Stadtrat bestätigt werden.

Rita Wagner hofft allerdings, dass es soweit nicht kommt. "Hoffentlich finden sich noch Kandidaten", sagt sie. Vielleicht denke der eine oder andere in dem 395-Seelen-Dorf noch einmal über eine Kandidatur nach.

In Glauzig selbst scheint die Situation nur wenige Menschen zu überraschen. Bei einer Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT sagte eine Frau, im Dorf gebe es viele Arbeitslose und viele alte Menschen. "Glauzig ist sowieso ein eigenartiges Dörfchen, da macht jeder seins." Ob sich dann wenigstens zur zweiten Wahl genügend Kandidaten finden? "Glaube ich nicht", meint die Anwohnerin. Andere Menschen äußern sich ähnlich.

Ob es in Sachsen-Anhalt ähnliche Fälle wie den von Glauzig gibt, konnte die Landeswahlleiterin noch nicht beantworten. Es gebe noch keine landesweite Übersicht, hieß es auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT. Die Wahlausschüsse prüfen demnach bis Ende dieser Woche, wie viele Kandidaten sich wo beworben haben. Erst dann sei eine Aussage über mögliche weitere Wahlausfälle möglich.

Bei der Kommunalwahl am 26. Mai treten 15 Parteien an. Neben der Kommunalwahl sind die Sachsen-Anhalter dann auch aufgerufen, das Europaparlament zu wählen.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. März 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 19:26 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

5 Kommentare

27.03.2019 15:21 Ricarda 5

Wird der Ort nun von Köthen oder Halle verwaltet?Forum gegen Rechts sollte nicht nur in Chemnitz, sondern ganz Sachsen, Mitteldeutschland und vllt. ganz Deutschland oder Europa aktiviert werden und der sich ausbreitenden Gefahr allen verdeutlicht werden.

26.03.2019 17:50 Wo ist das Lobbyregister? 4

@26.03.2019 12:48 Rolfi

(Wozu einen Ortschaftsrat ? Dieser hat ohnehin nur beratende Aufgaben, Entscheidungen fallen ausschließlich im Stadtrat. Wer sich in den Ortschaftsrat wählen lässt, verhilft den Stadtoberen zu einem demokratischen Feigenblatt, mehr nicht.)

Nur, wenn er sich dazu instrumentalisieren lässt. Aber das ist genau das Problem im "Osten": Das argumentative Führen und Aushalten von Konflikten geht ja gar nicht. Was wird denn da das Kollektiv sagen! Und schliesslich ist für die "Versorgung" die Partei zuständig! Welche? Egal - Hauptsache, ich merke nichts davon.

26.03.2019 12:48 Rolfi 3

Wozu einen Ortschaftsrat ? Dieser hat ohnehin nur beratende Aufgaben, Entscheidungen fallen ausschließlich im Stadtrat. Wer sich in den Ortschaftsrat wählen lässt, verhilft den Stadtoberen zu einem demokratischen Feigenblatt, mehr nicht.