Folgen der Pandemie Corona lässt den Müllberg wachsen

Weil die Menschen wegen der Corona-Pandemie mehr zuhause sind, produzieren sie auch mehr Müll. Das merken auch die Müllentsorger in Anhalt und Wittenberg. Teilweise steigen deswegen nun die Gebühren.

Elektroschrott
Im zweiten Shutdown gibt es mehr Elektroschrott. Bildrechte: imago images/Daniel Schäfer

Durch die Corona-Pandemie gibt es mehr Müll. Das merken alle Müllentsorger in Sachsen-Anhalt. Auf den Deponien und den Recyclinghöfen im Land war noch nie so viel los wie im vergangenen Jahr. Vom Landkreis Wittenberg hieß es, dass es vor allem im ersten Shutdown mehr Sperrmüll gegeben hat. Weil die Menschen zuhause und die Baumärkte geöffnet waren, hätten viele Menschen umgebaut oder Keller und Dachboden entrümpelt. Der Müll landete am Ende auf der Deponie. Im zweiten Shutdown sei das Phänomen nicht mehr zu beobachten.

Die Menge an Hausmüll ist nicht gestiegen. Was aber dagegen auffällt: Es gibt deutlich mehr Elektroschrott. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sind die Annahmestellen nach eigenen Angaben regelrecht geflutet worden mit alten Fernsehgeräten, Mikrowellen oder Kühlschränken. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 30 Prozent mehr alte Elektrogeräte abgegeben als noch 2019. Offenbar wurde das gesparte Urlaubsgeld für neue Technik ausgegeben.

Mehr Biomüll, weil mehr zuhause gekocht wird

Eine Hand greift in eine Biomülltonne, in der eine Plastiktüte liegt
Weil mehr zuhause gekocht wird, gibt es mehr Biomüll. Bildrechte: imago images/KS-Images.de

Und noch etwas fällt auf: Seit Beginn der Corona-Pandemie gibt es mehr Biomüll. Die Entsorger vermuten, dass das auch mit Home-Office und Kurzarbeit zusammenhängt, weil mehr zuhause gekocht wird.

Der Landkreis Wittenberg rechnet damit, dass er mehr als eine halbe Million Euro Zusatzkosten hat. Das liegt an der Corona-Pandemie, aber auch an der Lkw-Maut und der CO2-Abgabe. Deswegen werden wohl bald die Gebühren erhöht. Im Kreis Anhalt-Bitterfeld ist das vorerst nicht geplant.

Im Sommer mehr Altglas und Leichtverpackungen

In Magdeburg war das Müllaufkommen auch im Sommer höher als sonst. Wie die Stadt MDR SACHSEN-ANHALT erklärt hat, gab es 180 Tonnen mehr Müll sogenannter Leichtverpackungen. Es wurden 190 Tonnen mehr Altglas entsorgt. Die Stadt führte das vor allem auf die vielen Außer-Haus-Verkäufe in der Gastronomie zurück.

Keine nennenswerten Unterschiede gab es damals beim Bio- und beim Restmüll in der Landeshauptstadt. Die Entsorger in Anhalt und Wittenberg melden aktuell auch keinen Anstieg beim Restmüll.

Der Corona-Newsletter für Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen

In unserem Update zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fassen wir für Sie zusammen was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird – montags bis freitags um 20 Uhr per Mail in Ihr Postfach. Hier geht es zur Anmeldung.

Grafik: Der Corona-Daten-Update Newsletter
Bildrechte: MDR | Grafik Florian Leue/Martin Paul

Quelle: MDR/kö

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 14. Januar 2021 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

W.Merseburger Gestern

Die im obigen Bild gezeigten Elektronikteile sind allerdings kein Müll, sondern wertvolle Rohstoffe. Das Ansteigen des Elektronikschrotts ist somit kein Nachteil und nicht tragisch. Deswegen eine Erhöhung der Abfallgebühren zu erwägen ist schon abenteuerlich, entspricht aber unserer Denkweise nach mehr Gewinn.

Mehr aus Anhalt, Dessau-Roßlau und Landkreis Wittenberg

Mehr aus Sachsen-Anhalt