Nach Tod eines 22-Jährigen Eindrücke vom Montagabend in Köthen

Nach dem Tod eines 22-Jährigen kam Köthen am Montag nicht zur Ruhe. Mehrere hundert Menschen waren der AfD zu einer Kundgebung gefolgt. Zuvor hatte es ein Friedensgebet in der Kirche gegeben.

Polizeiwagen an der St. Jakobikirche in Köthen
Etwa 500 Menschen haben am Montagabend erneut in Köthen demonstriert, sie liefen vom Marktplatz bis zum Spielplatz, wo Markus B. zu Tode gekommen war. Alles blieb hierbei ruhig. Aufgerufen dazu hatte die AfD. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Polizeiwagen an der St. Jakobikirche in Köthen
Etwa 500 Menschen haben am Montagabend erneut in Köthen demonstriert, sie liefen vom Marktplatz bis zum Spielplatz, wo Markus B. zu Tode gekommen war. Alles blieb hierbei ruhig. Aufgerufen dazu hatte die AfD. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Daniel Roi, AfD
Am Marktplatz hatte es zunächst eine Kundgebung gegeben: Der AfD-Kreisvorsitzende aus Anhalt-Bitterfeld, Daniel Roi, hat in einer Rede das Obduktionsergebnis angezweifelt und Klarheit von den Ermittlungsbehörden gefordert. Der AfD zufolge sollte es keine politische Veranstaltung werden, doch ganz außen vor blieb die Politik nicht. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Menschen legen am Montagabend in Köthen Blumen für den verstorbenen 22-Jährigen nieder.
Bis zum Spielplatz waren die Demonstranten schweigend durch die Stadt gezogen. Vertreter der AfD legten dort einen Kranz nieder, es wurden Kerzen angezündet. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Bernd Hauschild (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Köthen (Anhalt)
Der Oberbürgermeister der Stadt Köthen, Bernd Hauschild, hat zur Besonnenheit aufgerufen. Am Montagabend fand ein Bürgerdialog im Rathaus statt. Daran beteiligten sich Bürger, Stadträte, das Bündnis gegen Rechts und Kirchenvertreter. Etwa 50 Menschen kamen zusammen. Bildrechte: dpa
Demonstranten ziehen durch Köthen
Bei dem Treffen sind zunächst die Ereignisse der vergangenen Tage ausgewertet worden. Es ging dabei auch darum, dass am Sonntag viele auswärtige Anhänger der rechten Szene nach Köthen gekommen seien. Rechte Gruppierungen hatten zu einem sogenannten Trauermarsch durch die Stadt aufgerufen, an dem 2.500 Menschen teilnahmen. Laut Innenminister Stahlknecht waren darunter bis zu 500 Rechte. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich
Ein Menschenzug in der Innenstadt
Beim Bürgerdialog im Köthener Rathaus (Gebäude in der Mitte) war man sich einig, keine eigenen Kundgebungen oder Demonstrationen organisieren zu wollen. "Wachsam zurückhaltend" wolle man bleiben. Die evangelische St. Jakobskirche in Köthen bietet den Bürgern und allen Trauernden täglich ab 17 Uhr mit kleinen Andachten einen Raum, um des Toten zu gedenken. Bei der Kollekte soll Geld für die Familie des toten 22-Jährigen gesammelt werden. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Kerzen brennen in der Kirche in Köthen im Andenken an Markus B..
Bereits an diesem Montag gab es um 17 Uhr eine Trauerandacht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Am Montag wurde in der Jakobskirche in Köthen eine Trauerandacht abgehalten.
Die Menschen reihten sich in die Schlange ein, um Kerzen anzuzünden. Zu der Andacht waren auch politische Vertreter gekommen, darunter der Ministerpräsident. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Drei abgebrannte Autos stehen auf einem Parkplatz in Köthen, davor Löschschaum.
Am Montagabend brannten auf dem Parkplatz der Köthener Badewelt außerdem fünf Fahrzeuge. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll es aber keinen Zusammenhang mit den Demonstrationen geben.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11.09.2018 | 07:10 Uhr

Quelle: MDR/mh
Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau
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