Außenansicht Helios Klinikum in Zerbst
Die Helios-Klinik in Zerbst wird künftig ohne Entbindungsstation sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fachkräftemangel Aus für Zerbster Geburtenstation

Keine Geburten mehr im Krankenhaus von Zerbst: Am Sonntag schließt dort die Entbindungsstation. Begründung: Es fehlen Fachkräfte. Schwangere müssen auf umliegende Kliniken ausweichen.

Außenansicht Helios Klinikum in Zerbst
Die Helios-Klinik in Zerbst wird künftig ohne Entbindungsstation sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Zerbst ist am Mittwoch das Hebammen- und Ärzteteam der Entbindungsstation am Helios-Klinikum verabschiedet worden. Ab Sonntag wird es in dem Krankenhaus keine Geburten mehr geben. Die Klinik begründet die Schließung mit fehlenden Fachkräften. Man habe trotz intensiver Suche kein Personal gefunden. Dabei waren in den Umbau der Zerbster Kreissäle und Stationen erst vor zwei Jahren 1,7 Millionen Euro investiert worden.

Andreas Dittmann, Bürgermeister von Zerbst
Andreas Dittmann Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bitter, dass es künftig keine geborenen Zerbster mehr gibt.

Andreas Dittmann, Bürgermeister von Zerbst/Anhalt

Protest der Zerbster ohne Wirkung

Zerbst: Demo gegen Schließung der Geburtsstation
Am Mittwoch gingen in Zerbst etwa 50 Menschen gegen die Schließung der Geburtsstation auf die Straße. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Schwangere müssen künftig nach Burg oder Köthen ausweichen. Bei vielen Menschen in Zerbst stößt dies auf Unverständnis. Etwa 1.600 Mal wurde eine Online Petition gegen die Schließung bis zum Mittwoch unterschrieben. Am Mittwoch demonstrierten in der Stadt noch einmal etwa 50 Menschen gegen die Schließung der Geburtenstation.

Zerbsts Bürgermeister Andreas Dittmann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er habe erst vor einer guten Woche von den Schließungsplänen erfahren. Er sprach von einem Einschnitt für die Stadt. Ein Gespräch mit der Geschäftsführung am Mittwoch habe ergeben, dass die Entscheidung endgültig sei. Laut Dittmann gibt es seitens des Helios-Konzerns aber ein klares Bekenntnis zum Standort Zerbst. Es gebe keine Überlegungen, die Klinik zu schließen, so das Stadtoberhaupt.

Geburtenstationen in Sachsen-Anhalt und Umgebung

Quelle: MDR/ap

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27. Juni 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2018, 17:37 Uhr

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1 Kommentar

28.06.2018 07:12 Basil Disco 1

Das kommt eben dabei heraus, wenn man lebenswichtige Einrichtungen in die Hände profitorientierter Unternehmen gibt. Sowas passiert landauf, landab, und immer jammern dann Lokalpolitiker herum, die bei den Privatisierungsbeschlüssen kräftig mitgemischt haben.