Polizisten in Köthen
Mehrere Gruppen haben für Sonntagabend zu Demonstrationen aufgerufen, die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Bildrechte: MDR/Karsten Kiesant

Ergebnis der Obduktion Todesursache in Köthen war Herzversagen – Haftbefehle erlassen

Nach dem Tod eines jungen Mannes in Köthen steht die medizinische Ursache fest: Es handelt sich um akutes Herzversagen. Gegen zwei tatverdächtige Afghanen wurden Haftbefehle erlassen, gegen einen von ihn wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge.

Polizisten in Köthen
Mehrere Gruppen haben für Sonntagabend zu Demonstrationen aufgerufen, die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Bildrechte: MDR/Karsten Kiesant

Nach dem Tod eines jungen Mannes in Köthen steht die Ursache fest. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Dessau am Sonntagabend bestätigten, handelt es sich um akutes Herzversagen. Dies habe die Staatsanwaltschaft mündlich mitgeteilt.

In der Pressemitteilung heißt es, "das akute Herzversagen stehe nicht im direkten kausalen Zusammenhang mit den erlittenen Verletzungen".

Zunächst war angenommen worden, dass der junge Mann durch Verletzungen bei der Auseinandersetzung mit zwei Flüchtlingen aus Afghanistan ums Leben gekommen war.

Tod eines 22-Jährigen Trauer und Bestürzung in Köthen

Trauer und Bestürzung in Köthen: Nach dem Tod eines 22-Jährigen ist in der Stadt am Sonntag vieles anders, als gewöhnlich. Viele Menschen gedenken mit Blumen und Kerzen des Toten.

Spielplatz in Köthen, im Hintergrund Kerzen
Auf diesem Spielplatz am Karlsplatz in Köthen soll es in der Nacht zu Sonntag zur tödlichen Auseinandersetzung gekommen sein. Dabei starb ein 22-jähriger Deutscher. Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau
Spielplatz in Köthen, im Hintergrund Kerzen
Auf diesem Spielplatz am Karlsplatz in Köthen soll es in der Nacht zu Sonntag zur tödlichen Auseinandersetzung gekommen sein. Dabei starb ein 22-jähriger Deutscher. Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau
Blumen und Kerzen stehen an einem Baum auf einem Spielplatz.
Zwei junge Männer aus Afghanistan wurden festgenommen. Gegen sie wurde zunächst wegen des Anfangsverdachtes eines Tötungsdelikts ermittelt. Stunden später wurden die Ermittlungen abgeschwächt, nachdem sich als Todesursache Herzversagen herausgestellt hatte. Bildrechte: dpa
Männer legen auf einem Spielplatz Kerzen nieder
Landrat Uwe Schulze und Köthens Oberbürgermeister Bernd Hauschild haben am Mittag Blumen am Tatort niederlegt, um des Opfers zu gedenken. Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau
Blumen und Kerzen stehen an einem Baum auf einem Spielplatz.
Auch andere Menschen legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Bildrechte: dpa
Mehrere Menschen stehen in Köthen auf einem Spielplatz und hören den Worten eines Pfarrers zu.
Kreisoberpfarrer Lothar Scholz mahnte die Menschen in Köthen zur Besonnenheit. Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau
Polizisten in Köthen
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Polizisten in Köthen, im Hintergrund weitere Menschen
Auf den Straßen von Köthen sind viele Menschen unterwegs. Bildrechte: TNN/MDR
Das Ortseingangschild von Köthen
In der Kreisstadt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld leben knapp 30.000 Menschen. Bildrechte: dpa
Menschen sitzen bei einem Gottesdienst in einer Kirche.
Die Landeskirche Anhalt hat am Sonntagnachmittag zu einer Trauerandacht geladen. Bildrechte: MDR/André Damm
Aufnahme einer Kirche, in der sich mehrere Hundert Menschen zu einer Andacht versammelt haben.
Rund 300 Menschen kamen. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich
Ein Pfarrer spricht in einer Kirche.
Kirchenpräsident Joachim Liebig rief zur Umsicht auf. Die Kirche sammelt Spenden für die Familie des Opfers. Bildrechte: MDR/André Damm
Polizisten stehen mit ihren Fahrzeugen am Bahnhof in Köthen.
Unterdessen bereitet die Polizei sich wegen zweier angemeldeter Demonstrationen auf einen Großeinsatz vor.
Bildrechte: dpa
Demonstration der Rechten in Köthen
Am Sonntagabend versammelten sich dann etwa 1.000 Menschen zu einer Demonstration, zu der rechte Gruppen aufgerufen hatten. Bildrechte: MDR/Karsten Kiesant
Polizisten in Köthen
Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 09.09.2018 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09.09.2018 | seit 12 Uhr

Quelle: MDR/ld,cw
Bildrechte: MDR/Karsten Kiesant
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Haftbefehle erlassen

Gegen die beiden Verdächtigen wurde Haftbefehl erlassen. Das teilten die Staatsanwaltschaft in Dessau-Roßlau und die Polizei mit. Gegen die beiden Afghanen werde wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Sie seien in eine Justizvollzugsanstalt gebracht worden.

Ein Verdächtiger sollte abgeschoben werden

Wie der Landrat des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, Uwe Schulze (CDU), MDR SACHSEN-ANHALT sagte, handelt es sich bei den zwei Tatverdächtigen um Flüchtlinge. Einer sei als Flüchtling anerkannt, der andere habe abgeschoben werden sollen. Die Staatsanwaltschaft ermittele aber noch gegen ihn. Warum, dazu konnte Schulze keine Angaben machen.

Köthens Oberbürgermeister Bernd Hauschild (SPD) sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Sonntagmittag, er sei betroffen und sprachlos. Er kenne noch nicht alle Umstände der Tat. "Dass etwas geschehen ist, ist aber schlimm genug." Hauschild erklärte, er setze auf die Besonnenheit der Menschen in Köthen.

Quelle: MDR,dpa/ru,ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 09. September 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. September 2018, 12:35 Uhr

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157 Kommentare

12.09.2018 12:25 Eulenspiegel 157

Hallo der_Silvio 153
„Allein die Erklärung mit dem Herzinfarkt um Berufsverkehr ist verachtend gegenüber dem Opfer und den Hinterbliebenen.“
Sie behaupten also diese Möglichkeit gibt es nicht. Dann legen sie mal ihre Beweise vor.
Weiter zitiere ich den Eulenspiegel:
„Also ich plädiere hier gegen eine Vorverurteilung. Ich plädiere hier dafür das zunächst erst ein mal der genaue Geschehensablauf und die Todesursache geklärt werden muss bevor man urteilt. Was ist da so schlimm daran??“
Ich denk genau das ist der Punkt. Sie kommen mit hier Vorverurteilung und ihrer Hetze nicht weiter.
Fangen sie doch einfach mal an sich an der Realität zu orientieren.

12.09.2018 12:09 Täterschutz 156

@ 154 Bing fragt "warum hat man die zwei Asylbewerber dann verhaftet ??? "

Das Opfer kann man nicht mehr schützen - nun gilt es den Täter zu schützen. . . .
Demnächst wird dieser auf freiem Fuß gesetzt werden, da er ja laut Medien- und Politikerdarstellung, keinen Menschen getötet hat . Was glauben denn die Menschen, wenn dieser wieder in seiner wohlbehütetenden neuen Heimat in Köthen auftaucht, was auf Grund einer möglichen Vaterschaft, gar nicht so abwägig ist. Vermutlich wird er dort dann eine Familie gründen wollen. . . . .den Rest muß sich jeder selbst ausmalen.

12.09.2018 08:50 Dreißiger 155

@140 Eulenspiegel, Beweise? Dann lesen Sie sich einfach Ihre Kommentare durch, das reicht.
Ich bin ganz bei @147 Emil. Er hat absolut recht.