Nach Tier-Skandal Wie weiter mit dem Schweinehochhaus?

Die Zukunft des leer stehenden Schweinehochhauses in Maasdorf ist weiter ungewiss. Der Betreiber hüllt sich in Stillschweigen, und auch der Landrat kennt keine Pläne. Tierschützer hatten 2018 mit Videoaufnahmen auf die Missstände in der Zuchtanlage bei Köthen aufmerksam gemacht.

Wie es mit dem leer stehenden Schweinehochhaus in Maasdorf bei Köthen weitergeht, ist weiter unklar. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT ist offen, was der Betreiber künftig mit dem Haus vorhat. Das Unternehmen hüllt sich in Stillschweigen. Das bestätigte auch der Vize-Landrat von Anhalt-Bitterfeld, Bernhard Böddeker: Er wisse nicht, ob das Schweinehochhaus modernisiert werden soll oder weiter leer stehen werde.

Klar ist, wenn der Betreiber das Schweinehochhaus wieder in Betrieb nehmen will, wird er umfangreiche Bauarbeiten vornehmen müssen. Ob er das tut, wissen wir aber nicht. Es liegt kein Antrag vor, und wir haben auch sonst keine Informationen darüber.

Bernhard Böddeker, Vize-Landrat von Anhalt-Bitterfeld

Tierschützer decken Missstände auf

Nach jahrelangen Recherchen hatte das Deutsche Tierschutzbüro im Frühjahr 2018 die Zustände in der sechsstöckigen Zuchtanlage in Maasdorf öffentlich gemacht. Die Tierschützer hatten 500 Stunden Videomaterial gesammelt. Szenen daraus zeigen Ferkel und Sauen, die erschlagen, getreten und misshandelt werden.

Nach der Veröffentlichung des Materials wuchs der Druck auf den Betreiber. Der Tierschutzbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt schlug Alarm, und das deutsche Tierschutzbüro stellte Strafanzeige. Die Folge: Still und heimlich wurde das Gebäude leergeräumt.

Forderung: "Abriss statt Umbau"

Fabian Steinicke vom Tierschutzbüro ging das aber nicht weit genug: Unter dem Motto "Abriss statt Umbau" forderten er und weitere Tierschützer den Abriss des Schweinehochhauses: Man habe gesehen, wie die Zustände über all die Jahre waren. Nach den Erfahrungen mit dem Betreiber glaubt Steinicke nicht, dass sich an den Zuständen und am Umgang mit den Tieren etwas ändern würde – selbst wenn das Gebäude modernisiert werden würde.

Als die Missstände öffentlich gemacht wurden, wurden in dem Schweinehochhaus insgesamt 3.000 Schweine auf mehreren Etagen gehalten. Davor waren Mängel nur selten beanstandet worden. Heute sagt Vize-Landrat Böddeker, die Proteste hätten sicherlich dazu geführt, dass mehr und strenger kontrolliert wurde und im Ergebnis möglicherweise auch, dass das Schweinehochhaus leergezogen wurde.

Sollte es zu einer Wiederinbetriebnahme des Schweinehochhauses kommen, hat das Deutsche Tierschutzbüro bereits angekündigt, die nächsten Protestaktionen zu starten.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. Januar 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Januar 2019, 19:20 Uhr

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12 Kommentare

04.01.2019 12:28 Frührentner 12

Qualität hat ihren Preis und 39 EUR / kg ist schon teuer. Aber frau schmeckt es natürlich - gaaaanz anderes als billiges Gammelfleisch. Nur wer garantiert das auch im teuren keine Antibiotika und Chemie ins Futter gemengt werden?

klar ist das für 1,99 /kg nur Abfall geben kann und kein Viehzüchter davon reich wird - für Superbillig muss getrickst werden oder es kommt aus Asien‘s HundeVerwertung als Buletten usw. damit Ursprung nicht ermittelbar

04.01.2019 09:02 Antonietta 11

Die Tierhaltung, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist einer der Hauptverursacher für die größten Probleme unserer Zeit: vom Klimawandel über die Rodung der Wälder, bis hin zur Ressourcenverschwendung und Trinkwasserproblematik. Wenn Ihnen etwas an unserem Planeten liegt, leben Sie vegan.

04.01.2019 08:52 Aufpasser der Richtige 10

@9 rechnen sie doch Mal um , Euro in D- Mark ich glaube nicht daß das Fleisch zu billig ist und Angebote gibt es überall. Wenn ihnen das alles zu fett ist es gibt doch bald Mehlwürmer und anderes Getier in den Regalen . Guten Appetit

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