Bernsteine in verschiedenen Größen und Farben nach einem Strandspaziergang in der Hand einer Urlauberin
Bernstein aus dem Goitzschesee in Bitterfeld soll Touristen anlocken. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Tourismus Bernstein aus der Goitzsche darf gefördert werden

Aus dem Großen Goitzschesee in Bitterfeld darf Bernstein gefördert werden. Das Förderunternehmen hat eine Genehmigung erhalten. Der Bernstein soll den Tourismus in der Region weiter ankurbeln.

Bernsteine in verschiedenen Größen und Farben nach einem Strandspaziergang in der Hand einer Urlauberin
Bernstein aus dem Goitzschesee in Bitterfeld soll Touristen anlocken. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Im Großen Goitzschesee in Bitterfeld darf nun Bernstein gefördert werden. Das hat das Verwaltungsgericht Halle per Eilverfahren entschieden. Das Unternehmen Goitzsche Bernstein GmbH und Co. KG hat nun eine Genehmigung für die schwimmende Förderplattform, mit deren Hilfe nach Bernstein gebohrt wird.

Dabei wird mit einer Art riesigem Staubsauger Feinboden, sogenannter Schluff, aus bis zu 30 Metern Tiefe geholt. Dieser wird gewaschen und gesiebt, bis am Ende der Bitterfelder Bernstein übrig bleibt.

Abbau von bis zu anderthalb Tonnen Bernstein im Jahr

Gefördert wird während der Wintermonate, um den Sommertourismus nicht zu stören. 350 bis 400 Tonnen Bernstein könnten nach Schätzungen von Andreas Wendel vom Förderunternehmen aus dem See geholt werden. Allerdings würden nur kleine Mengen – zwischen einer und anderthalb Tonnen pro Jahr – gefördert.

Geht es nach Wendel, soll die ganze Region vom Bernstein profitieren: "Wir haben im Kopf, dass wir weltweit die größte Inklusen-Sammlung überhaupt aufbauen." Inklusen können Insekten, Käfer oder Blätter sein, die vor bis zu 24 Millionen Jahren im Bernstein eingeschlossen wurden.

Bernstein-Erlebniswelt für Touristen

Ingo Jung, Geschäftsführer von Goitzsche Bernstein und der Goitzsche Tourismus GmbH, sieht im Bitterfelder Bernstein eine Chance für den Tourismus. Seine Vision für 2025 ist eine multimediale Bernstein-Erlebniswelt. Dazu plant er als Nächstes eine Bernsteininklusen-Welt. "Wir wollen die Geschichte erzählen: Was gab es für Tiere damals, wie sah das damals aus", sagt er.

Mit einer Ausstellung zum lokal geförderten Bernstein hätte die Goitzsche ein weiteres Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Seen. Schon jetzt zählt sie zu den beliebtesten Seen Deutschlands.

Streit um Bernsteinförderung

Der Goitzschesee mit Pegelturm. Im Hintergrund ist eine Förderplattform zu sehen.
Der Goitzschesee, im Hintergrund die Förderplattform. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Stephan Schulz

Im Februar hatte es um die Bernsteinförderung aus der Goitzsche Streit gegeben. Für Probebohrungen hatte die Goitzsche Bernstein GmbH und Co. KG eine Genehmigung für die Förderplattform bis zum 31. März 2017 gehabt. Doch auch ab Oktober 2017 war die Plattform aufgebaut. Einem Sprecher des Landeskreises Anhalt-Bitterfeld zufolge wurden in dieser Phase auch Aktivitäten festgestellt. Geschäftsführer Jung sagte, dass an dem betreffenden Tag keine Förderung stattgefunden habe. Stattdessen seien Sicherungsarbeiten für die bevorstehende Frostperiode gemacht worden.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 02. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Oktober 2018, 14:41 Uhr

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3 Kommentare

05.10.2018 14:51 Bernstein 3

Ist der Eindruck den der Beitrag weckt richtig, das die Goitzsche Bernstein GmbH ein Museum betreiben möchte ?

04.10.2018 15:49 Leser 2

Wann wurde denn festgestellt, dass dort Bernstein lagert? Erst fluten, Badespaß und nun sogar eine GmbH gegründet, die auf Geldjagd ist.

04.10.2018 08:40 Matze 1

Hab den Bericht dazu beim MDR gesehen und frage mich, ob das dem Ökosystem im See zuträglich ist?
Immerhin wird der Boden abgesaugt, auf der Plattform gesiebt und wieder in den See gekippt.
Ich finde das bedenklich.