Neues Arbeiten "Gleis 5" in Bitterfeld-Wolfen: Coworking abseits der Großstädte

Grit Lichtblau, Redakteurin im MDR-Studio in Dessau-Roßlau
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Ein komplett eingerichtetes Büro oder einen Schreibtisch tageweise mieten – in Großstädten ist das nichts Neues. Ein Jungunternehmer zeigt, dass das Konzept auch in Bitterfeld-Wolfen funktionieren kann.

Ein lächelnder Mann steht an einem Empfangstresen angelehnt und lächelt.
In seinem "Gleis 5" möchte Brian Leonhardt Unternehmen aus Bitterfled-Wolfen ein berufliches Zuhause bieten. Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau

Als erstes fällt die Brille auf. Die ist ziemlich groß. Hemd, Sakko, Jeans und Schuhe – es passt alles zusammen bei Brian Leonhardt. Immer am Mann: das Handy. Versicherungskaufmann ist er und Finanzanlagenkaufmann in Bitterfeld Wolfen. IHK geprüft, so steht es auf seiner Visitenkarte, auf der einen. Auf der anderen – wesentlich bunteren – steht "Gleis 5". Die Karte für Männer hat schwarze Buchstaben, die für Frauen rote.

Großstadtkonzept in einer Kleinstadt

"Gleis 5" ist ein Coworking-Space. Wer eine Existenz gründen will, ein kleines Unternehmen führt oder als Freelancer arbeitet, kann hier einen Bürotisch mieten – für einen Tag, einen Monat oder noch länger. Je nach Bedarf. Die Idee ist nicht neu, in Großstäten hat sich diese Art der Büroarbeit und des Vernetzens längst etabliert. Nur ist Wolfen so gar nicht vergleichbar mit einer Großstadt. Und doch hat der 35-Jährige mit dem "Gleis 5" nun solch ein Angebot etabliert. 

Leeres Bahnhofsgebäude erwacht zum Leben

Mehrere Jahre lang standen die Räumlichkeiten gegenüber des Wolfener Bahnhofs leer. "Ich habe meine Agentur gleich nebenan, und wollte eigentlich nur zusätzliche Büroräume, daraus entstand dann aber die Idee, warum nicht Bürotische vermieten." Leonhardt informiert sich, holt sich Tipps und Anregungen wie seine Idee umgesetzt werden könnte.  

Ein lächelnder Mann steht an einem Empfangstresen angelehnt und lächelt.
Irgendwo zwischen Moderne und Bahnhofsnostalgie – so lässt sich die Einrichtung von "Gleis 5" beschreiben. Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau

Kaffee all inclusive

Corona hat dann einiges durcheinandergewirbelt, aber inzwischen steht die Tür zum "Gleis 5" allen Interessierten offen. Der Name kommt nicht von ungefähr: "Früher hatte der gegenüberliegende Wolfener Bahnhof vier Gleise, zudem sind wir hier in der Bahnhofstraße 5", erklärt Leonhardt und setzt das Thema Bahn auch in seiner Inneneinrichtung um. Warme Holztöne dominieren auf den drei Ebenen der Büroräume. Computer mit schneller Datenverbindung, Touchscreen, Empfangsbereich sowie die Sanitäreinrichtung gehören zur Grundausstattung. Und der Kaffee – der geht besonders gut und ist inklusive.  

Unendlich viele Ideen

Das Coworking-Angebot wird laut Leonhardt gut angenommen. Und so plant er längst weiter. Will Veranstaltungen organisieren für die Bitterfeld- Wolfener, für Senioren, für Geschäftsleute. In seinem Kopf schwirrten noch unendlich viele Ideen, sagt er lachend mit Blick auf seine Frau und seine kleine Tochter. "Ich stehe früh auf und habe mitunter 20 Ideen im Kopf, aber meine Frau weiß dann zum Glück wie sie mich bremsen kann."

Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Oktober 2020 | 11:10 Uhr

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