Solarunternehmen in Anhalt-Bitterfeld Hanwha-Q Cells investiert 125 Millionen in Standort Thalheim

Die Solarfirma Hanwha-Q Cells baut ihren Standort im Kreis Anhalt-Bitterfeld aus – 125 Millionen soll das Ganze kosten. Hinsichtlich der Energiewende soll die Forschung an Solarzellen der Zukunft vorangetrieben werden.

Die Außenansicht des Thalheimer Solarzellenherstellers Q-Cells AG bei Wolfen.
Q Cells beschäftigt in Thalheim 460 Mitarbeiter. Bildrechte: dpa

Die Solarfirma Hanwha-Q Cells GmbH baut ihr Forschungs- und Entwicklungszentrum im Landkreis Anhalt-Bitterfeld aus. Nach Angaben des Unternehmens werden in den kommenden drei Jahren 125 Millionen Euro in den Standort Thalheim investiert.

Davon sind jährlich 35 Millionen Euro für die Entwicklung der nächsten Generation von Photovoltaik-Anlagen vorgesehen. Nach Ansicht des Unternehmens werden diese eine wesentliche Säule bei der angestrebten Energiewende sein. Alternativen wie die Solarkraft müssen zum Beispiel die Kohle als Stromerzeuger ablösen. Außerdem werden für neue Maschinen weitere 20 Millionen Euro ausgegeben.

Corona-Krise bislang gemeistert

Eine Mitarbeiterin von Hanwha Q Cells wirft einen Blick auf die Module des neuen 10 Megawatt Solarparks «Alte Kaserne» in Bitterfeld-Wolfen
In Thalheim soll die nächste Generation von Photovoltaik-Anlagen entwickelt werden. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Mit der Investition unterstreicht Q Cells auch in der Corona-Krise seinen Anspruch, in Deutschland marktführende Solartechnologie zu entwickeln. Laut dem Firmensprecher am Standort Thalheim, Jochen Endle, ist die Corona-Krise zwar auch an Hanwha-Q Cells nicht spurlos vorübergegangen, man hat sie aber bisher meistern können. Die Nachfrage nach Solarprodukten in Deutschland sei stabil, Sorgen bereite dagegen der US-Markt.

Q Cells gehört zum südkoreanischen Hanwha-Konzern und beschäftigt laut eigenen Angaben in Thalheim 460 Mitarbeiter. An dem Standort wird an den Solarzellen der Zukunft geforscht – diese sollen rohstoffarm und hocheffizient sein.

Bitterfeld-Wolfens Oberbürgermeister Armin Schenk (CDU) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er freue sich sehr über die Investition: "Das ist ein deutliches Zeichen, dass Forschung und Entwicklung bei uns am Standort groß geschrieben werden." Er sei überzeugt, dass mit einer so großen Investition der Standort in der Forschung und Entwicklung im Solarbereich dauerhaft gesichert sei.

Aufstieg und Fall des Unternehmes

Ursprünglich war Q Cells nach 1990 von einem kleinen Team gegründet worden. In kürzester Zeit stieg die Firma zum weltweit größten Solarzellenhersteller mit Tausenden Beschäftigen auf und war Aushängeschild des "Solar Valley" in Thalheim – dem einst größten Solarstandort in Europa. Dann gerät die Branche in die Krise geriet und damit auch Q Cells in Schwierigkeiten. Das Unternehmen musste 2012 schließlich Insolvenz anmelden und wurde vom Hanwha-Konzern aus Seoul gekauft.

Quelle: MDR,dpa/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Juli 2020 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

Elbbewohner vor 4 Wochen

Interessant. Es war ja bei MDR schon "das Ende eines Märchens" angekündigt worden angesichts des Ausverkaufs des Standorts Thalheim insbesondere nach China. Jetzt eine erneute Investition von 125 Millionen Euro? Passt so gar nicht zu unseren aktuellen Vorurteilen gegenüber den Asiaten.
Wenn das alles stimmt, bedeutet der internationale Freihandel nicht nur die Ausbeutung des deutschen Industrie-Knowhows. Hoffen wir auf die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung.

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