Chemiepark Bitterfeld-Wolfen Anlage zur Verarbeitung von Klärschlamm: 80 Millionen Euro werden investiert

Zahlreiche Firmen haben im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen ihren Sitz. Nun kommt eine weitere hinzu. In den kommenden beiden Jahren wird dort eine Anlage gebaut, in der Klärschlamm weiterverwertet werden soll – hauptsächlich zur Phosphorgewinnung für beispielsweise Düngemittel. Die Anlage soll eine der größten ihrer Art in Deutschland sein. Kostenpunkt: 80 Millionen Euro.

Chemiepark Bitterfeld-Wolfen
Im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen sind mehr als 300 Unternehmen mit rund 11.000 Arbeitskräften angesiedelt. Bald kommen weitere hinzu. (Archivfoto) Bildrechte: IMAGO

Im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen entsteht eine der größten Verwertungsanlagen für Klärschlamm in Deutschland. Das haben Vertreter der Firma Klärschlammrecycling Bitterfeld-Wolfen am Mittwoch bei der Grundsteinlegung betont. Demnach sollen in der Anlage jährlich etwa 260.000 Tonnen entwässerter Klärschlamm verwertet werden. Die Anlage soll im Sommer 2021 in Betrieb gehen, 15 neue Arbeitsplätze entstehen. Rund 80 Millionen Euro werden investiert.

Schon jetzt ist die Dimension des Bauwerks nach Angaben einer Reporterin von MDR SACHSEN-ANHALT deutlich zu sehen: Rund 800 Betonpfähle wurden bereits 20 Meter tief in die Erde gebracht. Das soll garantieren, dass der Boden stabil genug ist für den Neubau.

Gut zu wissen: Was Klärschlamm eigentlich ist

Wenn Abwasser in Kläranlagen behandelt wird, entsteht Klärschlamm. Klärschlamm ist also das Produkt, das am Ende in einer Kläranlage übrig bleibt. Dieser Schlamm enthält den wichtigen Rohstoff Phosphor. Weil der nach Angaben der Firma Klärschlammrecycling Bitterfeld-Wolfen endlich ist, soll die geplante Verwertungsanlage im Chemiepark genau diesen Rohstoff zurück in den Stoffkreislauf führen. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums ist Phosphor für die Herstellung von Düngemitteln unersetzlich. Seit dem 26. Mai 2014 werde Phosphor von der Europäischen Union als "kritischer Rohstoff" geführt. Dass heißt, es ist ein Rohstoff "mit hohem Versorgungsrisiko und großer wirtschaftlicher Bedeutung".

Menschen mit Helmen stehen bei einer Grundstein-Legung in einem Halbkreis und blicken in die Kamera.
Der Grundstein ist gelegt. Jetzt beginnen die Bauarbeiten an einer der größten Anlagen zur Verwertung von Klärschlamm in Deutschland. Bildrechte: Chemiepark Bitterfeld-Wolfen

In der Anlage sollen künftig Reste verarbeitet werden, die in Kläranlagen übrig bleiben. Das am Ende gewonnene Produkt enthält dann organische und mineralische Stoffe, die unter anderem in der Waschmittelindustrie oder der Landwirtschaft eingesetzt werden können.

Welche Kommunen aus Sachsen-Anhalt ihren Klärschlamm in die Anlage nach Bitterfeld-Wolfen bringen werden, ist aktuell noch unklar. Bislang sind nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT hierzulande rund 90 Prozent des entstandenen Klärschlamms auf Felder gebracht worden.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. Oktober 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Oktober 2019, 09:48 Uhr

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