Polizei kontrolliert Demonstrationsteilnehmer
Für die rechte Kundgebung auf dem Marktplatz gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Bildrechte: Tom Wunderlich

Polizei mit Großaufgebot vor Ort Bürgerfest und rechte Demo in Köthen

Die Polizei sicherte am Samstag die Straßen in Köthen mit einem Großaufgebot. Grund war eine Kundgebung der rechten Szene auf dem Marktplatz. Auftritte mehrerer rechter Bands waren im Vorfeld verboten worden. Zudem wurde der Aktionstag "Weltoffene Hochschule" kurzfristig abgesagt. Dieser sollte ebenfalls auf dem Markt stattfinden. Dafür hatten die Köthener kurzfristig ein Bürgerfest unter dem Motto "Weltoffenes Köthen" organisiert.

Polizei kontrolliert Demonstrationsteilnehmer
Für die rechte Kundgebung auf dem Marktplatz gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Bildrechte: Tom Wunderlich

Großeinsatz für die Polizei in Köthen: Die Beamten sicherten am Samstag mehrere Veranstaltungen, die am Nachmittag in der Stadt stattgefunden haben. Bei einem kurzfristig organisierten Bürgerfest am Tierpark waren Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) zu Gast. Dort warben sie für ein weltoffenes und tolerantes Sachsen-Anhalt.

Haseloff sagte zu Beginn des Festes: "Wir sind die Köthener. Wir feiern. Das ist unser Zeichen." Zur Kürze, in der das Fest realisiert wurde, sagte Köthens Oberbürgermeister Bernd Hauschild (SPD): "Die Idee kam aus der Bürgerschaft. Wir können nicht einfach stillhalten, wenn andere Köthen erobern." Organisiert wurde das Fest, an dem etwa 250 Menschen teilnahmen, von der Initiative "#wirwollendasselbe – Ein friedliches Köthen".

Zeitgleich mit dem Bürgerfest demonstrierten Anhänger der rechten Szene auf dem Marktplatz. Zu der Kundgebung wurden rund 1.000 Teilnehmer erwartet. Nach Informationen der Polizei waren knapp 450 Demonstraten vor Ort, bis zum späten Nachmittag gab es keine Zwischenfälle. Die Beamten kündigten aber an, alle Redebeiträge der Kundgebung zu prüfen. Auftritte mehrerer rechtsextremer Bands waren im Vorfeld von den Behörden untersagt worden. Dieses Verbot wurde vom Verwaltungsgericht Halle bestätigt. Der Streit um den Austragungsort der rechten Kundgebung ging bis vor das Oberverwaltungsgericht. Die Richter entschieden, dass die Kundgebung der rechten Szene auf dem Markt wie angemeldet stattfinden kann.

Eindrücke vom Tag Köthen: Bürger und Rechte auf den Straßen

Ein Bürgerfest für Toleranz und Weltoffenheit, eine Kundgebung von Rechten, abgesagte Veranstaltungen und viel Polizei. Am Samstag war einiges los in der Kleinstadt Köthen. MDR SACHSEN-ANHALT war vor Ort.

Bürgerfest in Köthen
Mit einem Bürgerfest wollten die Köthener am Samstag für eine weltoffene Stadt werben. Bildrechte: MDR/Dagmar Röse
Bürgerfest in Köthen
Mit einem Bürgerfest wollten die Köthener am Samstag für eine weltoffene Stadt werben. Bildrechte: MDR/Dagmar Röse
Das Fest wurde kurzfristig auf die Beine gestellt, nachdem ein Aktionstag für Weltoffenheit der Hochschule abgesagt werden musste. Bildrechte: MDR/Jochen Müller
Ministerpräsident Haseloff mit seiner Frau an einem Informationsstand
Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff kam mit seiner Frau zu dem Fest am Tierpark. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Haseloff sagte: "Wir sind die Köthener. Wir feiern. Das ist unser Zeichen." Bildrechte: MDR/Jochen Müller
Menschenansammlung auf dem Platz vor der Kirche in Köthen
Zeitgleich mit dem Bürgerfest demonstrierten Anhänger der rechten Szene auf dem Marktplatz. Bildrechte: MDR/Martin Krause
Polizei kontrolliert Demonstrationsteilnehmer
Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und kontrolliert die Teilnehmer der Demonstration. Bildrechte: Tom Wunderlich
Polizei kontrolliert Demonstrationsteilnehmer
Nach Angaben der Polizei kamen rund 450 rechte Demonstranten auf den Marktplatz. Bildrechte: Tom Wunderlich
Kundgebung von Rechten auf Marktplatz von Köthen
Der Beginn hatte sich verzögert, weil Ordner fehlten ... Bildrechte: MDR/Martin Krause
Menschen auf einer Kundgebung von Rechten auf Marktplatz von Köthen
... und die Polizei die Liste der Lieder prüfen musste, die gespielt werden sollten. Bildrechte: MDR/Jochen Müller
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Hochschule und DGB sagen Veranstaltungen ab

Ursprünglich hätte am Samstag ein Aktionstag "Weltoffene Hochschule" am Marktplatz in Köthen stattfinden sollen. Da jedoch die rechte Szene zuerst den Markt für ihre Veranstaltung angemeldet hatte und vor Gericht gegen eine Verlegung vorging, verschob die Hochschule den Tag. Als neuen Termin für die Veranstaltung nannte der Oberbürgermeister am Samstag den 13. Oktober. "Unter der Voraussetzung, wenn nicht da schon jemand vorher angemeldet hat. Die Hochschule hat heute angemeldet. Ich denke, das passt dann", so Hauschild.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund ( DGB ) sagte eine Demonstration in Köthen unter dem Motto "Gemeinsam für Demokratie und Sicherheit" mit 200 erwarteten Teilnehmern kurzfristig ab. Auf seiner Facebookseite erklärte der DGB am Samstag, dass die Entscheidung der Gerichte respektiert werde. Viele Köthener wollten Gesicht zeigen und könnten das aber nicht, ohne um ihre Sicherheit fürchten zu müssen.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen

Die Polizei wurde am Samstag nach eigenen Angaben zusätzlich von Beamten aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen, Sachsen, Thüringen sowie von Landesbereitschaftspolizei und Bundespolizei unterstützt. Nach Informationen eines Reporters von MDR SACHSEN-ANHALT kontrollierte die Polizei auch auf den Zufahrtsstraßen nach Köthen Autos mit verdächtigen Personen.

Seit drei Wochen gibt es in Köthen immer wieder rechtsgerichtete Demos mit Hunderten Rechtsextremisten und Proteste. Anlass ist der Tod eines 22-Jährigen. Er starb an einem Herzinfarkt, nachdem er sich in einen Streit mehrerer Afghanen eingeschaltet hatte und geschlagen worden war. Zwei Verdächtige sitzen in U-Haft.

Quelle: MDR, dpa, epd/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 29. September 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2018, 09:40 Uhr

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134 Kommentare

03.10.2018 09:00 Fakt 134

>>Benutzer, #129:
"Hm. Können sie diese Aussage beweisen?!"<<

Dazu bedarf es eigentlich keines Beweises. Oder wollen Sie allen Ernstes behaupten, die Mehrheit der Bevölkerung würde Faschismus gutheißen.
Zudem hätten Sie im Geschichtsunterricht besser aufpassen sollen. Aber gut, leben Sie weiter in Ihrer Traumwelt.

03.10.2018 08:57 Benutzer 133

Krause

Schön wenn die Gegenseite zeigt das sie nichts hat :) Argumente und co hat sie nicht. Also..............

02.10.2018 22:38 Benutzer 132

02.10.2018 20:26 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!"

jou. Finde ich auch immer lustig wie Linke immer zeigen das sie nichts haben :)

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