Ein Raum voller Menschen in neongelben Westen mit der Aufschrift «ver.di»
Das Streikbüro in Wolfen am Montagvormittag: Hier kamen die Streikenden aus Sachsen-Anhalts Süden zusammen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Höherer Lohn gefordert Streiks im Einzelhandel gehen im südlichen Sachsen-Anhalt weiter

Nach Streiks in den vergangenen Tagen im Norden von Sachsen-Anhalt legten nun auch Mitarbeiter aus dem Einzelhandel im Süden ihre Arbeit nieder. Sie kamen in Wolfen zusammen und fordern zwei Euro mehr pro Stunde.

Ein Raum voller Menschen in neongelben Westen mit der Aufschrift «ver.di»
Das Streikbüro in Wolfen am Montagvormittag: Hier kamen die Streikenden aus Sachsen-Anhalts Süden zusammen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zum Wochenstart hat die Gewerkschaft Verdi erneut zum Streik aufgerufen – und knapp einhundert Mitarbeiter aus dem Einzelhandel folgten. Wie die hallesche Streikleiterin Michaela Rücker-Harckenthal MDR SACHSEN-ANHALT sagte, legten 96 Mitarbeiter von Kaufland, Netto und Real im Bereich Sachsen-Anhalt Süd ihre Arbeit bis zum frühen Nachmittag nieder.

Streikauftakt war am Montagmorgen in Wolfen. Dort befindet sich das Streikbüro für den Süden Sachsen-Anhalts. Laut Rücker-Harckenthal sei man von Wolfen nach Bitterfeld gezogen, habe in Einkaufszentren Streikaktionen durchgeführt und Flugblätter verteilt. Gestreikt wurde unter anderem auch in Leipzig, Dresden, Erfurt und Gera.

Mehr Lohn für 256.000 Beschäftigte

Verdi fordert für die insgesamt 256.000 Beschäftigten des Einzel- und Versandhandels in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen eine Lohnerhöhung von zwei Euro pro Stunde. Die Ausbildungsvergütung soll zudem je Ausbildungsjahr um 100 Euro steigen.

Die Ost-West-Unterschiede müssen weg.

Jörg Lauenroth-Mago Verhandlungsführer bei Verdi
Ein Raum voller Menschen in neongelben Westen mit der Aufschrift «ver.di»
Die Mitarbeiter aus dem Einzelhandel wollen eine Angleichung an die Bezahlung der West-Kollegen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago sagte: "Die ersten Abschlüsse in Nordrhein-Westphalen, Hamburg und Berlin sind sicherlich eine Grundlage, doch wir brauchen auch Antworten für die spezifischen Bedingungen in Mitteldeutschland. Die Ost-West-Unterschiede müssen weg." Spätere Einigungen auf Tarifverträge im Osten bedeuteten jährlich Einkommensverluste von 100 bis 150 Euro. Zudem seien die Zahlungen bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld geringer.

Dienstag gehen die Streiks weiter

Für Dienstag, den 9. Juli, ist ein weiterer Streik-Tag im Landessüden geplant. Schon in den vergangenen Tagen waren in Magdeburg Filialen von Kaufland und Ikea bestreikt worden. Die dritte Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern findet am Mittwoch in Weimar statt.

Tarifabschluss für Groß- und Außenhandel geglückt Die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel in Sachsen-Anhalt bekommen mehr Geld. Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern einigten sich am Montag in Magdeburg auf eine Anhebung in zwei Schritten. So gibt es rückwirkend zum 1. Juli 2019 ein Plus von 3,0 Prozent, im Juni 2020 noch einmal 1,9 Prozent mehr. Damit einigten sich die Parteien in der dritten Verhandlungsrunde auf die gleichen Konditionen wie zuvor schon in Sachsen und Thüringen.

In Sachsen-Anhalt arbeiten nach Gewerkschaftsangaben rund 17.000 Menschen im Groß- und Außenhandel, etwa in den Zentrallagern der Supermarktketten Edeka, Rewe oder Netto. Nur ein Teil profitiert direkt von Tarifverträgen.

Quelle: dpa

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR um 11 | 08. Juli 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Juli 2019, 15:23 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Mehr aus Anhalt-Bitterfeld, Dessau-Roßlau und Wittenberg

Mehr aus Sachsen-Anhalt