Trüffel
Trüffel – das Objekt der Begierde. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Landkreis Anhalt-Bitterfeld Trüffel made in Sachsen-Anhalt

Sie gelten als die teuersten Speisepilze der Welt: Trüffel. In der Haute Cuisine und bei Gourmets sind sie geschätzt. Die knolligen Pilze wachsen unterirdisch – bald auch in Sachsen-Anhalt. In Roitzsch im Kreis Anhalt-Bitterfeld entsteht eine Trüffel-Plantage.

von Martin Krause, MDR SACHSEN-ANHALT

Trüffel
Trüffel – das Objekt der Begierde. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Roitzsch im Landkreis Anhalt-Bitterfeld entsteht die erste Trüffel-Plantage Sachsen-Anhalts. Ines Edler hat die ersten Pilze gepflanzt – oder besser gesagt, die ersten Bäume. Frau Edlers Hündin Nana schnuppert auch schon neugierig an den Minibäumen. Doch die ersten Trüffel wittert die Hündin noch nicht. "Nein", sagt Ines Edler lachend, "so schnell geht es nicht mit den Edelpilzen. Denn vor der Ernte steht erst einmal viel Arbeit."

Ines Edler und MDR-Reporter Tino Wiemeier
Ines Edler mit MDR-Reporter Tino Wiemeier auf der Trüffel-Plantage Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die 50-Jährige wischt sich den Schweiß von der Stirn: "Wir pflanzen 500 geimpfte Trüffelbäume in mehreren Reihen. Buchen, Eichen, Kiefern und vor allem Haselnuss." Wie jeder Pilz brauchen auch Trüffel einen Baum, um mit den Wurzeln eine Symbiose einzugehen, erklärt Edler. Die zweifache Mutter ist vor einem Jahr auf den Edelpilz-Geschmack gekommen: "Ich war beim Erlebniskochen, da hab ich das erste Mal Trüffel probiert. Die sind sehr lecker."

In Deutschland gehören die einheimischen Trüffel laut Bundesartenschutzverordnung zu den "besonders geschützten" – die Gewinnung aus Plantagen unterliegt jedoch keiner Beschränkung. Warum also nicht selber anbauen, dachte sich die Roitzscherin.

Wo ehemals Zucker herkam, soll jetzt der Trüffel sprießen

Ines Edler und MDR-Reporter Tino Wiemeier
Vor dem Trüffel steht die Baumpflanzung. An den Wurzeln dieser Haselnuss sollen einmal die Edelpilze wachsen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Und Ines Edler hat sich schlau gemacht, Bücher gelesen, Trüffelexperten im ganzen Bundesgebiet besucht und Erdproben analysiert. "Der Boden hier ist sehr kalkhaltig, das ist gut für Trüffel". Auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Roitzsch sollen auf einer Fläche so groß wie ein Fußballfeld bald Trüffel unterirdisch im Boden reifen.

"Der Burgunder-Trüffel sieht aus wie ein kleiner Tischtennisball, nur schwarz, schmeckt richtig intensiv nach Pilz", erzählt Edler. Ein Kilogramm kostet ungefähr 500 Euro. Edler hofft auf eine reiche Ernte. "Wenn alles nach Plan läuft und wächst, dann rechne ich in jeder Saison mit 20 Gramm pro Baum. Das ist meine Altersvorsorge", sagt die 50-Jährige mit Augenzwinkern. Die exklusiven Pilze will Edler an Restaurants und Sterneköche verkaufen.

Erste Ernte in frühestens acht Jahren

Und Edler hat sich auch schon Gedanken gemacht, wie sie die erlesenen Speisepilze im Erdreich aufspüren will. "Wir kaufen einen Trüffelhund, einen Lagotto Romagnolo, dann wird das schon klappen." Mischlingshündin Nana wäre als Trüffelspürnase zu alt. Denn die ersten Trüffel auf der Plantage in Roitzsch können frühestens in acht bis zehn Jahren geerntet werden.

Trüffelhunde (Lagotto Romagnolo) namens Tempi mit Gunter Kahlo.
Solch einen Hund will sich Ines Edler zulegen: einen Lagotto Romagnolo. Bildrechte: imago/PicturePoint

Quelle: MDR/ff

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. Oktober 2019 | 15:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Oktober 2019, 16:55 Uhr

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