DRK sucht dringend Spender Wegen der Corona-Krise: Blutkonserven in Sachsen-Anhalt werden knapp

Eigentlich werden in Sachsen-Anhalt täglich etwa 500 Blutkonserven benötigt. Doch die Reserven werden wegen der Corona-Krise knapp, da zum Beispiel Spendetermine ausgefallen sind. Ein Einblick in die aktuelle Situation.

Wegen der Corona-Krise werden die Blutkonserven knapp – das DRK hat zusätzliche Spendetermine angesetzt.
Wegen der Corona-Krise werden die Blutkonserven knapp – das DRK hat zusätzliche Spendetermine angesetzt. Bildrechte: dpa

Derzeit könne der Bedarf der Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt noch gerade so gedeckt werden, sagt Nico Feldmann vom DRK-Blutspende-Dienst. Doch er warnt auch: Die Reserven seien weitgehend aufgebraucht. Dafür verantwortlich, dass die Blutkonserven knapp werden, sei die Corona-Pandemie.

Ihretwegen wurden viele Blutspende-Termine abgesagt: Spendentage an Berufsschulen und Universitäten seien ebenso ausgefallen, wie in großen Unternehmen, wo viele Mitarbeiter inzwischen im Homeoffice arbeiten, erklärt Feldmann und fügt hinzu: "Um mal eine Zahl zu nennen: Allein im Oktober haben uns 500 Spender gefehlt, die wir ursprünglich eingeplant hatten."

Konserven dringend benötigt: Extra Blutspende-Termine

Wie das Blutspende-Institut in Dessau mitteilt, werden in Sachsen-Anhalt täglich etwa 500 Blutkonserven benötigt, um die 50 Krankenhäuser im Land ausreichend zu versorgen. In der Kühlkammer lägen momentan nur Vorräte für drei bis vier Tage, so Nico Feldmann weiter. "Wir hatten über den Sommer ein großes Loch. Der Bedarf bei den Kliniken war extrem hoch, den konnten wir nicht decken – da sind wir andauernd hinterher gelaufen. Und das fehlt dann hinten und vorne. Deshalb sind wir immer an der Unterkante der Versorgungssicherheit und brauchen deshalb jeden Spender und jede Spenderin."

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Auch wenn einige Kliniken bereits planbare Operationen verschieben würden: Vor allem in der Krebstherapie und Notfallversorgung würden Blutspenden weiterhin benötigt. Einige Bestandteile, wie Blutplättchen, seien zudem nur wenige Tage haltbar. Sie spielen in der Chemotherapie bei Krebserkrankungen eine wichtige Rolle.

Um die Blutvorräte aufzufüllen, bietet das Deutsche Rote Kreuz nun vielerorts Sondertermine für Spenderinnen und Spender an.

Wann und wo Sie Blut spenden können

Das Deutsche Rote Kreuz hat eine Übersicht zusammengestellt, in der Sie entsprechende Termine für Ihren Ort ausfindig machen können. Zum Beispiel gibt es in Wernigerode in der Stadtfeld-Grundschule am Donnerstagnachmittag einen Termin und in Stendal am Winckelmann-Gymnasium am Freitagnachmittag.

Ebenfalls gesucht: Plasma von Covid-19-Genesenen

Zusätzlich sucht das DRK genesene Covid-19-Patientinnen und Patienten für Plasmaspenden. Denn nach einer überstandenen Infektion besitze der Mensch in der Regel Antikörper gegen das Coronavirus, die in den meisten Fällen vor einer erneuten Infektion schützen. Sie könnten durch eine Plasmaspende auch an erkrankte Menschen weitergegeben werden. Das wiederum könne bei der Bekämpfung des Virus helfen.

Das DRK erklärt weiter, dass mögliche Spender ausgeprägte Symptome gehabt haben sollten, die seit mindestens vier Wochen vorüber sind. Zudem müssen sie zwischen 18 und 60 Jahre alt sein und mindestens 50 Kilogramm wiegen.

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Quelle: MDR/jd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24. November 2020 | 16:00 Uhr

1 Kommentar

ossi1231 vor 7 Wochen

Dann sollte das DRK mal etwas zur Beruhigung der Hysterie beitragen.

Christian Drosten bezüglich Coronaviren 2014
"Wo zuvor Todkranke gemeldet wurden, sind nun plötzlich milde Fälle und Menschen, die eigentlich kerngesund sind, in der Meldestatistik enthalten. Auch so ließe sich die Explosion der Fallzahlen in Saudi-Arabien erklären. Dazu kommt, dass die Medien vor Ort die Sache unglaublich hoch gekocht haben."

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