Geschäftsführer optimistisch Möglicher Corona-Impfstoff aus Sachsen-Anhalt wird klinisch getestet

Ein Unternehmen aus Dessau hat einen möglichen Corona-Impfstoff entwickelt. Der wird nun in Hamburg klinisch getestet. Der Geschäftsführer des Unternehmens glaubt für 2021 an eine beschleunigte Zulassung. Auch der Bund stellt eine Förderung in Aussicht.

Der Blick in die Impfstoffabfüllung ist bei laufender Produktion nur hinter der Glasscheibe möglich. Mitarbeiter bereiten die Linie für die Abfüllung des SARS-CoV-2-Impfstoffkandidaten vor.
Der Blick in die Impfstoffabfüllung ist bei laufender Produktion nur hinter der Glasscheibe möglich. Mitarbeiter bereiten die Abfüllung des SARS-CoV-2-Impfstoffkandidaten vor. Bildrechte: IDT Biologika

Die Impfforscher der IDT Biologika in Dessau haben einen großen Schritt in Richtung eines fertigen Corona-Impfstoffs gemacht. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden 1.000 Dosen eines entwickelten Stoffs zu klinischen Tests nach Hamburg geschickt. Dort sollen sie unter Berücksichtigung klinischer und ethischer Standards an Menschen getestet werden. In insgesamt drei Phasen würden in den kommenden Monaten Dosierung, Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoffs überprüft.

Wir sind sehr optimistisch, dass wir damit erfolgreich sind und rechnen damit, dass wir 2021 in ein beschleunigtes Zulassungsverfahren einsteigen können.

Jürgen Betzing, Geschäftsführer der IDT Biologika
Der Blick in die Impfstoffabfüllung ist bei laufender Produktion nur hinter der Glasscheibe möglich. Mitarbeiter bereiten die Linie für die Abfüllung des SARS-CoV-2-Impfstoffkandidaten vor.
Viele Unternehmen weltweit probieren sich an einem Impfstoff für das Corona-Virus. Das Unternehmen aus Dessau hat es jetzt schon einmal bis zu den klinischen Tests geschafft. Bildrechte: IDT Biologika

Die Arbeit hätte sich gelohnt, meint IDT Biologika-Geschäftsführer Jürgen Betzing. "Natürlich ist auch ein wirtschaftlicher Effekt dahinter. Aber mit unserer 100-jährigen Tradition macht es uns einfach stolz, den Beitrag zu leisten", erklärt Betzing.

Die Firma habe für die Entwicklung des Impfstoffs mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Marburg und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zusammengearbeitet.

Über 100 Millionen Euro für die Zulassung

Für die Zulassung des Impfstoffs plant der Geschäftsführer der IDT Bologika mit einem dreistelligen Millionenbetrag. Dabei sei noch nicht die eigentliche Produktion des Impfstoffes berücksichtigt. Das liegt laut Betzing aber vor allem noch an der fehlenden Produktionskapazität. Diese ist in Deutschland und in Europa aus Sicht von Betzing nicht ausreichend. Deswegen sei es wichtig, dass man nach einer möglichen Zulassung zuerst für Personen der Risikogruppen in die Produktion gehe.

Eine Wissenschaftlerin schaut durch ein Mikroskop. 1 min
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MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE Mi 29.07.2020 19:00Uhr 00:59 min

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Förderung vom Bund in Aussicht

Das Bundesforschungsministerium sieht für drei deutsche Unternehmen eine Förderung von insgesamt 750 Millionen Euro vor – darunter ist auch das Dessauer Unternehmen. Das Geld soll für mehr Produktions- und Studienkapazitäten genutzt werden.

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Quelle: MDR/pow

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 29. Juli 2020 | 09:00 Uhr

9 Kommentare

Kelte vom Oechsenberg vor 4 Tagen

Ach "hajuesport": Schon wieder jemand, der "Fake News" verbreitet. Zu Ihrem Leidwesen, habe ich die Pressekonferenz des RKI gesehen. Weder hat Herr Wieler behauptet, daß die Erde eine Scheibe sei, noch daß niemand widersprechen darf. Ihre Aussagen sind also reine Lügen. Auch Ihre Aussage, "das es NIEMALS einen geeigneten Impfstoff gegen einen aktuell auftretenden Virus geben wird" ist reiner Unsinn. Meine Frage an Sie: Was ist mit den Impfstoffen gegen Pocken, Masern, usw.?
Übrigens: meine Ehefrau ist an der Forschung zu einem Impfstoff gegen SARS-CoV 19 dort beteiligt.
Haben Sie sich schon gegen Gürtelrose impfen lassen? Leider gibt es gegen bestimmte andere Krankheiten (D......t) keine Impfstoffe.

MDR-Team vor 5 Tagen

Lieber Kelte vom Oechsenberg, vielen Dank für Ihren Hinweis! In der Regel versuchen wir Dessau-Roßlau zu sagen, kürzen das aber manchmal einfach mit Dessau ab. Ja, das ist als politische Verwaltungseinheit nicht ganz korrekt, das wissen wir. Deshalb: Vielen Dank für die Anmerkung.

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 5 Tagen

"Das sagt und weis nicht nur Frau Merkel, dass tun alle, die noch halbwegs bei Verstand sind"

das ist allein ihre subjektive Meinung und hat nichts mit Tatsachen zu tun.

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