Eine Angeklagte wird 2017 in einen Saal des Landgerichts geführt.
Xenia I. bei der Urteilsverkündung im August 2017. Bildrechte: dpa

Revision abgelehnt Fall Yangjie Li: BGH bestätigt Jugendstrafe für Mittäterin

Im Fall der in Dessau getöteten Studentin aus China hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe die verhängte Strafe für die Ex-Freundin des Haupttäters bestätigt. Xenia I. war vor einem Jahr vom Landgericht in Dessau zu einer Jugendstrafe von fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Eine Angeklagte wird 2017 in einen Saal des Landgerichts geführt.
Xenia I. bei der Urteilsverkündung im August 2017. Bildrechte: dpa

Im Mordfall Yangjie Li ist das Urteil gegen Xenia I., die damalige Freundin des Haupttäters, rechtskräftig. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Donnerstag entschieden. Er folgte damit dem Urteil des Dessauer Landgerichts, das Xenia I. im August 2017 wegen sexueller Nötigung zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt hatte. Die Richter in Karlsruhe argumentierten, das Dessauer Landgericht habe ohne Rechtsfehler entschieden.

Nebenklage-Vertreter Sven Peitzner reagierte wenig überrascht. Er sagte MDR Sachsen-Anhalt: "Für die Eltern von Yangjie Li ist es wichtig, dass der Haupttäter Sebastian F. angemessen bestraft wurde." Nach dem Verlauf der Hauptverhandlung in der letzten Woche in Karlsruhe war Peitzner bereits davon ausgegangen, dass der BGH das Urteil für Xenia I. bestätigt.

Haupttäter muss lebenslang hinter Gitter

Bereits am Dienstag hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass das Urteil gegen den Haupttäter Sebastian F. rechtskräftig ist. F. war vom Landgericht Dessau wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Bundesgerichtshof Karlsruhe
In Karlsruhe werden keine Strafen verhängt, sondern Urteile entweder bestätigt oder aufgehoben. Bildrechte: Südwestrundfunk

Die damals 20-Jährigen hatten die chinesische Studentin Yangjie Li im Mai 2016 in deren Wohnung gelockt. Dort war die Studentin über Stunden gequält und vergewaltigt worden. Sie starb schließlich an den Folgen massiver Gewalteinwirkung.

Motiv war der Wunsch des Mannes nach Sex zu dritt. Die Frage war, was danach passierte. Das Landgericht glaubte der Freundin, dass sie ihren Partner mit der Frau allein ließ – in der Annahme, er werde sie gehen lassen. Die Staatsanwaltschaft und die Eltern der chinesische Studentin als Nebenkläger wollten, dass der Mord beiden zur Last gelegt wird.

Quelle: MDR,dpa/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 06. September 2018 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2018, 17:44 Uhr

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13 Kommentare

08.09.2018 19:29 Klaus 13

@ { 07.09.2018 16:22 Bernd }
Ich meine Demonstrationen ähnlich der Intensität wie kürzlich in Chemnitz. Davon kann in diesem Fall wohl nicht die Rede sein.

08.09.2018 19:25 Klaus 12

@ { 07.09.2018 07:56 fritz }
Es kommt nicht auf die Tat, sondern auf die Tatbeteiligung an. Der Täter hat die Höchststrafe bekommen, mehr geht nicht. Der Ex-Freundin konnte nur die Beteiligung an den vorgelagerten Straftaten nachgewiesen werden.

08.09.2018 15:07 Eulenspiegel 11

Hallo fritz 8
Hallo O-Liner (1. V.) 9
Denken kann man vieles. Behauptungen kann man auch vieles. Die Frage ist doch: Gibt es da irgendwelche Indizien die diese Gedanken/Vermutungen rechtfertigen? Also ich sehe da keine. Aber vielleicht können sie die anderen Nutzer da ja mal aufklären.