Geplante Schließung Demo für Erhalt der Karstadt-Filiale in Dessau

Mit einer Menschenkette haben Beschäftigte, Kunden und Politiker am Samstag gegen die geplante Schließung der Karstadt-Filiale in Dessau-Roßlau demonstriert. Sie hoffen auf ein Umdenken des Warenhaus-Konzerns.

Menschen halten ein Banner mit der Aufschrift "Geht Karstadt Dessau, stirbt unsere Innenstadt".
Menschen demonstrieren gegen die geplante Schließung von Karstadt in Dessau-Roßlau. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

In Dessau-Roßlau haben etwa 300 Beschäftigte, Politiker und Anwohner am Samstag gegen die geplante Schließung der Karstadt-Filiale protestiert. Um das Kaufhaus und das angrenzende Rathaus-Center bildeten sie eine Menschenkette.

Es gehe bei der Demonstration in Dessau um die Jobs von etwa 60 Karstadt-Beschäftigten, heißt es von der Gewerkschaft Verdi. Der Betriebsratsvorsitzende Holger Korn sagt, viele Kunden hätten in den zurückliegenden Wochen ihre Solidarität zum Ausdruck gebracht, die Umsätze seien gut. Die hohe Teilnehmerzahl an der Menschenkette sei ein Zeichen nach außen. Der Aktionstag von 11 bis 13 Uhr stand außerdem unter dem Motto "Für eine lebendige Innenstadt und einen starken Einzelhandel". Auch der Oberbürgermeister von Dessau-Roßlau, Peter Kuras (FDP), beteiligte sich am Aktionstag.

Bereits Anfang Juli demonstrierten die Karstadt-Mitarbeiter gegen die geplante Schließung.

Mehrere Personen bilden unter Einhaltung der Abstandsregeln eine Menschenkette.
Bei der Menschenkette hielten die Teilnehmer die wegen Corona geltenden Abstandsregeln mithilfe von Absperrbändern ein. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Warenhauskonzern schließt deutschlandweit 62 Filialen

Der angeschlagene Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hatte Mitte Juni die Schließung von 56 seiner 172 Warenhäuser angekündigt. Etwa 5.300 der 28.000 Beschäftigten werden dadurch nach Angaben des Gesamtbetriebsrats ihren Job verlieren.

Im Juli hatte Galeria Karstadt Kaufhof nach Verhandlungen mit Vermietern mitgeteilt, sechs Filialen weniger zu schließen als zunächst angekündigt. Davon profitiert unter anderem das Warenhaus in Chemnitz. Einen ähnlichen Erfolg wollen die Dessauer erreichen. Gelingt es nicht, schließt Karstadt in Dessau-Roßlau Ende Januar 2021.

Quelle: MDR/mh,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 08. August 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Kelte vom Oechsenberg vor 7 Wochen

Ich finde das Engagement der Dessauer super. Ja, mit dem Ende von Karstadt stirbt ein weiters Teil der Dessauer Innenstadt. Übrigens, als Zugewanderter (seit über 30 Jahren), kann ich von einem attraktiven Innenstadtleben nichts erkennen. Aber mal ehrlich, schon jetzt gibt es nur noch gefühlt 2 Kassen in diesem Kaufhaus. Früher waren es mal gefühlt 3 auf einer Etage. Oder, sind die Dessauer etwa der Meinung ein gutbezahlter und abgesicherter Vorstandsmitarbeiter von Karstadt interessiert sich für die künftige Einöde im "Provinznest Dessau"? Manche haben es halt nach 30 Jahren immer noch nicht geschnallt. Im Kapitalismus geht es um`s Geld verdienen. Was nicht genug Knete abwirft, wird geschlossen oder nach Südostasien, eventuell auch nach Rumänien oder sonstwohin verkauft. Interessant wäre mal eine Statistik, wo eine Aussage getätig werden könnte hinsichtlich der Beratung vor Ort und des anschließenden Kauf´s bei Herrn Bezos (Amazon). Ja, manch einer kann Probleme haben.

zenkimaus vor 7 Wochen

Sterben auf Raten. Wenn nicht heute dann morgen. Das Geschäftsmodell ist durch.

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