Bahnhof Roßlau - Unterführung, Bahnhofsunterführung (ARCHIV)
In der Unterführung des Roßlauer Bahnhofs sind am Samstagabend vier Männer angegriffen und teilweise schwer verletzt worden. Bildrechte: MDR/André Plaul

Mädchen verletzt Angriffe am Roßlauer Bahnhof: Ermittlungen laufen

In Roßlau haben am Sonntag kurzfristig Rechte demonstriert. Anlass war ein Angriff am Tag zuvor auf vier Männer, möglicherweise aus der rechten Szene. Am Rande des rechten Protestzuges wurde ein Mädchen verletzt. Die Polizei fahndet nach den unbekannten Angreifern.

Bahnhof Roßlau - Unterführung, Bahnhofsunterführung (ARCHIV)
In der Unterführung des Roßlauer Bahnhofs sind am Samstagabend vier Männer angegriffen und teilweise schwer verletzt worden. Bildrechte: MDR/André Plaul

In Roßlau haben am Sonntagabend rund 150 Rechte demonstriert. Kurz vor Beginn der Demo wurde ein Mädchen angegriffen und verletzt. Wie ein Polizeisprecher MDR SACHSEN-ANHALT sagte, wollte die 14-Jährige der Kundgebung auf der anderen Straßenseite ausweichen. Eine Person habe das Mädchen mit dem Schuh voraus angesprungen. Die Jugendliche klagte über Kopf- und Rippenschmerzen. Sie kann laut Polizei möglicherweise dem linken Spektrum zugeordnet werden.

Die Ermittlungen wegen tätlicher Auseinandersetzung laufen. Von diesem Vorfall abgesehen sei der Einsatz störungsfrei verlaufen, sagte der Sprecher.

Demo ohne viel Vorlauf organisiert

Die Demonstration der Rechten war kurzfristig organisiert worden. Laut Polizei war erst wenige Minuten vor Beginn eine Anmeldung eingegangen. Allerdings habe man schon zuvor die Aufrufe zu der Veranstaltung im Internet gesehen und sich so auf den Einsatz vorbereiten können, so der Sprecher.

Die Polizei war bei der Demo mit etwa 50 Beamten, zehn Fahrzeugen und einem Hubschrauber vor Ort.

Anlass: Angriff auf vier Männer

Anlass der Kundgebung war ein Angriff auf vier Männer in der Unterführung des Roßlauer Bahnhofs am Samstagabend. Mehrere Vermummte waren laut Polizei mit Gegenständen auf die Männer losgegangen. Drei der Angegriffenen kamen verletzt ins Krankenhaus. Zwei mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Ihr aktueller Gesundheitszustand ist der Polizei nicht bekannt.

Versammlungsrecht: Anmeldung von Demos

Normalerweise muss eine Demo spätestens 48 Stunden vor Einladung zu der Veranstaltung bei der zuständigen Behörde angemeldet werden. Im Fall der Rechten-Demo in Roßlau ist diese Frist nicht eingehalten worden. Allerdings gibt es im Landesversammlungsgesetz zwei Ausnahmen von der Regelung. Zum einen gilt die Anmeldepflicht nicht für sogenannte Spontanversammlungen, die sich aus einem aktuellen Anlass augenblicklich und ohne Veranstalter bilden. Zum anderen sind Eilversammlungen ausgenommen, die sich dadurch auszeichnen, dass der "mit der Versammlung verfolgte Zweck bei Einhaltung der Anmeldefrist nicht erreicht werden kann", wie es im Landesversammlungsgesetz heißt. Die Demonstration am Sonntag zählte die Polizei zu den Eilversammlungen.

Die Beamten gehen davon aus, dass die Angegriffenen auf dem Rückweg von einer Demonstration in Magdeburg waren. Sie seien dem rechten Spektrum zuzuordnen, hieß es von der Polizei.

Polizeilicher Staatsschutz ermittelt

Die Ermittlungen laufen weiterhin gegen Unbekannt. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung der tätlichen Auseinandersetzung vom Samstagabend. Zeugen, die etwas beobachtet haben oder Hinweise zu den mutmaßlichen Tätern geben können, werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau unter der 0340/6000-291 oder per E-Mail lfz.pi-de@polizei.sachsen-anhalt.de zu melden. Dem Polizeisprecher zufolge sind bereits erste Hinweise eingegangen.

Weil eine politische Motivation hinter der Tat nicht ausgeschlossen werden kann, ermittelt auch die Abteilung Polizeilicher Staatsschutz der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau.

Quelle: MDR/mh,cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Januar 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2019, 18:24 Uhr

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27 Kommentare

23.01.2019 18:06 Benutzer 27

23.01.2019 11:29 Wolpertinger

warum vergessen sie die anderen Opfer?

23.01.2019 18:00 Benutzer 26

23.01.2019 10:48 Mediator an Benutzer(16) 20
Lieber Benutzer, wo sehen sie denn das Problem in meiner Aussage?

wo soll ich da anfangen?

alles.

Bildungssystem? ächzt

Sozialsystem? ächzt

Gesundheitssystem? zwei klassen Medizin

Wir haben Armut im Land dank SPD, Grüne.

Hartz 4 war nur dazu bestimmt die Löhne zu senken.

Das haben wir ihren hochgelobten Altparteien zu verdanken. Nur dazu müsste man in der Wirklichkeit leben.
Wie ich.

23.01.2019 17:53 flo 25

@20 Sicherung der Arbeitsplätze, da geb ich ihnen recht , ist eine sehr gute Option. Aber müssen denn in D alle Menschen dieser Welt beschäftigt werden ? Ein Einwanderungsgesetz wie in Kanada wäre da wohl hilfreich. Der Unmut hier entsteht doch überwiegend durch Wirtschaftsflüchtlinge, welche durch Bildungsdefizite keinen Job finden und kriminell werden um ähnlichen Wohlstand zu erlangen wie es einigen Einheimischen möglich ist.