Umweltschutz Fischtreppe an der Mulde in Dessau fertig

Bislang war die Mulde in Dessau für Wanderfische, die den Fluss hinaus schwammen, eine Sackgasse. Nun wurde nach 20 Jahren Planung und Bau eine Fischtreppe fertiggestellt, die den Fischen den Weg in ihre Laichgebiete ermöglicht.

Die Fischtreppe am Stadtwehr in Dessau ist freigegeben worden. Ein echtes Mammut-Projekt, an dem 20 Jahre lang gearbeitet worden war. Die Treppe ist etwa 100 Meter lang und einen Meter tief. Sie ermöglicht Lachsen, Stören und anderen Fischen, ein bislang unüberwindbares Hindernis zu umgehen: Ein Wehr, das je nach Wasserstand eine bis zu zweieinhalb Meter hohe Wand bildete.

Fischtreppe
Störe, Lachse und andere Wanderfische können das Stadtwehr nun umgehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Diplom-Biologe Claus Bräuning erklärt, wie die Fische die neue Umleitung überhaupt finden können: "Durch den Fischpass wird eine Strömung in das Unterwasser des Wehres geführt, die die Fische wahrnehmen können." So fänden die Tiere gezielt den Eingang zum Fischpass.

Kosten: 7,3 Millionen Euro

Zwei Jahre dauerten die Bauarbeiten an der Fischtreppe. Insgesamt kostete das Umweltschutzprojekt 7,3 Millionen Euro.

Fischtreppe
Etwa 100 Meter lang ist die Strecke der Fischtreppe. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine private Initiative wollte schon vor Jahren ein günstigeres Wehr mit Treppe errichten – allerdings wäre diese Variante zu klein für die bis zu drei Meter langen Störe gewesen.

"Über diese Treppe können der Lachs, der Stör und andere Fische wieder zurückwandern in ihre Laich-Gründe“, sagte Umweltministerin Claudia Dalbert (Bündnis90/Die Grünen) MDR SACHSEN-ANHALT. Sie glaube, alle seien begeistert, wenn die ersten Störe gesichtet werden.

Fische werden gezählt

Ob die neue Treppe von den Fischen auch wirklich benutzt wird, ist noch unklar. In den kommenden acht Wochen werden Sachverständige vom Wasserschutz zählen, wie viele und welche Fische die Treppe benutzen, um Mulde-aufwärts zu wandern.

Quelle: MDR/rj

Dieses Thema im Programm: MDR S-ANHALT | MDR SACHSEN-ANHALT | 22. März 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. März 2019, 21:12 Uhr

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2 Kommentare

23.03.2019 15:55 Holger Pietzsch 2

Mit Befremden muss die Öffentlichkeit abermals zur Kenntnis nehmen, dass die ökologische Durchgängigkeit der vereinigten Mulde für die Ministerin, den LHW, den LAV und die Stadt Dessau-Roßlau nach wie vor ein Fremdwort oder Genannten völlig egal ist.
Nur um anzudeuten, wofür das LSA Steuergelder hemmungslos zum Fenster rauswirft, hier kurz die allgemein gültige Definition für eine Fischaufstiegsanlage:
* Fischaufstiegsanlagen sind Bauwerke, die für Fische (und Makrozoobenther) auffindbar sein müssen !!! UND !!! die Passage über ein Wanderhindernis sowohl für die größten und leistungsschwächsten Arten und Entwicklungsstadien ohne Zeitverlust, Stress und Verletzungsrisiken an mindestens 300 Tagen pro Jahr (Q330 – Q30) und auch bei Tideeinfluss ermöglichen. *
Diese Anforderung erfüllt die FAA für den atlantischen Lachs . Der Stör diente lediglich dazu, die Baukosten in die Höhe zu treiben ;))

23.03.2019 10:22 Leser 1

Bravo. Das wäre die erste fischtreppe in Deutschland, die funktioniert und Erfolg bringt. Nun werden Fische gezählt in mehreren Metern Tiefe. Den Spaß darf man sich nicht entgehen lassen und auch nicht die lohnzettel der Zähler. Keine Satire.

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