Fischtreppe Dessau Nach 140 Jahren: Erster Meereslachs zurück in der Mulde

An der neuen Fischtreppe in Dessau haben Biologen zum ersten Mal einen ausgewachsenen Lachs entdeckt. Der Fund gilt als echte Sensation – schließlich ist es der erste nachgewiesene ausgewachsene Lachs in der Mulde seit 140 Jahren. Er misst stolze 80 Zentimeter.

Lachs an der Mulde
Der "Sensations"-Lachs aus der Mulde Bildrechte: MDR/Susanne Reh

Bei einer Kontrolle an der neuen Fischtreppe an der Mulde in Dessau ist Biologen zum ersten Mal ein ausgewachsener Lachs in die Reuse geschwommen. Der Fisch ist 80 Zentimeter lang, mindestens zwei Jahre alt und muss demnach schon einmal aus dem Meer gekommen sein.

Für den Biologen Wolfgang Schmalz, der seit zehn Wochen an der Fischtreppe in Dessau die Fische zählt, ist der Fund eine regelrechte Sensation. Denn seit 1880 gilt der Lachs in der Mulde als ausgestorben. Dabei gehörte der Fluss einst zu den bedeutendsten Lachs-Gewässern Mitteldeutschlands. Doch die Wehre entlang der Mulde waren für die Fische ein unüberwindbares Hindernis.

Millionenprojekt Fischtreppe Dessau

Mit dem Bau von Fischtreppen in Sachsen-Anhalt ist der Fluss wieder für Wanderfische durchgängig. Dabei gilt die Fischtreppe in Dessau als Mammut-Projekt. 20 Jahre wurde geplant, zwei Jahre gebaut, 7,3 Millionen Euro wurden insgesamt investiert.

Die Treppe ist etwa 100 Meter lang und einen Meter tief. Sie ermöglicht Lachsen, Stören und anderen Fischen seit diesem Frühjahr, ein bislang unüberwindbares Hindernis zu umgehen: Ein Wehr, das je nach Wasserstand eine bis zu zweieinhalb Meter hohe Wand für die Fische bildete.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. November 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. November 2019, 14:49 Uhr

2 Kommentare

MONDSPUCKE vor 3 Wochen

Seit 1880 mit der Industrialisierung , verschwand der Lachs aus der Mulde bei Dessau. Der Fluss hatte einst größtes Vorkommen des Lachses in Mitteleuropa.
Wer die Mulde noch aus den 80igern kennt, für den ist diese Sensationsmeldung ein kleines Wunder....
7,3 Millionen wurden für die Planung und den Bau ausgegeben.
An dieser Summe sollte sich keiner stören, hier wurde zum einen sogar mal in die Natur investiert, zum anderen ist es nur ein Bruchteil an Wiedergutmachung, was wir Menschen diesem Fluss und seinen Bewohnern angetan haben...
Eine der ganz wenigen Entscheidungen in unserem Land ,die wenn auch lange brauchte, weitreichend und nachhaltig ist.
Dankeschön an alle Entscheidungsträger und den ausführenden Baufirmen.
Andreas Frenzel

GerdMueller vor 3 Wochen

Genau so einen habe ich in der Mulde ausgesetzt, war bei Netto im Angebot.🤪

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