Schild vor dem Landgericht Dessau-Roßlau
Einem Gefangenen ist vom Landgericht Dessau die Flucht gelungen. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Von Verhandlung am Landgericht Gefangener in Handschellen in Dessau geflohen

Die Polizei sucht in Dessau nach einem geflohenen Gefangenen. Der Mann konnte sich vor einer Verhandlung am Landgericht Dessau aus einem Gefangenentransporter befreien. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Schild vor dem Landgericht Dessau-Roßlau
Einem Gefangenen ist vom Landgericht Dessau die Flucht gelungen. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

In Dessau sucht die Polizei nach einem geflohenen Gefangenen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Burg. Der Mann war am Montagmorgen in einem Gefangenentransporter zu einer Verhandlung ins Landgericht Dessau gebracht worden. Er habe seinen Verpflegungsbeutel in das Gesicht eines Beamten geschlagen. Beim Öffnen der Transportertür sprang er an den Bediensteten vorbei und floh in den Dessauer Stadtpark. Er hatte sich während des Transports mit einer Hand aus seiner Handfessel befreien können. Das teilte das Justizministerium mit.

Für die Bevölkerung gehe keine Gefahr von dem Geflohenen aus, sagte der Sprecher des Justizministeriums, Detlef Thiel, MDR SACHSEN-ANHALT. Thiel sagte am Montagnachmittag, der Mann sei vor Gericht und in Haft bislang nicht gewalttätig geworden.

Keine Hinweise auf Fehler der Beamten

"Wir können nicht erklären, wie ihm das gelungen ist", sagte Thiel. Der Vorfall werde nun aufgearbeitet, die beteiligten Beamten befragt. Laut Justizsprecher ist die Polizei mit einem Großaufgebot mit Spürhunden im Einsatz. Auch ein Polizeihubschrauber wurde angefordert. Wie ein Reporter von MDR SACHSEN-ANHALT berichtete, durchsuchten die Beamten Kleingärten im Tiergarten in Dessau.

"Das darf nicht passieren", sagte Thiel. Er betonte aber auch, dass man die Flucht von Gefangenen nie einhundertprozentig ausschließen könne. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Beamte sich falsch verhalten hätten. Thiel erklärte weiter, dass Gefangenentransporte eigentlich in der Tiefgarage des Landgerichts halten. Das sei im Moment wegen Bauarbeiten aber nicht möglich. "Im Sinne der Flucht war das hilfreich für den Gefangenen", räumte Thiel ein. Er verwies aber darauf, dass "auch Bauarbeiten mal stattfinden müssen".

Polizei bittet um Mithilfe

Wer den geflohenen Häftling sieht, soll sich laut Thiel an die nächste Polizeidienststelle wenden. Der Gesuchte soll 27 Jahre alt sein und ein weißes T-Shirt tragen. An einer Hand könnte er eine Handfessel tragen.

Er soll nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT einer Diebesbande angehören. Der Bande wird vorgeworfen, mindestens 20 Mal in Tankstellen und Supermärkte eingebrochen zu sein. Außerdem sollen sie bei einem Einbruch in Delitzsch zwei Luxussportwagen und 50.000 Euro gestohlen haben. Der Mann verbüßt derzeit eine mehrjährige Haftstrafe an der JVA Burg, wegen Diebstahls und Fahrens ohne Führerschein.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. August 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. August 2018, 19:43 Uhr

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9 Kommentare

07.08.2018 09:02 Katja Rittel 9

Die Täterbeschreibung ist unglaublich. 27 Jahre, männlich und ein weißes T-Shirt. Wie viele wird es da geben? Naja, da ist ja noch die Handschelle! Existiert kein Foto von einem Inhaftierten?

07.08.2018 08:43 Bernd L. 8

Auf den Mann passt der Begriff "Geflüchteter".
Wenn Linke und GrünInnen von Hilfe für und Akzeptanz von Geflüchteten sprechen, dann meinen sie solche Leute oder?

06.08.2018 17:22 Fragender Rentner 7

Das ist bestimmt ein geschickter Mensch, wo können wir den noch einsetzten? :-)