22-jähriger Regisseur Hans Höpfer Ziel Hollywood: Junges Filmtalent aus Dessau will durchstarten

Hans Höpfner aus Dessau träumte schon als Kind vom Filmgeschäft. Mit 13 hat er seinen ersten Camcorder geschenkt bekommen und damit alles gefilmt, was ihm vor die Linse kam. Inzwischen hat er drei Kurzfilme gedreht – alle wurden bei Filmwettbewerben ausgezeichnet. Sein Ziel hat er damit aber noch lange nicht erreicht.

von Martin Krause, MDR SACHSEN-ANHALT

Hans Höpfner am Computerschnittplatz.
Hat die Szene und seine Zukunft im Blick: Filmtalent Hans Höpfner. Bildrechte: Philipp Schüller

Vergeblich sucht man am Set nach einem Stuhl mit seinem Namen. Hans Höpfner nimmt es mit Gelassenheit: "Ich denke, dass ich auch so ein gewisses Standing habe."

In der Tat. Der 22-Jährige hat seinen fertigen Film bereits im Kopf. "Das ist meine Vision, die setze ich um", sagt der junge Regisseur. Kamera läuft. Ton ab. "Action!"

Mit Videokassetten fing alles an

Höpfner verfolgt die Szene am Bildschirm aufmerksam. Der hochaufgeschossene Dessauer gibt klare Anweisungen – freundlich, aber bestimmt. "Ich bin stolz auf das Team, denn ohne das Team funktioniert nichts." Das hat Hans Höpfner früh gelernt. Von seiner Oma hat er eine Videokamera bekommen. "Noch mit Kassetten", sagt er lachend. Damals zog er mit Freunden in Dessau los, filmte in jeder freien Minute.

Hans Höpfner am Computerschnittplatz.
Hans Höpfner macht mit Leidenschaft gerne Filme. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Höpfner will Geschichten erzählen. "Ich hab eine Idee und die will ich anderen zeigen, das macht mich glücklich." Dabei strahlen die hellblauen Augen des jungen Filmemachers. Der 22-Jährige schaut selber gern Filme. "Die fabelhafte Welt der Amélie", ein Streifen, der ihn gepackt hat. "Der Film hat mich emotional berührt, ich hab mit den Charakteren gelitten". Gefühle vermitteln, das möchte Hans Höpfner auch mit seinen Produktionen. "Wenn das Publikum sogar akustisch reagiert, hab ich alles richtig gemacht", sagt der Regisseur.

Drei ausgezeichnete Kurzfilme

Er weiß, wovon er spricht. Als Abiturient drehte Höpfner seinen ersten 15-minütigen Kurzfilm. Mit seinem Erstlingswerk gewinnt er auf Anhieb den Bürgermedienpreis. Höpfner lässt zwei weitere Filme folgen. Beide Produktionen überzeugen Jury und Publikum. Zweimal gewinnt der Dessauer den Jugendvideowettbewerb des Landes Sachsen-Anhalt. "Ich hab mich riesig gefreut, aber ich bleibe auf dem Boden", sagt der junge Mann bescheiden.

An Ideen mangelt es Hans Höpfner nie. Ideen für seine Filme findet er im privaten Umfeld. Mal geht es um Probleme in der Schule, um eine ungewöhnliche Liebe oder um einen Internet-Chat, der aus dem Ruder läuft. Höpfners Filme bewegen, inspirieren, regen zum Nachdenken an. Der Filmemacher aus Dessau fordert sein Publikum. Und auch sich selbst. Ein konkretes Vorbild hat der junge Regisseur nicht. "Werke von Darren Aronofsky finde ich gut, ich würde aber nicht solche Filme machen", sagt der 22-Jährige. Höpfner will eigene Wege gehen.

Hans Höpfner mit Kamera.
Hans Höpfner in seinem Element. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Ich mache das natürlich auch für mich selber, weil ich den Drang habe, etwas zu erzählen oder zu erschaffen. Aber ganz viel ist es auch einfach so für das Publikum. Man bekommt die Reaktion und die ist dann bestenfalls auch eine akustische. Das ist etwas, wo ich merke, dass ich genau das Richtige mache.

Hans Höpfner, Filmemacher

Späterer Oscar nicht ausgeschlossen

Derzeit studiert er Medienpädagogik und Kulturwissenschaften an der Hochschule Merseburg. "Ich will nächstes Jahr an die Filmuniversität nach Babelsberg", sagt er. Höpfner will Regisseur werden. "Es gibt keine Alternative, das macht mich glücklich, ich lasse davon nicht ab."

Der Dessauer hat einen klaren Plan. Und auch Träume. Eine große Premiere seines Filmes vor ausverkauftem Haus möchte er erleben. "Und einmal mit meinem Lieblingsschauspieler Leonardo DiCaprio gemeinsam einen Film drehen." Und einen Oscar für die beste Regie gewinnen? "Das wäre natürlich das Allerbeste", sagt der Filmemacher mit leuchtenden Augen. Wenn das klappt, hätte Hans Höpfner am Set dann sicher auch einen Stuhl mit seinem Namen.

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 22. Januar 2020 | 07:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2020, 09:24 Uhr

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