Plan von Rechtsausschuss Unabhängige Juristen sollen Tod von Oury Jalloh aufklären

13 Jahre nach dem Feuertod von Oury Jalloh sollen nun zwei Experten Licht ins Dunkel der Ermittlungen bringen. Der Rechtsausschuss des Landtages will so einen unabhängigen Blick von außen ermöglichen. Noch im Mai wollen die Abgeordneten eine Entscheidung dazu treffen.

Der Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh soll durch zwei unabhängige juristische Berater aufgeklärt werden. Das bestätigten der CDU-Fraktionsvorsitzende Siegfried Borgwardt und der Grünen-Landtagsabgeordnete Sebastian Striegel am Freitag MDR SACHSEN-ANHALT. Borgwardt sagte, die Verträge müssten noch unterzeichnet werden.

Renommierte Experten beauftragt

Bei den Beratern handelt es sich demnach um den früheren Bundestagsabgeordneten und Rechtsanwalt Jerzy Montag von den Grünen sowie um den früheren Bundesverfassungsrichter Herbert Landau. Laut Borgwardt haben sich beide bereits durch andere Fälle als Berater einen Namen gemacht. So hatte Montag als Sonderermittler im Bundestag den Komplex der rechtsextremen Terrorzelle NSU untersucht; Landau hatte im Auftrag der sächsischen Landesregierung ab 2016 den Suizid des terrorverdächtigen Jaber Albakr in der JVA Leipzig aufgearbeitet.

Rechtsausschuss des Landtages muss noch zustimmen

Striegel zufolge sollen die beiden Juristen die Polizei- und Justizakten im Fall Jalloh sichten und neu bewerten. Striegel sagte, die Experten würden einen unabhängigen Blick von außen garantieren. Borgwardt erklärte, indem man zwei Berater einsetze, würde man die Untersuchungen auf breite Füße stellen. Die Landespolitiker verwiesen darauf, dass der Rechtsausschuss im Mai darüber noch entscheiden müsse.

Oury Jalloh war ein in Deutschland lebender Asylbewerber aus Sierre Leona. 2005 war er in einer Dessauer Polizeizelle verbrannt. Bis heute ist nicht geklärt, wie es dazu kommen konnte. Vor wenigen Wochen hatte ein an der Aufklärung beteiligter Gutachter im MDR-Interview ausgeschlossen, dass sich Jalloh selbst angezündet haben kann.

Als erstes hatte am Freitag die Mitteldeutsche Zeitung darüber berichtet.

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Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 13. April 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. April 2018, 19:33 Uhr

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68 Kommentare

15.04.2018 19:20 Klaus 68

@ { 15.04.2018 17:49 Kritischer Bürger }
Offensichtlich haben Sie es immer noch nicht begriffen. Das in Dessau unter merkwürdigen Umständen Gefangene im polizeilichen Gewahrsam zu Tode kommen, dafür braucht man keine Beweise, das ist Fakt. Fakt ist auch, dass die Polizei das nicht im Griff hat oder eigene Taten vertuscht. Sie können sich jetzt einer der beiden Versionen aussuchen, eine oder gar beide in Tateinheit trifft auf jeden Fall zu. Und das ist der Grund warum es hier keine Ruhe geben wird, bis die Täter hinter Gitter sitzen. Es gibt Leichen und es gibt einen Tatort. Wir warten nun auf die Aufklärung und so lange wird es keine Ruhe geben und das ist auch gut so. Ein Ergebnis "Wir wissen nichts" ist kein Ergebnis. Das wird vielleicht in irgendeiner Bananenrepublik akzeptiert, aber nicht bei uns. Das sollten unsere Besorgten mittlerweile begriffen haben.

15.04.2018 17:49 Kritischer Bürger 67

@Klaus 63: +...Heißt das, dass die Polizei in Dessau nicht weiß was da in den Zellen vor sich geht? ...+ Ihre Auslegung. Niemand, außer die selbsternannten Befürworter für das Recht, das diese Sache JA NUR EIN MORD gewesen sein kann, kennt die genauen Umstände, was da wie, wann und basierend auf Mutmaßungen hinsichtlich sgn. verschwundener Beweise und Beweise die erst später entdeckt wurden, kann niemand behaupten NUR SEINE VERSION ist die einzig und alleinig Richtige! Ich schrieb ja auch vor kurzem: Wird Hr.Striegel und die Bürger für entsprechende Aufklärung danach Ruhe geben, wenn auch diese beiden jetzt eingesetzten hohen und mit Vorschuss-Lorbeeren belegten Ermittler auch nur zu dem bisherigen Ergebnissen kommen? NSU ist immer noch der Fall eines Gerichtes.

15.04.2018 17:48 Tanja Bertold 66

K. Schütze!

Ist bei Ihnen alles in Ordnung oder haben Sie sich im Kommentarraum geirrt?

Illegal? Geht's noch? Dies nenn ich jetzt mal Lügen verbreiten.

Aber selbst wenn (Ihrer Meinung nach), darf ein geduldeter Afikaner nicht gesund den Gewahrsam verlassen?

Zumindestens in Dessau ist dieses Szenario ja wohl nicht selbstverständlich, wie weitere Fälle beweisen.

Wieviel bezahlen Sie durch diesesn Fall an Steuern mehr?

Im Übrigen waren damals wie auch derzeit nicht die von Ihnen so gehassten "Linke Gutmenschen" an der Macht. Weder im BT noch im LT.

Es waren die von Ihnen gar nicht erwähnten Lemminge der CDU!

Das sieht bestimmt nicht gut aus, Mord im Polizeigewahrsam ...