Mit Menschenkette Protest gegen geplante Schließung von Karstadt in Dessau

Die Mitarbeiter von Karstadt in Dessau wollen die geplante Schließung ihrer Filiale nicht hinnehmen. Seit die Pläne bekannt wurden, tragen die rund 60 Beschäftigten der Warenhauskette in der Bauhaus-Stadt nur noch schwarze Kleidung bei der Arbeit. Am Donnerstag haben sie gemeinsam mit Kunden lautstark für den Erhalt des Warenhauses demonstriert.

Menschen stehen bei einer Demonstraton vor der Karstadt Filiale in Dessau.
Menschenkette gegen die Schließung: In Dessau wollen die Karstadt-Mitarbeiter das geplante Aus ihrer Filiale nicht hinnehmen. Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau

In Dessau haben am Donnerstag mehr als 100 Mitarbeiter und Kunden für den Erhalt der Karstadt-Filiale in der Stadt demonstriert. Mit Trillerpfeifen, Plakaten und einer Menschenkette forderten sie, das Kaufhaus im Rathaus-Center dürfe nicht geschlossen werden. Pläne des Konzerns sehen vor, das Warenhaus in der Dessauer Innenstadt im Oktober dieses Jahres zu schließen.

Mehrere Menschen stehen mit Plakaten in einer Menschenkette vor der Karstadt-Filiale in Dessau-Roßlau.
Für Karstadt in Dessau arbeiten etwa 60 Frauen und Männer. Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau

Eine Reporterin von MDR SACHSEN-ANHALT berichtete, die Mitarbeiter hätten kämpferisch auf sie gewirkt. Unter den Demonstranten waren demnach auch Kunden und eine Karstadt-Mitarbeiterin aus Magdeburg. Gemeinsam bildeten sie – unter Wahrung der Abstandsregeln – eine Menschenkette um das Kaufhaus.

Seit Bekanntwerden der Schließungspläne tragen die etwa 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Karstadt in Dessau im Verkaufsraum nur noch schwarze Kleidung. Die Stimmung in der Belegschaft sei mies, sagten Mitarbeiterinnen am Rande der Demo.

Wir verstehen nicht, warum unser Warenhaus geschlossen werden soll.

Mitarbeiterin von Karstadt in Dessau-Roßlau

Im Vorfeld der Demonstration hatte auch Dessau-Roßlaus Oberbürgermeister Peter Kuras (FDP) angekündigt, alles ihm Mögliche für den Verbleib der Karstadt-Filiale tun zu wollen. Kuras sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er habe großes Interesse daran, "diese schöne Einkaufsmöglichkeit" in der Stadt zu erhalten. Ob die Filiale noch zu retten ist, ist allerdings offen.

Bundesweit 62 Filialen mit mehr als 5.300 Mitarbeitern betroffen

Das Warenhaus in Dessau ist eine von bundesweit 62 Filialen, die die angeschlagene Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof schließen will. Das war Mitte Juni bekannt geworden. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrates werden gut 5.300 der insgesamt rund 28.000 Beschäftigten ihren Job verlieren. Ein Grund für die Schließungspläne sind gravierende Umsatzeinbußen wegen der Coronavirus-Pandemie. Bis 2022 rechnet der Konzern mit Verlusten von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

Menschen stehen bei einer Demonstraton vor der Karstadt Filiale in Dessau.
Die geplante Schließung von bundesweit 62 Filialen hängt auch mit der Coronavirus-Pandemie zusammen. Galeria Karstadt Kaufhof hatte seine Filialen wochenlang nicht öffnen dürfen. Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. Juli 2020 | 08:40 Uhr

3 Kommentare

Anhaltiner vor 5 Wochen

Am Donnerstag haben sie gemeinsam mit Kunden lautstark für den Erhalt des Warenhauses demonstriert. Aber eben machtvoll. Wenn dann noch der OB Kuras dazu kommt.....Dagegen fordert die Gewerkschaft Verdi den Erhalt aller mitteldeutschen Filialen. Fachbereichsleiter Lauenroth-Mago sagte MDR AKTUELL, die sieben Häuser in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen funktionierten und machten alle ihr Geschäft. Da kann doch Verdi die Kaufhäuser übernehmen .Lauenroth-Mago weiß doch wie es zu gehen hat.

ElBuffo vor 5 Wochen

Das Corona-Virus ist doch nicht der Grund. Das hat nur noch einmal die Probleme aufgezeigt und das Unvermeidliche beschleunigt. Klar kann man da demonstrieren. Aber der OB wird wohl kaum die Miete für Karstadt zahlen, nur damit die dableiben.
Da ist wohl zuerst mal der Vermieter gefragt. Aber der ist das natürlich auch in einer unvorteilhaften Position. Die Preise sind auf diesem Markt ohnehin gerade mächtig unter Druck. Und wenn er da jetzt anfängt, die Miete ordentlich zu senken, kommen auch gleich alle anderen.

ossi1231 vor 5 Wochen

Die globale Elite will und braucht das nicht, damit weg.

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