Zu hohe Kosten Pläne für E-Busse in Dessau gescheitert

Zum Bauhausjubiläum sollten in Dessau die ersten E-Busse fahren. Es wären die ersten elektrisch betriebenen Busse in ganz Sachsen-Anhalt gewesen. Doch aus Kostengründen werden die Pläne vorerst nicht weiterverfolgt.

Radkasten eines Elektro-Bus
Elektro-Busse werden erstmal nicht durch Dessau rollen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die ersten Elektrobusse in ganz Sachsen-Anhalt sollten in diesem Jahr in Dessau-Roßlau auf die Straßen kommen. Zum Bauhausjubiläum war geplant, dass zwei E-Bus-Linien starten. Doch die Pläne dafür sind vorerst gescheitert. Laut dem Sprecher der Stadtwerke Dessau, Christian Mattke, lässt sich das Projekt derzeit finanziell nicht umsetzen. Denn obwohl es Fördergelder vom Land für die Anschaffung der Busse gebe, sei die Finanzierungslücke für die Stadtwerke zu hoch.

Planungen seit 2017

Im Dezember 2017 hatten Verkehrsminister Thomas Webel ( CDU ), die Nahverkehrsgesellschaft Nasa und die Stadt Dessau-Roßlau das Projekt angekündigt. Zum 100-jährigen Bauhaus Jubiläum im Jahr 2019 sollten auf den Linien 11 und 12 die ersten E-Busse durch die Stadt rollen – so das Ziel. Webel sagte damals: "Wir betreten hier gemeinsam Neuland. Noch gibt es keine Erfahrungen mit Elektrobussen im Land. Deshalb unterstützen wir Kommunen und Unternehmen bei der Einführung von Elektromobilität." Elektrobusse seien ein wichtiger Beitrag für weniger CO2-Ausstoß im Verkehr und tragen zum Schutz der Umwelt bei.

E-Busse sind deutlich teurer

Daraufhin untersuchte die Nasa das Potenzial für E-Busse, berichtet Sprecher Wolfgang Ball. Es wurde ein Plan zur Umsetzung erstellt, in dem es um den Ausbau, die Ausstattung und Beschaffung des Elektrobussystems ging. Die konkrete Umsetzung lag laut Ball aber bei den Verantwortlichen in Dessau. Problematisch war, dass die Anschaffung und der Betrieb von Elektrobussen deutlich teuer sei als bei herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen. Der Nasa-Sprecher betont, dass E-Busse eine aufwendige Infrastruktur mit Ladesäulen benötigen. Das Land zahle zwar 80 Prozent der Mehrkosten für elektrisch betriebene Busse und die benötigte Ladeinfrastruktur. Der Eigenanteil könne aber trotzdem hoch sein, so Ball.

Die Nasa bedauert, dass die E-Busse nun nicht auf die Straßen in Dessau kommen. "Wir haben den Boden bereitet“, sagte Ball. Doch auch weitere Gespräche zwischen Nasa, Ministerium und Stadt, in denen nach zusätzlichen Geldquellen gesucht werden sollten, hätten letztlich nicht zum Erfolg geführt.

Dessau: Viele Busse mit Erdgas

Dass bei der Dessauer Busflotte der Umweltaspekt bereits eine große Rolle spielt, zeigt sich den Stadtwerken zufolge daran, dass mehr als die Hälfte der Fahrzeuge von Erdgas angetrieben wird. Das sei Sprecher Mattke deutlich klimafreundlicher als mit Diesel. Im Bereich E-Mobilität setzten die Stadtwerke derzeit auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Vier neue Ladesäulen sollen noch in diesem Jahr errichtet werden.

Vergleich zeigt: Kaum E-Busse unterwegs

Der Blick auf den deutschlandweiten Einsatz von E-Bussen zeigt, dass diese bislang kaum verbreitet sind. Branchenangaben zufolge sind erst rund 100 von 35.000 Bussen voll elektrisch unterwegs. In Europa sind es laut Verkehrsexperten der Beratungsgesellschaft McKinsey etwa 1.500. Die größten Hindernisse sind wie auch bei Elektroautos die hohen Anschaffungskosten und vergleichsweise geringe Reichweiten.

Quelle: MDR/sp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. Juni 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Juni 2019, 18:49 Uhr

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15 Kommentare

11.06.2019 19:09 Enrico Pelocke 15

Ich bin auch für O-Busse statt der Batteriebusse wegen der schlechten Umweltbilanz der Batterien.
@3: Woher haben Sie die Info, daß die Batteriebusse eine Idee der Grünen sind? Ich dachte, die CDU treibt sie voran. Von den Grünen habe ich dazu bisher noch nichts gehört.

10.06.2019 18:37 Bernd L. 14

Frank Gusenda 11:
Diesel ist eine der umweltfreundlichsten Technologien (mit relativ geringem C02-Wert) und E-Autos sind wegen der Batterien besonders umweltschädlich. Ein E-Auto hat die CO2 Bilanz eines normalen Autos bei 100000 km.
Das sind technische Fakten- die haben nur mit Sachverstand, aber gar nichts mit Parteienpräferenz zu tun.

10.06.2019 17:35 Ralf 13

Hallo Frank, man kann nicht sagen das dieses Problem an die Anhänger der AFD liegt. Ich selber bin kein AFD Mitglied, nur die Technik ist noch nicht so weit, das ohne hohe Nebenkosten die Umstellung auf E Busse stattfinden kann. Dessau hat ein sehr neu ausgebautes Gas Netz für Fahrzeuge was durch die Stadtwerke bedient und unterhalten wird. Dessau ist schon sehr hoch verschuldet und muss nicht noch mehr in die Schuldenkasse hineingezogen werden. Der Rohstoff für E Batterien ist sehr teuer und wird leider im den armen Ländern unter Menschen verachteten Methoden abgebaut, ohne Umweltschutz. Das sollte beachtet werden.

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