Zugang zu Elbwiesen Roßlau
Zugang zu den Elbwiesen in Roßlau, wo es zu der Tat gekommen sein soll. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Verdächtiger in U-Haft Ermittlungen nach mutmaßlichem Kindesmissbrauch in Roßlau

Nach dem mutmaßlichen Übergriff auf ein Mädchen in Roßlau vernimmt die Polizei Zeugen und sichert Spuren. Der Verdächtige sitzt weiter in Untersuchungshaft. Gegen den Mann hatte es in der Vergangenheit bereits mehrere Ermittlungsverfahren gegeben. Am Dienstag hat sich zudem eine Zeugin zu Wort gemeldet.

Zugang zu Elbwiesen Roßlau
Zugang zu den Elbwiesen in Roßlau, wo es zu der Tat gekommen sein soll. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Fall des mutmaßlichen Kindesmissbrauchs in Roßlau sind am Dienstag Zeugen befragt und Spuren ausgewertet worden. Das hat die Polizei mitgeteilt. Demnach hat inzwischen ein Fachkommissariat der Polizei-Inspektion Ost die Ermittlungen übernommen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden gegen den Tatverdächtigen in der Vergangenheit schon mehrere Ermittlungsverfahren geführt, allerdings sei keines davon vor Gericht gelandet. Weshalb damals gegen den Mann aus dem afrikanischen Land Niger ermittelt wurde, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit.

Wann werden Ermittlungen eingestellt?

Hält die Staatsanwaltschaft einen Tatverdacht für nicht ausreichend für eine Anklageerhebung, stellt sie das Verfahren ein (§ 170 Abs. 2 StPO). Auch bei leichten Vergehen kann die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren einstellen (§ 153 ff. StPO), etwa wenn die Schuld des Täters als gering anzusehen wäre.

Quelle: Strafprozessordnung

Der Verdächtige soll sich Pfingstsonntag auf den Elbwiesen an dem Mädchen vergangen haben. Pfingstmontag hatte die Polizei mitgeteilt, es bestehe der Verdacht des schweren sexuellen Missbrauchs. Der mutmaßliche Täter sei nach dem Übergriff zunächst mit einem Fahrrad geflüchtet, konnte danach aber durch Zeugenhinweise festgenommen werden.

Duldung wäre bald ausgelaufen

Der Verdächtige ist den Angaben zufolge 27 Jahre alt und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Zuvor hatte er in der Flüchtlingsunterkunft in Vockerode gelebt. Ein Sprecher des Landkreises Wittenberg sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Asylantrag des Mannes sei abgelehnt worden. Die Duldung des Mannes wäre demnach kommende Woche ausgelaufen.

Dies bedeute aber nicht automatisch, dass der Mann abgeschoben worden wäre, da dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssten, so der Landkreis. Dazu zählten etwa gültige Papiere. Seien solche Voraussetzungen nicht erfüllt, dann werde die Duldung verlängert. Das Innenministerium wollte zu dem Fall aufgrund der laufenden Ermittlungen am Dienstag nichts sagen.

Zeugin: "Wussten, dass das eine abnormale Situation ist"

In Roßlau selbst hat sich am Dienstag eine Zeugin zu den Geschehnissen geäußert:

Fall wird instrumentalisiert

Nach Bekanntwerden des Falls hatte es noch am Sonntag eine Demonstration in Roßlau gegeben. Laut Polizei waren unter den 120 Teilnehmern auch einige Personen aus dem rechtsextremen Spektrum.

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Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2019, 11:01 Uhr