Die Glasfassade des Neubaus des Bauhaus-Museums Dessau
Die Glasfassade des Bauhaus-Museums sollte etwas ganz Besonderes werden, steht nun aber scharf in der Kritik. Bildrechte: BUND

Tödliche Spiegelungen Vogelfalle Bauhaus-Museum? – BUND fordert Nachbesserungen

Mit seiner transparenten und spiegelnden Glasfassade soll der Neubau des Bauhaus-Museums Dessau wie eine Art Raumschiff aus Glas wirken, inmitten des Stadtparks. Doch genau diese Glasfassade sorgt nun für Unmut beim Bund für Umwelt und Naturschutz. Er sagt: Es droht massiver Vogelschlag.

Die Glasfassade des Neubaus des Bauhaus-Museums Dessau
Die Glasfassade des Bauhaus-Museums sollte etwas ganz Besonderes werden, steht nun aber scharf in der Kritik. Bildrechte: BUND

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Glasfassade des neuen Bauhaus-Museums in Dessau scharf kritisiert. Sie sei eine Todesfalle für Vögel. Deshalb fordert der BUND nun Nachbesserungen an der Fassade des Museum-Neubaus.

BUND-Vogelschutzexpertin Claudia Wegworth sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das Problem sei die starke Spiegelung der Fassade. Das Gebäude befinde sich am Rande des Stadtparks in Dessau und sei rundherum verglast: "Vögel sehen darin nur die sich spiegelnde Umgebung." Die Tiere fliegen immer mit hoher Geschwindigkeit, und wenn sie auf so eine Glasfassade prallten, ende das in 75 Prozent der Fälle tödlich.

Scheiben sichtbar machen

Wegworth fordert, das Gebäude nachzurüsten: "Man muss diese Scheiben für den Vogel sichtbar machen." Das funktioniere auch mit Hilfe einer Folie, die die Spiegelung unterbreche. Die BUND-Expertin erklärt das so: "Somit wird das dann für den Vogel schon von Weitem sichtbar, so dass er im Flug merkt: 'Oh, hier komme ich überhaupt nicht vorbei.'"

Das Bauhaus-Museum Dessau soll am 8. September 2019 eröffnet werden. Dazu erklärte Wegworth, eine Nachrüstung des Gebäudes sei schnell machbar. Die Stiftung Bauhaus Dessau und die Stadt Dessau-Roßlau als Genehmigungsbehörde waren am Montag auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT nicht zu erreichen.

Vision vom Raumschiff aus Glas

Der Neubau des Museums mit seinen 2.100 Quadratmeter Ausstellungsfläche kostet 28 Millionen Euro. Sie werden je zur Hälfte vom Bund und vom Land Sachsen-Anhalt übernommen. Das Design für den Neubau stammt von einem spanischen Architekturbüro, das sich 2015 in einem internationalen Wettbewerb zum Bau des Museums gegen 830 Konkurrenten durchgesetzt hatte. Ihre Vision war eine Art Raumschiff mitten im Stadtpark, das transparent sein soll. Die Glasfassade soll den Blick zum Park, aber auch zur Stadt ermöglichen.

2019 wird die Gründung des Bauhauses vor 100 Jahren gefeiert. In Dessau gibt es mit 44.000 katalogisierten Objekten die weltweit zweitgrößte Sammlung von Exponaten der Architektur- und Designschule. Dazu gehören Möbel und Entwürfe.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Januar 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2019, 17:26 Uhr

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7 Kommentare

24.01.2019 09:05 Louis Kurt 7

Nur eine Frage dazu: Wo hielten sich die staatlich finanzierten , selbst ernannten Experten und Permanentnörgler von BUND und der sogenannten Umwelthilfe während der Planungsphase dieses Projektes versteckt ? Hätte es nicht bereits hier schon genügend Raum und Zeit für Einwände gegeben? Aber nein, es muss ja spektakulär und teuer auf diese Weise die Daseinsberechtigung nachgewiesen werden. Vorsatz oder Unvermögen ….. ?

22.01.2019 20:01 Stefan (Der) 6

@5. Carsten Klatt: Sie meinten bestimmt "Mischpoke". Da kann ich Sie beruhigen. Davon gibt es leider noch zu Wenige. Ich schlage vor, Sie verstehen die genannten Umweltorganisationen einfach als Anwälte der Natur. Die kann sich nämlich nicht selber vertreten. Bei dem ganzen Raubbau, Zerstörung, Vergiftung, etc., braucht auch die Umwelt einen Anwalt, der ihre Interessen wahrnimmt. Der Mensch ist eh übermächtig und egoistisch. Sieht man wieder sehr gut an der Tempolimitdiskussion. Sie stehen eben auf der anderen Seite. Erfreuen Sie sich doch einfach an der Natur, solange noch keine Betonpiste den Wald zerschneidet. Wir haben das im Thüringer Wald schon hinter uns. Wunderbar ist dies jetzt. Können Sie sich anschauen.

22.01.2019 13:58 Carsten Klatt 5

Stefan (Der)

Nein habe ich nicht, ist immer die gleiche Meschpoke. Ich sage nur A143, A14, Ganzjahresprojekt Schierke usw...

Kurzum, der Eine ist nicht besser als der Andere.

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