Ein Wolf durchstreift sein winterliches Gehege.
Gibt es ein neues Wolfsrudel in Sachsen-Anhalt? (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Kühnauer Heide Neues Wolfsrudel bei Dessau vermutet

Nach dem Angriff auf eine Schafherde in Dessau-Kühnau deutet vieles darauf hin, dass es in dem Gebiet ein neues Wolfsrudel gibt. Untersuchungen sollen diesen Verdacht nun bestätigen.

Ein Wolf durchstreift sein winterliches Gehege.
Gibt es ein neues Wolfsrudel in Sachsen-Anhalt? (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In der Kühnauer Heide bei Dessau hat sich möglicherweise ein neues Wolfsrudel angesiedelt. Das hat das Wolfskompetenzzentrum Sachsen-Anhalt mitgeteilt. Mitte August hatten Wölfe dort eine Schafherde angegriffen und mehr als 20 Tiere getötet. Die genetischen Spuren, die vor Ort gesichert wurden, konnten keinem bisher bekannten Wolfsrudel zugeordnet werden, sagt Andreas Berbig vom Wolfskompetenzzentrum. Einiges spreche also dafür, dass Wölfe nun auch in der Kühnauer Heide zu Hause sind.

Augenzeugen wollen die Raubtiere schon mehrfach in der Region beobachtet haben. Außerdem habe es bereits Attacken auf Weidetiere im nahegelegenen Aken gegeben, so Berbig. Das Wolfskompetenzzentrum wolle nun Wildkameras aufstellen und nach Spuren und Hinterlassenschaften der Raubtiere suchen, um die Ansiedlung der Wölfe in der Kühnauer Heide zweifelsfrei zu belegen.

Mindestens 95 Wölfe in Sachsen-Anhalt

Bisher lebten in Sachsen-Anhalt mindestens 95 Wölfe. Das geht aus Erhebungen des Kompetenzzentrums hervor. Im Monitoringjahr 2017/2018, das am 30. April 2018 zu Ende gegangen ist, haben diese mindestens 95 Tiere demnach in 13 verschiedenen Rudeln gelebt. Im Monitoringjahr zuvor war noch von mindestens 80 Wölfen die Rede gewesen. Viele Landwirte und Jäger in Sachsen-Anhalt vermuten schon länger, dass inzwischen deutlich mehr Wölfe hier leben.

Im Moment fühlen sich die Wölfe vor allem im Norden und Osten von Sachsen-Anhalt wohl – zum Beispiel in der Colbitz-Letzlinger Heide, rund um Möckern oder aber der Oranienbaumer oder Annaburger Heide. Allerdings halten sich die Tiere nicht ausschließlich in Sachsen-Anhalt auf. Das Rudel Gartow etwa hält sich auch in Niedersachsen auf, die Tiere rund um Altengrabow oder Göritz-Klepzig leben auch in Brandenburg. 

Der Wolf als natürlicher Feind

Seit 2008 wurden im Land gut 300 Vorfälle gemeldet, bei denen andere Tiere durch Wölfe getötet worden sein sollen. In etwa 200 Fällen bestätigte sich dieser Verdacht. Bei 100 weiteren Fällen gab es andere Ursachen wie Krankheiten, Totgeburten oder aber Hundeübergriffe.

Mehr zum Thema

Zeichnung eines Wolfsgesichts auf einem weißen Blatt Papier
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer | Zeichnung: Simone Dahlmann

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Oktober 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2018, 12:22 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

14 Kommentare

18.10.2018 09:54 ehrenamtlicher Naturschützer 14

Man könnte die Wölfe auch zur Adoption freigeben !?
Mit wie viel Aufwandsentschädigung könnte man rechnen ? Kinderwagen und andere Utensilien habe ich noch. Würde mir bei der Erziehung größte Mühe geben und ihnen beibringen, das sie mit ihren Beutetieren nur kuscheln dürfen! Ach die sind doch so süß und trollig so richtig zum Knuddeln !

18.10.2018 08:07 Ekkehard Kohfeld 13

@ John Hammond 11 Neadertaler ausgestorben##Falsch kann doch ihren Kommentar lesen,aufgetaucht wie vorhergesagt:-)))Wer hat jetzt Demenz?Zwecklos ENDE .

17.10.2018 19:08 Zalman Yanowsky 12

Es gibt Schulen ohne Rassismus, aber mit Courage, es gibt öffentliche Plätze ohne Sicherheit, aber mit Buntheit - warum soll es nicht Wälder voller Wölfe geben?