Beschwerde zurückgewiesen Gericht: Keine weiteren Ermittlungen zum Tod von Oury Jalloh

Im Falle des verbrannten Asylbewerbers Oury Jalloh wird es keine weiteren Ermittlungen geben. Das Oberlandesgericht in Naumburg hat eine Beschwerde von einem Verwandten Jallohs zurückgewiesen – unter anderem, weil Beweise fehlten.

Oury Jalloh
Starb am 7. Januar 2005 in Polizeigewahrsam in Dessau: Oury Jalloh (Archivfoto) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt hat eine Beschwerde im Fall Oury Jalloh zurückgewiesen. Weitere Ermittlungen in dem Fall wird es somit vorerst nicht geben. Ziel der Beschwerde von einem Verwandten Jallohs war, dass Ermittlungen zum Tod des Asylbewerbers wieder aufgenommen werden.

Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, wurde der Antrag allerdings als unzulässig und unbegründet eingestuft.

Gericht: Kein hinreichender Tatverdacht für weitere Ermittlungen

Nach Angaben des Gerichts genügte die Beschwerde nicht den gesetzlichen Anforderungen. So gehe daraus nicht hervor, auf welche Beweismittel sich die Forderung nach Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen zwei Beschuldigte stütze. Zum anderem wertete das Gericht die Entscheidung der Generalstaatsanwaltschaft vom November 2018 inhaltlich als korrekt. Es gebe keinen hinreichend konkreten Tatverdacht. So fehle jeder objektive Beweis.

Die Generalstaatsanwaltschaft von Sachsen-Anhalt hatte damals entschieden, keine neuerlichen Ermittlungen in dem Fall einzuleiten. Dagegen ging der Verwandte mit seiner Beschwerde wiederum vor dem Oberlandesgericht vor.

Teilnehmer einer Demonstration in Gedenken an Oury Jalloh stehen in Dessau-Roßlau Polizisten gegenüber
Eine Initiative zum Gedenken an Oury Jalloh geht davon aus, dass der Asylbewerber von Polizisten ermordet wurde. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Unklare Todesumstände

Jalloh war am 7. Januar 2005 verbrannt in einer Zelle des Polizeireviers Dessau gefunden worden. Er lag dort an Händen und Füßen gefesselt auf einer Matratze. Das Landgericht Magdeburg verurteilte den damaligen Dienstleiter 2012 wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe, weil er Jalloh besser hätte überwachen müssen.

Oury Jalloh
An die ungeklärten Todesumstände von Oury Jalloh wird Jahr für Jahr erinnert. (Archvifoto) Bildrechte: imago/Future Image

Der Bundesgerichtshof bestätigte 2014 das Urteil, in dem davon ausgegangen wurde, dass der Mann aus Sierra Leone die Matratze selbst angezündet hatte. Daran werden aber immer wieder Zweifel geäußert. Vor allem von einer Jalloh-Gedenkinitiative wird diese Version in Frage gestellt, sie geht von einem Mord aus. Ein daraufhin neu eingeleitetes Ermittlungsverfahren zu den Todesumständen wurde im November des vergangenen Jahres von der Generalstaatsanwaltschaft eingestellt.

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Kerzen bei Gedenk-Demonstrationen am 8. Todestag des aus Sierra Leone stammenden Flüchtling Oury Jalloh, der im Dessauer Polizeigewahrsam zu Tode kam
Bildrechte: imago/imagebroker

Quelle: MDR, afp/ff,ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 23. Oktober 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2019, 14:51 Uhr

5 Kommentare

Benutzer vor 2 Wochen

Klasse. Endlich

Peter Riesler vor 2 Wochen

Widerwärtige Kommentare!

Mord verjährt nie!

SGDHarzer66 vor 2 Wochen

Endlich hat dieses Theater ein Ende!

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