Zum Prozessbeginn kommt der 27-jährige Angeklagte (M) in den Gerichtssaal beim Landgericht Dessau-Roßlau neben seinem Pflichtverteidiger Daniel Großmann (l)
Der Angeklagte hat am Dienstag ein weitgehendes Geständnis abgelegt. Bildrechte: dpa

Vorfall auf den Elbwiesen Geständnis im Prozess um mutmaßlichen Kindesmissbrauch in Roßlau

Im Prozess um den sexuellen Missbrauch eines neunjährigen Mädchens in Dessau-Roßlau hat der Angeklagte die Tat weitgehend gestanden. Der Mann aus Niger ließ über seinen Anwalt mitteilen, dass er sich schäme und sich beim Opfer entschuldige.

Zum Prozessbeginn kommt der 27-jährige Angeklagte (M) in den Gerichtssaal beim Landgericht Dessau-Roßlau neben seinem Pflichtverteidiger Daniel Großmann (l)
Der Angeklagte hat am Dienstag ein weitgehendes Geständnis abgelegt. Bildrechte: dpa

Ein 27-Jähriger hat vor dem Landgericht Dessau-Roßlau am Dienstag weitgehend gestanden, ein neunjähriges Mädchen vergewaltigt zu haben. Der Mann aus Niger ließ über seinen Anwalt eine Erklärung verlesen, dass er sich schäme. Er entschuldige sich bei dem Opfer. Eine Tötungsabsicht habe er aber nicht gehabt. Dass bei ihm ein Butterfly-Messer gefunden wurde, erklärte er damit, dass er dieses zu seinem Schutz dabei habe.

Laut Anklage soll der Mann im Juni auf den Roßlauer Elbwiesen das Kind sexuell missbraucht haben. Am ersten Prozesstag hatte er zu den Vorwürfen geschwiegen. Der Verdächtige konnte nach der Tat von Zeugen gestellt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Mädchen bleibt eigene Aussage erspart

Am Dienstag sind zudem mehrere Zeugen zum Fall vernommen worden, darunter auch die Mutter des Mädchens. Sie sagte, dass die Neunjährige seit dem Vorfall sehr verängstigt sei, Albträume habe und seitdem nicht zur Schule gehe. Durch das Geständnis des Angeklagten bleibt dem Mädchen selbst eine Vernehmung durch das Gericht erspart. Für den Prozess sind Verhandlungstermine bis Mitte September angesetzt.

Nach Bekanntwerden des Falls hatte es eine Demonstration in Roßlau gegeben. Laut Polizei nahmen damals knapp 120 Personen daran teil. Die Polizei rechnete einige Teilnehmer dem rechtsextremen Spektrum zu.

Quelle: MDR/mh

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. August 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2019, 15:05 Uhr

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