Das Umweltbundesamt
Noch immer nicht fertig: Der Anbau des Umweltbundesamts Bildrechte: MDR/André Damm

Mängel an der Fassade Bau am Umweltbundesamt verzögert sich weiter

Die Bauprobleme um das Bundesumweltamt in Dessau reißen nicht ab. Nachdem 2017 der Baustopp verhängt wurde, droht jetzt sogar der Rückbau der gesamten Fassade – und damit erhebliche Kosten.

Das Umweltbundesamt
Noch immer nicht fertig: Der Anbau des Umweltbundesamts Bildrechte: MDR/André Damm

Das Bundesumweltamt in Dessau wird noch einige Zeit eine Baustelle bleiben. Nach zwei Jahren Baustopp wegen eines Rechtsstreits und drei Gutachten konnten auch Vertretern des Umweltbundesamts, des Finanzministeriums und der Bauverwaltung bei einem Treffen am Dienstag keine schnelle Lösung finden.

Das Umweltbundesamt von Innen.
Im Inneren soll das Bundesumweltamt 111 Mitarbeitern Platz bieten. Bildrechte: MDR/André Damm

Im Mittelpunkt des Streits ist die Fassadendämmung des Anbaus. Thorsten Richter vom Landesbetrieb Bau sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es seien nur 20 Zentimeter dicker Dämmstoff verbaut worden und nicht, wie geplant, 28 Zentimeter dicker. Das bedeute einen Energieverlust.

Und ein solcher Energieverlust ist gerade für das Umweltbundesamt kritisch. Denn das Gebäude sollte eine neutrale oder, noch besser, eine positive Klimabilanz aufweisen. Das bedeutet, es soll mehr Energie erzeugen als verbrauchen. Dieses Ziel sei nun gefährdet, so Richter.

Weniger Umweltfreundlich als geplant

Ob der Fehler beim Planungsbüro oder bei der Baufirma liegt, steht noch nicht fest. Ein viertes Gutachten wurde in Auftrag gegeben, es soll Anfang des kommenden Jahres vorliegen. Von diesem Gutachten erhoffen sich die Beteiligten vor allem Gewissheit, wie sehr sich die Mängel auf die Klimabilanz des Gebäudes auswirken.

Denn bisher werde das Gebäude nicht so umweltfreundlich betrieben wie geplant. Tatsächlich werde das leerstehende Gebäude geheizt, um die schon abgeschlossenen Arbeiten im Inneren vor dem Verfall zu schützen.

Zusätzliche Kosten könnten sich verdoppeln

Ursprünglich sollte das Prestige-Bauwerk 13,5 Millionen Euro kosten. Durch den Baufehler konnte aber seit 2017 nicht an der Fassade weitergebaut werden. Dadurch stiegen die Kosten um 1,1 Millionen Euro. Sollte die Fassade komplett zurückgebaut werden müssen, könnte sich dieser Betrag verdoppeln.

Eigentlich sollte der Neubau Ende 2017 fertig werden, doch kurz vor Ende der Arbeiten wurden die Mängel bekannt. Wenn der Anbau fertiggestellt ist, bietet das Bundesumweltamt 111 Mitarbeitern Platz.

Quelle: MDR/mx

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 03. Dezember 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2019, 16:27 Uhr

1 Kommentar

jackblack vor 7 Tagen

Das ist ja mal was GANZ NEUES, ein Bauvorhaben, wo Zeitplan und Budget aus dem Ruder laufen, und dann noch die neue PISA Studie- Deutschland IST abgeschafft !!!

Mehr aus Dessau-Roßlau, Anhalt und Landkreis Wittenberg

Mehr aus Sachsen-Anhalt