Forschung Testbeginn für Corona-Impfstoff aus Dessau

Auf dieses Mittel wartet die ganze Welt: die Rede ist vom Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Das Pharmaunternehmen IDT Biologika aus Dessau mischt bei der Erforschung mit und hat einen Impfstoffkandidaten entwickelt. Jetzt werden die Einzelimpfdosen nach Hamburg geschickt, um sie dort am Menschen testen zu lassen.

Der Blick in die Impfstoffabfüllung ist bei laufender Produktion nur hinter der Glasscheibe möglich. Mitarbeiter bereiten die Linie für die Abfüllung des SARS-CoV-2-Impfstoffkandidaten vor.
IDT Biologika ist eines von drei Unternehmen in Deutschland, das bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs vom Bund gefördert wird. (Archivbild) Bildrechte: IDT Biologika

Für den möglichen Corona-Impfstoff aus Dessau laufen in Hamburg die Tests an. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT werden zunächst 1.000 Einzeldosen des Pharmaunternehmens IDT Biologika an Probanden getestet.

IDT-Virologe Andreas Neubert sagte MDR SACHSEN-ANHALT, zu Beginn werde das Mittel 60 Menschen verabreicht, danach werde auf 200 erweitert. In der zweiten Testphase gebe es ebenfalls 200 Teilnehmer, in Phase drei schließlich 16.000. Untersucht werde dabei die Immunreaktion der Probanden. Neubert zufolge werden verschiedene Dosierungen verabreicht, um zu schauen, wie hoch die Dosierung sein muss.

Tests auch auf anderen Kontinenten

Eine kleiner Behälter zwischen zwei Fingern mit dem möglichen Impfsoff gegen das Corona-Virus
Der Impfstoff soll helfen, wieder Normalität in den Alltag zu bringen. (Archivbild) Bildrechte: IDT Biologika

Insgesamt wird das Präparat in drei deutschen Prüfzentren (neben Hamburg auch in München und Tübingen) eingesetzt. Darüber hinaus gibt es Tests in Vietnam und in Gabun in Afrika. Durch die Tests in Asien und Afrika soll herausgefunden werden, ob es auf den unterschiedlichen Kontinenten Unterschiede oder Gemeinsamkeiten bei der Wirkung gibt.

IDT setzt bei seinem Impfstoff auf die Kraft der Antikörper. Als Wirkstoff wird ein Virus genutzt, das bei Tumoren sowie bei HIV und Malaria gute Dienste leistet. Es wurde mit den Erbinformationen des Spike-Proteins versehen, das beim Coronavirus auftritt. Wenn das menschliche Immunsystem als Reaktion Antikörper bilden würde, wäre das möglicherweise der Schlüssel zum Impfstoff, so das Pharmaunternehmen.

Entwicklung braucht Zeit

Sollte alles glatt gehen und die Zulassung planmäßig erteilt werden, könnte der Impfstoff nach Einschätzung Neuberts frühestens Anfang 2022 zur Verfügung stehen. Diese Zeit werde für die Entwicklung noch gebraucht.

Wir sind nicht die schnellsten, aber wir wollen einen wirksamen und sicheren Impfstoff entwickeln. Das geht nicht von heute auf morgen.

IDT-Virologe Andreas Neubert

Einen wichtigen Etappenerfolg hat es bereits gegeben: Bei Mäusen und Frettchen habe das Mittel gute Reaktionen hervorgerufen, heißt es vom Unternehmen.

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Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. September 2020 | 12:00 Uhr

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