Besucherzahlen stabil Trockenheit macht Wörlitzer Gartenreich zu schaffen

Im Dessau-Wörlitzer Gartenreich wirkt sich die anhaltende Trockenheit aus. An Land müssen Sommerblumen gezielt bewässert werden, zu Wasser sind die Kanäle für Gondelfahrten gesperrt – wegen Niedrigwasser. Das wiederum bereitet auch dem BUND Sorgen. Der Umweltschutzverband kritisiert die Elbvertiefung, die sich langfristig auch auf das Gartenreich auswirken werde.

Luftbild vom Wörlitzer Gartenreich
Aus der Luft deutlich sichtbar: Der braune Rasen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der trockene Sommer hat auch das Dessau-Wörlitzer Gartenreich im Griff. Brigitte Mang, Direktorin Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Der fehlende Regen seit Himmelfahrt macht uns zu schaffen." Deswegen seien im Moment insgesamt 40 Gartenmitarbeiter täglich in den Morgenstunden von 5 bis 9 Uhr damit beschäftigt, ausschließlich die Sommerblumen und junge Bäume zu bewässern.

Die Rasenflächen im Landschaftspark zeigen sich bereits braun und vertrocknet. Das allerdings sei nicht so dramatisch, sagt Mang. "Der Rasen wird sich ab den ersten Regenfällen rasch wieder erholen. Das Grün des Rasens kommt von allein wieder." Die ganz großen Rasenflächen überlasse man daher der Natur.

Niedriger Wasserstand in Kanälen – Routen eingeschränkt

Eine Gondel fährt über den See
Fahrten ja, aber nur über den See. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auf die Schar der Besucher hat die Trockenheit noch keine Auswirkungen. Nach Aussage von Brigitte Mang sind die Besucherzahlen gleich geblieben. Sie seien sogar sehr gut, was an den aktuellen Ausstellungen liege.

Alle touristischen Angebote würden wie üblich vorgehalten, mit einer Ausnahme: Weil der Wasserstand in den Kanälen des UNESCO-Weltkulturerbes auch hier dramatisch niedrig ist, müssen die Besucher derzeit auf Gondelfahrten durch sie hindurch verzichten. Die Route führt aktuell nur über den großen See. Wie Brigitte Mang sagt, werden die Kanäle erst wieder befahren, wenn der Wasserspiegel erneut ansteigt.

BUND sieht Gartenreich langfristig gefährdet

Der BUND kritisiert mit Blick auf die extreme Trockenheit, dass der Umbau der Elbe zur Wasserstraße mitverantwortlich für die niedrigen Pegel des Flusses sei. Iris Brunar vom BUND-Elbeprojekt sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Der Grundwasserspiegel in der Elbaue ist gesunken." Das Gartenreich, das sich in der Elbaue befinde, sei davon ebenfalls betroffen. Ein Grund sei die Tiefenerosion der Elbe. "Die Elbe tieft sich ein, entzieht der Landschaft Wasser. Das Wasser kommt zu spät oder zu selten in die Elbaue zurück." Diese könne dadurch ihre natürliche Funktion als Wasserspeicher nicht erfüllen.

Langfristig sind nach Auffassung des BUND deshalb das Biosphärenreservat Mittelelbe und das Gartenreich gefährdet. Um auf die Situation aufmerksam zu machen, fuhren die Umweltschützer am Montag mit mehreren Schlauchbooten bei extremem Niedrigwasser von Coswig in Richtung Roßlau. An Bord waren unter anderem Politiker und Wissenschaftler.

Mitarbeiterin gießt den Rasen im Wörlitzer Gartenreich
Täglich von 5 bis 9 Uhr morgens werden alle Sommerblumen gegossen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Fohlenweide im Luisium in Wörlitz
Bildrechte: MDR/Kathrin Heyer

Quelle: MDR/dpa,mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 10. Juli 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2018, 07:12 Uhr

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