Vier Angeklagte, Justizbeamte und Anwälte in einem Gerichtssaal am Landgericht Dessau
Am Landgericht Dessau ist am Montag das Urteil gegen die vier Angeklagten gefallen. (Archivbild) Bildrechte: MDR/André Damm

Verurteilt wegen Totschlags Haftstrafen im Prozess um Tod eines jungen Dessauers

Im Prozess um den Tod eines 19-Jährigen aus Dessau ist am Montag das Urteil gefallen. Vier Männer sind zu zwei bis achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Nach Ansicht des Richters haben sie den jungen Mann getötet.

Vier Angeklagte, Justizbeamte und Anwälte in einem Gerichtssaal am Landgericht Dessau
Am Landgericht Dessau ist am Montag das Urteil gegen die vier Angeklagten gefallen. (Archivbild) Bildrechte: MDR/André Damm

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines jungen Dessauers ist das Urteil gesprochen worden. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT hat das Landgericht Dessau-Roßlau die Angeklagten wegen Totschlages verurteilt. Sie müssen zwischen zwei und achteinhalb Jahre ins Gefängnis.

Nach Ansicht der Richter haben die vier Männer im Jahr 2017 einen 19-Jährigen getötet. Sie sollen ihn in einen Wald bei Dessau gelockt haben, um Schulden aus Drogengeschäften einzutreiben. In dem Wald hätten sie den Mann mit Baseballschlägern und einem Messer traktiert. Das Opfer erlitt mehrere Schädelfrakturen und wurde mit Stichen in Bauch und Brust verletzt. Am Ende sollen die Täter den Leichnam vergraben haben.

Da zwei der Verurteilten zum Tatzeitpunkt minderjährig waren, ist die Öffentlichkeit bis zur Urteilsverkündung vom Prozess ausgeschlossen worden.

Getöteter mehr als ein Jahr lang vermisst

Der junge Mann galt ein Jahr lang als vermisst. Erst im Frühjahr 2018 fiel der Verdacht durch eine Zeugenaussage auf die Angeklagten. Nach einer mehrwöchigen Suche wurde die Leiche schließlich im Wald gefunden.

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Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. Mai 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Mai 2019, 17:30 Uhr

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10 Kommentare

21.05.2019 19:58 Jürgen 10

Ich bin einfach nur sprachlos. Für ein Kapitalverbrechen fallen die Strafen oft deutlich höher aus. Mir fällt nichts Anderes ein als "Pfui"

21.05.2019 13:33 Beobachter 9

Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum die Täter keine Verurteilung wegen Mordes erhalten haben. Sind doch ganz deutliche Mordmerkmale (Heimtücke, grausame Begehungsweise mit gemeingefährlichen Mitteln (Baseballschläger), Verdeckung einer anderen Strafttat (Drogenhandel)) erkennbar. Für mich schreit das förmlich nach Revision und Verurteilung wegen Mordes mit deutlich höherem Strafmaß!

21.05.2019 11:29 Wo ist das Lobbyregister? 8

@20.05.2019 18:51 Stefan (Der)

(Aufgrund dessen gibt es, ohne Kontrolle, horrende Summen zu verdienen. Und die Nachfrage bestimmt den Markt.)

Und der "Markt" bestimmt die gesellschaftlichen Folgen und Folgekosten dessen, was er "anbietet". Und der "Markt" hat keinerlei interesse an Vorsorge, Nachsorge und überhaupt Sorge - sondern nur und ausschliesslich an Profit, mehr Profit und der Ausweitung des Geschäftsfeldes. Dieses oft gehörte Argument ist, höflich formuliert, so grottennaiv, dass sich jedes weitere Eingehen darauf von selbst verbietet.

Und: Befassen sie sich ausgiebig mit entwicklungspsychologischen Modellen - danach können wir uns weiter unterhalten über die Motive und Folgen anhaltenden Drogenkonsums.

Und: Medizinisch ist weder das Saufen noch das Kiffen folgenlos - wer das behauptet, LÜGT. Die Frage ist lediglich und nur, warum er das tut.

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