Bundesgerichtshof Karlsruhe
Der Bundesgerichtshof entscheidet über die Rechtmäßigkeit der Urteile im Dessauer Mordfall. Bildrechte: Südwestrundfunk

Revision verworfen BGH: Urteil gegen Yangjie Lis Mörder rechtskräftig

Im Fall der ermordeten chinesischen Studentin Yangjie Li hat der Bundesgerichtshof das Urteil gegen den Hauptangeklagten bestätigt. Dieser hatte Revision eingelegt. Über das Urteil gegen die Mitangeklagte wird noch entschieden.

Bundesgerichtshof Karlsruhe
Der Bundesgerichtshof entscheidet über die Rechtmäßigkeit der Urteile im Dessauer Mordfall. Bildrechte: Südwestrundfunk

Im Mordfall Yangjie Li ist das Urteil gegen den Hauptangeklagten Sebastian F. rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Revision des Verurteilten nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT als unbegründet verworfen. Diese Information hat das Landgericht Dessau am Mittag bestätigt.

Es hatte Sebastian F. zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Er hatte im Mai 2016 gemeinsam mit seiner damaligen Freundin eine chinesische Studentin in eine Wohnung in Dessau gelockt. Das Opfer wurde dort stundenlang gequält und vergewaltigt. Es starb an den Folgen massiver Gewalteinwirkung.

Entscheidung über Mittäterin steht noch aus

Die Mittäterin, die damalige Freundin von Sebastian F., Xenia I. erhielt eine Jugendstrafe von fünfeinhalb Jahren, wegen sexueller Nötigung. Sie hatte im Prozess vor dem Landgericht Dessau ihr Schweigen gebrochen und ihren Ex-Partner als brutal und dominant beschrieben. Ihre Verteidigter legten daher Revision vorm BGH ein, um ein milderes Urteil zu erwirken. Gegenteiliger Ansicht sind Staatsanwaltschaft und Nebenklage: Sie werfen ihr jedoch vor, bei den Vergewaltigungen mitgemacht und keine Hilfe geholt zu haben. Daher legten sie Revision ein, um ein höheres Urteil gegen die Mittäterin durchzusetzen – wegen Vergewaltigung. Über die Rechtskräftigkeit des Urteils gegen Xenia I. wird der BGH am Donnerstag entscheiden.

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. September 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. September 2018, 12:08 Uhr

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10 Kommentare

04.09.2018 19:48 Querdenker 10

@MDR SACHSEN-ANHALT

Stimmt, oben steht ja das sie hier studiert hat. Danke für den Hinweis.

Wenn von unseren Liebsten jemand in einem fernen Land studiert, dann ist die Erwartungshaltung natürlich die selbe. Das da möglichst wenig Fehler passieren.

04.09.2018 19:19 Querdenker 9

Ich erwarte, dass sich die Polizei und Ermittlungsbehörden etc. bei solchen Fällen besonders Mühe geben und sorgfältig sind! Alles andere wäre eine Enttäuschung und beschämend für Deutschland.

Wenn jemand von euren Liebsten im Ausland bei einer Urlaubsreise etwas passiert, dann erwartet ihr das sicher auch. Deutschland sollte dahingehend Vorbild sein!

Absolut traurig, dass dieser chinesischen Touristin in unserem Land solch ein Leid widerfahren ist.

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Yangjie Li war keine Touristin. Sie hat in Dessau studiert und gewohnt.

03.09.2018 22:51 Peter W. 8

@5: Tja die willigen Konsumenten der braunblauen Propaganda haben ja den Whataboutismus derart verinnerlicht, dass man sie vielleicht nur noch so erreichen und zum Nachdenken anregen kann. Q.e.d.!