Zum Prozessbeginn kommt der 27-jährige Angeklagte (M) in den Gerichtssaal beim Landgericht Dessau-Roßlau neben seinem Pflichtverteidiger Daniel Großmann (l)
Der Mann aus Niger hatte die Tat gestanden. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Urteil am Langericht Dessau-Roßlau Fünfeinhalb Jahre Haft nach Vergewaltigung einer Neunjährigen

Im Prozess um die Vergewaltigung eines neunjährigen Mädchens in Dessau-Roßlau wurde am Dienstag ein Urteil gefällt. Der Täter muss fünfeinhalb Jahre in Haft. Der Mann hatte während des Prozesses ein Geständnis abgelegt.

Zum Prozessbeginn kommt der 27-jährige Angeklagte (M) in den Gerichtssaal beim Landgericht Dessau-Roßlau neben seinem Pflichtverteidiger Daniel Großmann (l)
Der Mann aus Niger hatte die Tat gestanden. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Im Prozess um die Vergewaltigung einer Neunjährigen in Dessau-Roßlau hat das Landgericht den Angeklagten zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT sprach das Gericht den Mann aus Niger des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, der schweren Vergewaltigung und vorsätzlicher Körperverletzung für schuldig.

Angeklagter hatte gestanden

Zugang zu Elbwiesen Roßlau
Zugang zu den Elbwiesen in Roßlau, wo sich die Tat ereignet haben soll. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sich der 27-Jährige am 9. Juni dieses Jahres auf den Elbwiesen in Roßlau an einem neunjährigen Mädchen vergangen hat. Nach der Tat war der Mann auf einem Fahrrad geflüchtet. Zeugen stellten ihn kurze Zeit später und hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Während des Prozesses hatte er gestanden, von einer Bank aus beobachtet zu haben, wie das Mädchen mit einem Teddy zum Spielen auf die Elbwiesen ging. Er sei ihr gefolgt und habe sie dort vergewaltigt. Das Gericht erklärte, das Geständnis des Mannes sei hoch zu würdigen.

Staatsanwaltschaft betonte "Dreistigkeit"

Vor der Urteilsverkündung hatte die Staatsanwaltschaft am Dienstag für den Mann eine Haftstrafe von sechs Jahren gefordert. Die Staatsanwältin betonte die "Dreistigkeit" des Mannes. Er habe sich im öffentlichen Raum ein nicht einmal zehnjähriges Kind gegriffen, um seinen eigenen sexuellen Trieb zu befriedigen. Er soll dem Mädchen den Mund zugehalten und sie gewürgt haben. Das hätte die Beweisaufnahme ergeben. Ein Sachverständiger sagte aus, es seien zahlreiche DNA-Spuren des Angeklagten auf der Kleidung des Mädchens sichergestellt worden.

Mädchen verlässt das Haus nicht mehr

Das Opfer kämpft laut Staatsanwaltschaft mit massiven psychischen Folgen: Es habe Angstzustände, Schlafstörungen und einen Waschzwang. Auch traue es sich nicht mehr aus dem Haus.  

Der Verteidiger hatte fünf Jahre Haft für seinen Mandanten beantragt. Er sprach von schwierigen persönlichen Verhältnissen des Angeklagten. Die Tat sei nicht geplant gewesen. Der Nebenklageanwalt, der die Familie des Opfers vertritt, hatte acht Jahre und sechs Monate Haft gefordert.  

Nach Bekanntwerden des Falls hatte es noch am selben Tag eine Demonstration in Roßlau gegeben. Laut Polizei waren unter den 120 Teilnehmern auch einige Personen aus dem rechtsextremen Spektrum.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. September 2019 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. September 2019, 12:56 Uhr

71 Kommentare

Lisa vor 9 Wochen

Kinder und Frauen sind nun mal die schwächsten, aber die Politik hat erkannt das etwas getan werden muss und Schütz uns mit Überwachung Kameras.
Wir müssen vertrauen in die Politik haben.

faultier vor 9 Wochen

Es ist auch völlig unerheblich ob ein Kind oder mehrere wie in Lügde missbraucht worden jedes ist eines zu viel ,und jede Tat kann von 5-15 Jahren bestraft werden dazu bedarf es nicht den mehrfachen Missbrauch ,diese war ein politisches Urteil
genau wie jenes vom Todesfall in Köthen anscheinend hat man in Dessau nach den Fällen Ouri Yalloh bzw. dem Mord an der chinesischen Studentin schlechtes Gewissen anders kann ich mir diese Milden Strafen nicht erklären.

der_Silvio vor 9 Wochen

Würden Sie das auch schreiben wenn Sie persönlich betroffen wären? Ich glaube nein.

"Aber wenn das bekannt ist sollten wir gerade bei jungen Männern aus Nigeria das Gespräch suchen"
Sollten wir nicht! ER hat sich dafür entschieden, diesem Mädchen das anzutun. Wollen Sie die Tat wegquatschen?

"... nicht abschieben."
DOCH! Genau DAS sollte getan werden! Noch zudem der KEINEN Asylanspruch hat.

Wer so etwas tut, egal wer, hat m.E. seine Teilhabe an der Gesellschaft verwirkt! Kinder sind die schwächsten Glieder der Gesellschaft und müssen daher vor solchen Verbrechen besonders geschützt werden!

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