Streifen am Dessauer Bauhaus-Museum
Die Außenhülle des neuen Bauhaus-Museums in Dessau ist komplett aus spiegelndem Glas. Bildrechte: MDR/ Susanne Reh

Spiegelnde Glasfassade Vogelschutz-Streifen für Bauhaus-Museum in Dessau

Die komplette Fassade des neuen Bauhaus-Museums in Dessau ist aus Glas. Für Vögel sind die spiegelnden Scheiben eine tödliche Falle. Damit sie das Hindernis besser erkennen, werden nun Streifen auf dem Glas aufgebracht.

Streifen am Dessauer Bauhaus-Museum
Die Außenhülle des neuen Bauhaus-Museums in Dessau ist komplett aus spiegelndem Glas. Bildrechte: MDR/ Susanne Reh

An der gläsernen Südfassade des Bauhaus-Museums sind derzeit auf einzelnen Scheiben Muster aufgebracht. Mal längs, mal quer, schwarz oder orange – die Streifen sollen Vögel abschrecken.

Denn in der Glasfassade des Museums spiegeln sich Wolken und Bäume des angrenzenden Stadtparks. Die Kritik von Naturschützern: Vögel erkennen solche spiegelnden Glasfassaden nicht als Hindernis, sondern fliegen dagegen. Dadurch können die Tiere sterben.

Verschiedene Muster getestet

Streifen am Dessauer Bauhaus-Museum
Nach Tests ist nun entschieden, dass die Fassade mit vertikalen schwarzen Streifen versehen wird. Bildrechte: MDR/ Susanne Reh

Bauleiter Frank Assmann erklärt, dass die Streifen eine Optimierung des Vogelschutzes seien. Bereits bei Erteilung der Baugenehmigung für das Museum habe es dazu Auflagen gegeben; zum Beispiel innen angebrachte Vorhänge. Nach der Errichtung der Fassade habe es weitere Auflagen der Naturschutzbehörde gegeben, weil die Spiegelung der Fassade sehr kritisch gesehen worden sei.

Wochenlang wurden verschiedene Muster an den Scheiben getestet. Nun ist entschieden: Die Fassade werde mit vertikalen schwarzen Streifen nachgerüstet, sagte Assmann. Denn neben dem Vogelschutz geht es auch um Optik. Die horizontale Streifen sehe man aus jeder Perspektive, erklärt der Bauleiter. "Unauffälliger in der Langzeitwirkung ist der vertikale Streifen."

Zusätzliche Kosten von einer halben Million Euro

Die Außenhülle des 125 Meter langen und mehrere Stockwerke hohen Bauhaus-Museums ist komplett aus Glas. Jede einzelne Scheibe muss nun mit Streifen nachgerüstet werden. Diese werden laut Assmann von außen aufgeklebt. "Hier geht Naturschutz vor Optik, eindeutig." Durch die Nachrüstung entstehen Kosten von 500.000 Euro. Es bleibt zudem noch zu klären, wer Schuld an der Fehlplanung trägt: Planer, Naturschutzbehörde oder Bauherrin.

Am 8. September soll das Bauhaus-Museum eröffnet werden. In diesem Jahr wird die Gründung des Bauhauses vor 100 Jahren gefeiert.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Juli 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Juli 2019, 13:34 Uhr

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4 Kommentare

17.07.2019 07:10 maheba 4

So ein Schwachsinn, als ob das Gebäude vorher "unsichtbar" war.
Ich muss bestimmt mein Gewächshaus auch mit Streifen bekleben.

16.07.2019 15:05 Alexander Fuchs 3

Da stellen sich mir doch gleich zwei dringende Fragen:

1.) Was bitte kostet an vertikalen, schwarzen Streifen auf einer Länge von 125 m und den besagten Stockwerken etwa eine halbe Million Euro?

2.) Warum greift man nicht auf die für den Menschen unsichtbaren, aber für Vögel eindeutig als Feinde erkennbaren "Bird-Sticker" zurück? So wie seit Jahren bei tausenden anderen Glasfassaden auf der ganzen Welt?

16.07.2019 14:24 Manfred Ettelt 2

Mich würde ganz sachlich interessieren,wieviel tote Vögel die Glasfassade bisher gekostet hat ?

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