Ein Schild weist am auf das Justizzentrum Anhalt in Dessau-Roßlau hin
Am Landgericht Dessau geht der Mordprozess in Dessau langsam zu Ende. Bildrechte: dpa

31. Prozesstag am Dessauer Landgericht Nur sieben Minuten Verhandlung

In Dessau ist am Montag der Prozess um die getötete Chinesin fortgesetzt worden. Am 31. Verhandlungstag ging es um die Vorstrafen der Angeklagten. Und schon nach wenigen Minuten war alles vorbei. Martin Krause berichtet aus dem Dessauer Landgericht.

von Martin Krause, MDR SACHSEN-ANHALT

Ein Schild weist am auf das Justizzentrum Anhalt in Dessau-Roßlau hin
Am Landgericht Dessau geht der Mordprozess in Dessau langsam zu Ende. Bildrechte: dpa

Die Verfahrensbeteiligten hatten es sich noch nicht einmal richtig bequem gemacht auf ihren Stühlen, da war der Prozesstag auch schon wieder beendet. Nur gut sieben Minuten dauerte die heutige Verhandlung im Saal 118 des Dessauer Landgerichts.

Kurz und schmerzlos hat die Vorsitzende Richterin Schmidt die Auszüge aus dem Bundeszentralregister verlesen. Sechs Einträge sind es beim Hauptangeklagten. Der heute 21-jährige Sebastian F. stand 2010 bereits wegen Körperverletzung vor Gericht, das Verfahren ist allerdings eingestellt worden. Es folgten mit den Jahren weitere Anklagen wegen Sachbeschädigung und Erschleichens von Leistungen in mehreren Fällen. Deswegen wurde der Dessauer zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt, zudem musste er auch einige Arbeitsstunden ableisten.

Geringe Geldstrafe bei Mitangeklagter

Auch die mitangeklagte 21-jährige Xenia I. ist bereits mit der Justiz in Konflikt geraten. Die junge Frau musste sich vor drei Jahren wegen Bedrohung vor Gericht verantworten, der Prozess wurde aber eingestellt. Wegen Leistungserschleichung in mehreren Fällen ist sie später zu einer geringen Geldstrafe verurteilt worden.

Begründung zum Attest der Mutter

Noch keine Entscheidung ist zum Attest der Mutter des Angeklagten gefallen. Die Kriminalbeamtin ist für längere Zeit prozessunfähig, so hatte es die Amtsärztin bescheinigt. Die Nebenklagevertreter hatten das angezweifelt. Am Montag haben die Verfahrensbeteiligten die ausführliche Begründung der Amtsärztin ausgehändigt bekommen. Darüber soll dann am nächsten Verhandlungstag am 6. Juni gesprochen werden.

Damit war die Sitzung auch schon beendet. Es war der kürzeste Verhandlungstag im Prozess um den gewaltsamen Tod der chinesischen Studentin Yangjie Li.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29.05.2017 | 17:00 Uhr

Quelle: MDR/mp

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2017, 17:42 Uhr

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10 Kommentare

31.05.2017 08:36 Babara D. 10

Als Mutter wäre mir das nicht egal , was mein Herr Sohn angerichtet hat . Diese Frau kann mir nicht erzählen das sie psychisch fertig ist , Sie ist bei der Polizei und dient der Wahrheitsfindung und auf einmal kommt sie ins rudern . Sie muss aber einen Arzt haben der mitspielt , den jeder normale Bürger der 6 Wochen Kasse macht hat sich beim MDK vorzustellen oder ? Gut sie muss nicht aussagen , aber das was mein Sohn "" getan hat , dafür soll er auch bestraft werden . Knallhart !

30.05.2017 17:34 Na ja... 9

@30.05.2017 09:49 Mike (5 Ob die Mutter verhandlungsfähig ist oder nicht ist doch völlig Hupe. Als Mutter hat Sie eh ein Aussageverweigerungsrecht. Auch diese ganzen Leumundszeugen fand ich abartig.)

Es dürfte auch Ihnen klar geworden sein, dass sich der Kontext des Prozesses weit weit über die eigentlich verhandelte Tat hinaus erstreckt. Die mit einiger Plausibilität überhaupt erst in diesem politischen und sozialen Kontext möglich war, da der mutmaßliche Haupttäter sonst schon vorher, sagen wir: unter Aufsicht gestanden hätte. Zudem hat der mutmaßliche Haupttäter nach der Tat eine zweistellige Anzahl an Telefonaten mit seiner Mutter geführt - ich kann die Klageseite vollkommen verstehen: Wir wüssten gerne genauer, was dort besprochen worden ist. Auch eine Aussageverweigerung ist dabei eine Aussage.

30.05.2017 13:19 Beobachter 8

@Oma Gitte: Völlig unabhängig von den Zuständigkeiten fordere auch ich das Einholen einer "zweiten Meinung" durch einen unabhängigen Mediziner, damit zweifelsfrei geklärt ist, dass die Mutter des Angeklagten tatsächlich krank ist. Nicht dass hier sogar ein Revisionsgrund entsteht, falls die Mutter zu einem späteren Zeitpunkt doch befragt werden könnte und damit neue Beweismittel auf den Tisch kommen.