Polizisten und Demonstranten am Bahnhof in Köthen
Am Abend nach dem Tod eines Kötheners Anfang September hatte es bereits Demonstrationen in Köthen gegeben. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich

Gefährdung der öffentlichen Sicherheit Landkreis verbietet Auftritte bei Rechtsrock-Konzert in Köthen

Köthen kommt nicht zur Ruhe. Am Wochenende will die rechte Szene dort wieder demonstrieren. Drei Auftritte rechter Bands bei einem Konzert sind allerdings untersagt worden. Die Hochschule setzt auf Weltoffenheit und organisiert ein Fest auf dem Markt.

Polizisten und Demonstranten am Bahnhof in Köthen
Am Abend nach dem Tod eines Kötheners Anfang September hatte es bereits Demonstrationen in Köthen gegeben. Bildrechte: MDR/Tom Wunderlich

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat die Auftritte von drei Bands bei einem Rechtsrock-Konzert am Samstag in Köthen verboten. Der Kreis begründete seine Entscheidung mit einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Eine parallel angemeldete Kundgebung der rechtspopulistischen Partei Die Republikaner ist zwar erlaubt, wurde allerdings vom Marktplatz in Köthen auf den Exerzierplatz verlegt.

Auf dem Marktplatz will sich die Hochschule Anhalt am Samstagnachmittag zu einem Aktionstag mit dem Motto "Weltoffene Hochschule" treffen. Geplant sei ein buntes Programm, an dem sich auch Vereine, Schulen und Unternehmen beteiligten, kündigte die Hochschule an. "Die Aktion setzt ein klares Zeichen gegen die extremistischen Demonstrationen in den vergangenen Tagen", erklärte der Präsident der Hochschule Prof. Jörg Bagdahn.

Großaufgebot der Polizei im Einsatz

Zu dem Fest von der Hochschule werden 2.000 Menschen erwartet. Die rechte Szene meldete für ihre Veranstaltung rund 1.000 Teilnehmer an. Die Polizei wird am Samstag mit einem Großaufgebot im Einsatz sein. Um genügend Kräfte für den Einsatz zu haben, wurde die Drittliga-Partie zwischen dem Halleschen FC und Hansa Rostock abgesagt.

Köthen kommt nicht zur Ruhe

Seit Anfang September gab es in Köthen bereits mehrere Kundgebungen, an denen sich jeweils Hunderte Rechtsextremisten beteiligten, sowie jeweils Gegendemonstranten. Anlass war der Tod eines jungen Kötheners in der Nacht zum 9. September. Nach Behördenangaben starb der schwer herzkranke 22-Jährige an einem Herzinfarkt, nachdem er sich schlichtend in einen Streit zwischen Afghanen eingeschaltet hatte und ins Gesicht geschlagen wurde. Zwei Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Quelle: MDR/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT -Das Radio wie wir | 28. September 2018 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2018, 11:38 Uhr

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47 Kommentare

30.09.2018 11:36 Alf Eier 47

@weiter an 42 Bronstein:
Nochmal zurück zum Thema, auch wenn es Ihnen offensichtlich nicht passt:
Also, welche der drei schon genanten Bands singen Bronstein aus dem Herzen? In welchem „Lied“ singt z. B. der vorbestrafte Gewalttäter und Sänger von KC gegen die von Ihnen so verhasste Legitimierung von Gewalt und Diskriminierung? „Aus Ihrer Sicht“ doch sicherlich kein Problem dies glaubhaft zu erläutern.
Oder macht Ihnen generell das auch bei Besorgten beliebte Kita-Spiel „Die anderen Kinder haben doch auch…“ viel mehr Spaß?

30.09.2018 11:33 Alf Eier 46

@42 Bronstein:
Also doch nicht zum Thema?
„Aus meiner Sicht eher ein dämlicher Versuch Gewalt, Diskriminierung, .. als natürlich für eine bestimmte Musikgattung zu bezeichnen und damit legitimieren zu wollen!" Hat nichts mit Musikrichtungen zu tun Bronstein, es gibt auch Musiker die Metal-Klischees persiflieren. Warum allerdings das rechte Milieu mit Satire nichts anfangen kann liegt auf der Hand. „Die Texte entsprechen durchwegs nämlich dem ausgeübten Gewaltpotential der linken Mischpoke.“ Augen auf, wer greift denn wöchentlich Journalisten an, Bronstein?
Falls Sie das ganze tatsächlich nicht als Satire verstehen wollen/können: Versuchen Sie sich einfach an „Scheiss auf Anstand“ zu erinnern. Oder an die fürs Volk sprechende „Goldman Sachs – Weidel“ und ihre Forderung, politische Korrektness auf den Müllhaufen der Geschickte zu werfen. Also: warum so dünnhäutig, Bronstein?

29.09.2018 22:12 Demokrat 45

Wieso so wenig Leute bei der Demo?

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