Menschen legen am Montagabend in Köthen Blumen für den verstorbenen 22-Jährigen nieder.
Menschen legen am Montagabend in Köthen Blumen für den verstorbenen 22-Jährigen nieder. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Martin Krause

Ermittlungen in Köthen Endgültiges Obduktionsergebnis lässt auf sich warten

Nach dem Todesfall in Köthen laufen die Ermittlungen weiter. Auch wenn ein erstes Obduktionsergebnis bereits telefonisch übermittelt wurde, wird es noch mehrere Wochen dauern, bis der endgültige Bericht vorliegt.

Menschen legen am Montagabend in Köthen Blumen für den verstorbenen 22-Jährigen nieder.
Menschen legen am Montagabend in Köthen Blumen für den verstorbenen 22-Jährigen nieder. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Martin Krause

Nach dem Tod eines 22-Jährigen in Köthen ist derzeit unklar, wann das endgültige Obduktionsergebnis vorliegt. Der Dessauer Staatsanwalt Pieper sagte MDR SACHSEN-ANHALT, ein vollständiger Bericht der Rechtsmedizin dauere in der Regel sechs bis acht Wochen. Das Gutachten müsse einem gerichtlichen Verfahren standhalten können.

Laut Justizministerin Anne-Marie Keding ist die Todesursache mit hoher Wahrscheinlichkeit Herzversagen. Man habe zunächst keine Hinweise auf tödliche Verletzungen durch Schläge oder Tritte gefunden, teilte die Statsanwaltschaft Dessau-Roßlau mit. Auch habe der Tote keine offenen Wunden oder Knochenbrüche, die von Tritten herrühren könnten, gehabt. Tritte oder Schläge gegen den Kopf als Todesursache schließen die Ermittler aus. Der Tote hatte eine Blutung unter der Haut an der Unterlippe und eine Verletzung am Hinterkopf, die bei einem Sturz entstanden sein könnte, so die Staatsanwaltschaft.

Der 22-Jährige starb am Sonnabend nach einem Streit mit zwei Geflüchteten aus Afghanistan. Die genauen Umstände des Vorfalls werden derzeit noch ermittelt. Zwei tatverdächtige Afghanen im Alter von 18 und 20 Jahren sitzen in Untersuchungshaft.

Haseloff dankt für Besonnenheit

Nachdem die Tat bekannt geworden war, gab es eine Vielzahl von Reaktionen. Anwohner und Angehörige legten am Tatort Blumen nieder, genau wie Landrat Uwe Schulze und Köthens Oberbürgermeister Bernd Hauschild. Am Sonntag und Montag gab es Trauergottesdienste. Eine linke Gruppe demonstrierte Sonntagabend am Köthener Bahnhof gegen rechte Hetze. Außerdem fanden Sonntag und Montag sogenannte Trauermärsche statt, die von rechtextremen Gruppierungen und der AfD initiiert wurden. Die Polizei war jeweils mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Sachsen-Anhalts Regierungssprecher Matthias Schuppe sagte am Dienstag, insgesamt sei die Lage "gut gemeistert" worden. Zuvor hatte sich die Landesregierung auf ihrer Kabinettssitzung noch einmal mit den Vorfällen in Köthen befasst. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) habe sich zudem bei der Zivilgesellschaft, Bürgermeister, Kirche und Landrat für das besonnene Handeln bedankt und deutlich gemacht, dass der Rechtsstaat funktionieren und klare Kante zeigen müsse, so Schuppe.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wir wir | 11. September 2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. September 2018, 19:19 Uhr

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26 Kommentare

13.09.2018 15:57 der_Silvio 26

@24 Wolpertinger; "Oder fühlen Sie sich besonders angesprochen?"
Warum sollte ich mich angesprochen fühlen? Ich habe lediglich gesagt, daß ihr Ansatz aus #11 gleichermaßen für alle gelten sollte, was aber sowohl in Politik als auch Gesellschaft nicht der Fall ist.
Und ich habe ein Beispiel genannt.
Während rechtsmotiviert Straftaten politisch und medial ausgeschlachtet werden, werden Straftaten von 'Flüchtlingen', sagen wir mal, erwähnt.

"Das ist keine Verharmlosung oder Relativierung, sondern eine neutrale Aussage über den Stand der Dinge."
Wo gab es das im Fall in Chemnitz?!?
Da war nur noch die Rede von 'Hetzjagten'.
Es WERDEN Unterschiede gemacht zwischen 'Gut' = links / 'Flüchtlinge' und 'Böse' = rechts.

13.09.2018 13:48 Wolpertinger 25

@12.09.2018 22:09 der_Silvio
"So ja auch hier; "Ob vor diesem Hintergrund überhaupt jemand strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden könnte, sei derzeit Teil der Ermittlungen, sagte Behördenleiter Nopens." (Quelle: n-tv.de 'Opfer von Köthen starb nicht an Tritten' vom 12.09.2018)"
Das ist keine Verharmlosung oder Relativierung, sondern eine neutrale Aussage über den Stand der Dinge.

13.09.2018 12:57 Wolpertinger 24

@12.09.2018 22:09 der_Silvio
Natürlich für alle. Oder fühlen Sie sich besonders angesprochen ?