Urteile im Prozess um Vergewaltigung
Am Dienstagmorgen wurden die Urteile verkündet. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Landgericht Dessau-Roßlau Haftstrafen nach Vergewaltigung in Dessau

Im Prozess um die Vergewaltigung einer Frau in Dessau sind am Dienstag die Urteile gegen die vier Angeklagten gesprochen worden. Die Männer aus Eritrea müssen zwischen 6 und 8 Jahren ins Gefängnis. Die Angeklagten nahmen das Urteil regungslos auf.

Urteile im Prozess um Vergewaltigung
Am Dienstagmorgen wurden die Urteile verkündet. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Im Prozess um die Vergewaltigung einer Frau im Sommer 2017 in Dessau sind am Dienstag die Urteile gesprochen worden. Das Landgericht verurteilte die vier Angeklagten aus Eritrea wegen besonders schwerer Vergewaltigung. Sie müssen zwischen 6 und 8 Jahre ins Gefängnis. Zwei der Täter wurden nach dem Jugendstrafrecht verurteilt.

Die Angeklagten nahmen das Urteil nach Aussagen eines MDR-Reporters äußerlich regungslos auf. Das Gericht erklärte zur Begründung des Strafmaßes, das Opfer habe Verletzungen am ganzen Körper erlitten, dazu kämen psychische Probleme. Die Frau sei noch immer arbeitsunfähig. Um die Frau zu schützen, hatte das Gericht mehrfach die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen.

Dem Gericht zufolge hatten drei Männer die Tat gestanden, das habe sich strafmildernd ausgewirkt. Die Männer hätten Reue gezeigt und sich beim Opfer entschuldigt. Sie seien bei der Tat betrunken gewesen, aber nicht vermindert steuerungsfähig. Die Täter hätten die Arglosigkeit des Opfers schamlos ausgenutzt.

Anklage wollte härtere Strafen

Die Staatsanwaltschaft hatte bis zu neun Jahre Haft gefordert, die Verteidigung zwischen drei und fünf Jahren. Bei den Männern handelt es sich um Flüchtlinge, die nicht vorbestraft waren. Zwei von ihnen wurden nach Jugendstrafrecht verurteilt. Gutachter hatten sich mehrfach mit dem tatsächlichen Alter der vier Afrikaner befasst. Sie hatten angegeben, zwischen 18 und 21 zu sein.

Gebäude einer ehemaligen Schule am Schlossplatz in Dessau-Roßlau.
Die Täter vergewaltigen das Opfer auf dem Gelände einer ehemaligen Schule. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Die vier Männer aus Eritrea waren wegen Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall und gefährliche Körperverletzung angeklagt worden. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie die Frau nacheinander missbraucht haben. Die 56-Jährige hatte in der Innenstadt von Dessau Pfandflaschen gesammelt. Die vier mutmaßlichen Täter lockten sie auf das Gelände einer ehemaligen Schule und vergingen sich dort an ihr.

Am Montag waren vor dem Gericht in Dessau die Plädoyers gehalten worden. Die Öffentlichkeit wurde ausgeschlossen. Damit sollte das Opfer geschützt werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Quelle: MDR/ru

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 31. Juli 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2018, 12:51 Uhr

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123 Kommentare

02.08.2018 10:48 Wolpertinger 123

@01.08.2018 17:11 Klarheit
Für Interessierte zum Thema Haftempfindlichkeit:
BGH, Urteil vom 10. Juni 2008 - 5 StR 180/08

Insgesamt auch hier ein schwer zu vermittelndes Strafmaß.

02.08.2018 08:15 Bernd 122

@119, wer z.B. in den USA ein Visum beantragt wird darauf hingewiesen, dass beio falscher Beantwortung der Fragen... in Deutschland läuft das anders, warum. Wer beim Visaantrag luegt und das sind falsche Angaben zum Alter ist raus.

01.08.2018 23:23 Pirnaerin 121

Vergewaltigung ist eines der schlimmsten Verbrechen, denn die Opfer sind danach ein Leben lang traumatisiert.
Ich kann der Frau nur viel Kraft für ihr weiteres Leben wünschen.
Die Täter sollten im Knast arbeiten und den Lohn an die Frau als Schmerzensgeld zahlen.
Nach Absitzen der 2/3 Strafe sollten alle vier Täter abgeschoben werden.