Dessau Vier Männer wegen Vergewaltigung vor Gericht

Im Prozess gegen vier Afrikaner in Dessau ist am Dienstag die Anklage verlesen worden. Sie sollen im vergangenen August eine Frau vergewaltigt haben. Zwei der Angeklagten haben vor Gericht ausgesagt.

Männer vor Gericht
Die Männer aus Eritrea stehen unter Verdacht, eine Frau vergewaltigt zu haben. Bildrechte: MDR/Grit Lichtblau

In Dessau ist am Dienstagnachmittag die Anklage im Vergewaltigungsprozess gegen vier Afrikaner verlesen worden. Wie eine Reporterin von MDR SACHSEN-ANHALT berichtet, musste sich das 56-jährige Opfer laut Anklage vollständig ausziehen, bevor die Männern sie vergewaltigten und auf sie urinierten. Die Staatsanwältin sagte, dass DNA-Spuren von allen Vieren an dem Opfer gefunden wurden.

Den Angeklagten aus Eritrea werden Vergewaltigung im besonders schweren Fall und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Fall hatte im vergangenen August für Entsetzen gesorgt.

Täter angeblich unter Alkoholeinfluss

Zwei der Afrikaner haben vor dem Landgericht Dessau-Roßlau eine Aussage gemacht. Demnach haben sie zu viert einen Kasten Bier leer getrunken. Als die Frau an ihnen vorüber gegangen war, hätten sie sie aufgefordert, in einer Stunde wiederzukommen, um sich die leeren Flaschen abzuholen. Als sie zurückkam, hat die Vergewaltigung laut Anklage des Landesgerichts Dessau-Roßlau begonnen. Einer der beiden Angeklagten hat die drei anderen belastet, will aber selbst nicht an der Vergewaltigung teilgenommen haben. Der zweite sagte aus, sich an nichts erinnern zu können. Angeblich hatte er als Moslem erst zum zweiten Mal in seinem Leben Alkohol getrunken und sei zu betrunken gewesen.

Opfer tagelang im Krankenhaus

Hinter einer ehemaligen Schule sollen die Männer ihr Opfer nacheinander missbraucht haben. Einer von ihnen soll der Frau eine zerbrochene Bierflasche an den Hals gehalten und gedroht haben, sie "abzustechen", falls sie sich wehre. Die Frau erlitt eine Stichverletzung am Jochbein, Hautabschürfungen und Prellungen und wurde mehrere Tage im Krankenhaus behandelt.

Hausecke und Straßenschild mit der Aufschrift Schlossplatz in Dessau
Auf dem Gelände dieser früheren Schule soll die Vergewaltigung passiert sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zweifel an Altersangaben

Im Vorfeld der Verhandlung hatte es Zweifel an den Altersangaben der Angeklagten gegeben – drei der Täter gaben an, zur Tatzeit 18 oder 19 Jahre alt gewesen zu sein. Ein weiterer Angeklagter ist eigenen Angaben zufolge 21 Jahre alt. Ein Altersgutachten hat laut Landgericht ergeben, dass die Angaben mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zutreffen. Ein vermeintlich 18-Jähriger sei tatsächlich mindestens 22 Jahre alt.

Die Männer sind in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind Termine bis Mitte April festgesetzt.

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Quelle: dpa,MDR/agz,pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 06. März 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. März 2018, 05:45 Uhr

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92 Kommentare

08.03.2018 15:31 Bernd L. 92

Wolpertinger 89:
Dieses Verbrechen gerät neben der Tat (die allein schrecklich genug ist) auch wegen der Begleitumstände an die Grenzen der menschlichen Zivilisation. Ich hatte 2 solcher Begleitumstände (Schutzbefohlene, Urinieren auf geschändete Frauen als Demütigung von Feinden) genannt.
Ich meinte, dass unser Rechtssystem darauf keine adäquate Antwort hat.

Mediator 88:
Auch dieser Beitrag ist zum Fremdschämen- da fehlen einfach die Worte.

08.03.2018 12:57 Benutzer 91

08.03.2018 09:23 Mediator

sie wollen mit allen Mitteln relativieren?!. Wirklich?. In dem sie jetzt erstmal dem Opfer unterstellen zu lügen?!. Wirklich?.

08.03.2018 12:53 Pirnaerin 90

@ Mediator
Ich finde es beschämend, wenn sie dem Opfer Vortäuschen einer Straftat unterstellen.
Es ist anhand der DNA-Spuren bewiesen, dass diese 4 bei uns Schutz suchenden Ausländer die Tat begangen haben.
Ihren Kommentar finde ich einfach nur zynisch .
Dem Opfer wünsche ich gute Besserung, auch wenn die Seele nie wieder gesund wird.
Den Tätern wünsche ich lebenslange Haftstrafen und die Hölle auf Erden.